16 Dinge, die ich diesen Monat aus der Golf Time gelernt habe

Ryder Cup, das ist das Mega-Event mit über einer Milliarde TV-Zuschauern in 180 Ländern
Ryder Cup, das ist das drittgrößte Sport-Event der Welt
Äääääh….Nö. Immer noch nicht

„Noch nie wurde ein Ryder Cup so spät – Anfang Oktober – ausgetragen“
Man sagt ja immer in Bayern laufen die Uhren anders. Das gilt offensichtlich auch für den Kalender. Denn zuletzt 1983 fand der Ryder Cup später statt – um zwei Wochen. Zwischen 1947 und 1967 wurde bis auf 1949 und 1953 JEDER Ryder Cup später abgehalten. Den bis heute spätesten Termin kann Indian Wells für sich beanspruchen, wo man 1959 am 6. und 7.November den Ryder Cup austrug. Europas spätester Ryder Cup war Royal Lytham am 13. und 14.10.1961.

„Ryder Cup, das ist Wettkampf über maximal 1804 Löcher“
Ja, es war schon ein spannender Ryder Cup dieses Jahr als Graeme McDowell beim Stand von 50:50 auf dem vierten Extraloch den entscheidenden Punkt für Europa holte… Ich habe keine Ahnung wie diese Zahl zustande kommen kann. Es gibt 28 Punkte zu vergeben, was nach Adam Riese 504 Löcher macht. Doch das Verblüffendste ist, dass niemand darüber stutzig geworden ist, dass sich die Zahl 1804 nicht durch 18 teilen lässt.

„Paul Casey, der eigentlich ins europäische Team gehörte, sitzt zähneknirschend vor dem TV-Schirm in den USA“
Wenn Paul Casey nicht einen Weg gefunden hat, einen Fernseher auf einen Fahrradlenker zu montieren eher nicht. Schließlich wollte er sich diese Tortur nach seiner Nichtnominierung nicht antun und fuhr lieber per Fahrrad durch Kanada.

„Padraig Harrington hat im ersten Match keinen einzigen Punkt beigesteuert“
Einen Punkt in einem Match beizusteuern ist ein Oxymoron Paradoxon. Aber lassen wir solch Semantik einmal außen vor: Gemeint ist natürlich, dass Harrington im Fourball mit Luke Donald nichts zum europäischen Ergebnis beigetragen hat. Komisch, dass die offizielle Scorekarte ihm vier Pars gutschreibt. Nicht viel, aber doch deutlich mehr als Null.

„Bis zum Abbruch hatte er [Martin Kaymer] keinen einzigen Punkt beigesteuert“
Also ich kann mich in Martins erstem Fourball mit Lee Westwood noch ganz genau an einen eindrucksvollen 5-Meter-Putt des Deutschen am ersten Loch erinnern – und die Scorekarte kann es auch.

„Rookie Martin Kaymer, jetzt gemeinsam mit Jan Poulter unterwegs“
Jaja, der gute Jan. Fast so gut wie sein Bruder Ian…

„Das hat es in der 83-jährigen RC-Geschichte noch nicht gegeben: Von sechs möglichen Punkten nur einen abgegeben“
In der Tat ein einmaliges Ereignis. Aber nur weil 1963 in den Nachmittags-Singles und 1965 in den Fourballs acht Punkte vergeben wurden von denen die Amerikaner jeweils nur einen halben abgaben.

„Weder Monty noch Lee haben bislang ein Mayor gewonnen“
Meines Wissens nach haben sie bisher auch noch nicht für ein Bürgermeisteramt kandidiert.


2,5 von 4 möglichen Punkten sind 66,6%
Ah, Statistiken. Gefühlt war Lee Westwood vielleicht der beste Spieler im europäischen Team. Dennoch kein Grund die Prinzipien der Mathematik für ihn auszuhebeln. Zumal die Zahl in der Grafik heraussticht wie der Papst im Puff.

Jemand, der 2 von 4 Punkten geholt hat (Ross Fisher) ist prozentual gesehen genauso erfolgreich wie jemand, der 2 von 3 möglichen Punkten holte (Jimenez)
Nicht ganz so auffällig, weil die Zahl der Matches nicht dabeisteht, aber dennoch eine ungewöhnliche Rechnung.

Nur ein europäischer Ryder Cupper ist ein guter Ryder Cupper
Gleich zwei Grafiken stellen die erfolgreichsten Ryder Cupper da. Die erste zeigt die meisten gewonnenen Matches, die zweite die prozentual erfolgreichsten Spieler, die mindestens 3 Matches gespielt haben. Das Auffällige daran: Alles sind Europäer. Eine etwas ungewöhnliche Bilanz angesichts der Tatsache, dass die Amerikaner mehr Ryder Cups gewonnen hat als unsere Seite des Atlantiks. Zwar bleibt Nick Faldo mit 23 gewonnenen Matches die Nr. 1, aber dahinter würde mit Arnold Palmer bereits der erste Amerikaner folgen. Und auch Lanny Wadkins, Billy Casper und Jack Nicklaus wurden unter den Tisch gekehrt.


Colin Montgomerie bekommt Prozente
Ja, wir sind Monti alle dankbar, dass er den Cup wieder nach Europa geholt haben. Aber deswegen muss man seine Bilanz doch noch lange nicht schönen. Statt 66% hat er nur 65% der möglichen Punkte geholt. Wie das passieren konnte? Nun, angeblich hat er eine Bilanz von 17-8-7. In Wirklichkeit kommt er auf 20-9-7. Man hat einfach seine Bilanz von 2004 unter den Tisch fallen lassen. (Ironie am Rande: Mit der im Heft stehenden Bilanz käme er sogar nur auf 64%). Ebenfalls falsch: Die Bilanz von Olazabal (18-8-5 statt 18-8-3 und damit 66% statt 67%).

Sergio Garcia ist der beste Ryder Cupper aller Zeiten
Mal ganz abgesehen, dass auch die angebliche Bilanz von Sergio ein Griff ins Klo war (14-6-4 statt 14-4-2 und damit statt 75% nur 67%): Sergio ist nicht mal in den Top 5, selbst wenn man die Amerikaner wie hier geschehen schändlich außen vor lässt. Vor ihm liegen bei mindestens 3 gespielten Matches als Kriterum diese Spieler:

  1. Luke Donald: 79%
  2. Peter Baker: 75%
  3. Justin Rose: 75%
  4. Paul Way: 72%
  5. Ian Poulter: 71%
  6. David Howell: 70%
  7. Paul Lawrie: 70%

Und auf amerikanischer Seite gibt es mit Jimmy Demaret sogar einen 100%-Sieger und mit Jack Burke Jr. (86%), Horton Smith (86%) und Walter Hagen (83%) drei Spieler über 80%.

„Die Kollegen von Golf Digest haben die Hilton Head Island auf Platz zehn der weltweit besten Golfresorts gewählt“
Eine erstaunliche Zahl, schließlich liegen die Hilton Head Resorts in der US-Liste von Golf Digest lediglich auf Platz 39 und 63. Gemeint ist lediglich eine Leser-Umfrage von Golf Digest, aber die können die Redakteure von Golf Time doch wohl kaum als Kollegen bezeichnen? Wobei: was die Qualität der Recherche betrifft vielleicht doch…

1 Comment

  • Kleine Anmerkung aus Bayern: Auch bei uns ticken die Uhren so, das Anfang Oktober noch früher ist als Mitte Oktober – zumindest bei den weiblichen Golferinnen…

    Danke für die korrekten Zahlen und Zeitangaben der früheren Ryder Cups.

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