Circolo Golf Venecia (Eine Runde in Venedig)

Unsere Bewertung

5 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Es geht einfach nicht anders. Ich muss immer wieder ungewöhnliche Plätze spielen. Sei es ein Karglandplatz in Nordwales, der Londoner Platz auf dem man nur mit rotem Oberteil spielen darf oder den einzigen Golfplatz im Großraum Athen. Als ich irgendwann mal entdeckte, dass auch Vendig einen Golfplatz hatte, war dieser Kurs immer in meinem Hinterkopf. Als ich etwas für einen runden Geburtstag der Reisegolferin suchte, hatte ich mich schnell für einen Kurztrip nach Venedig entschieden. So etwas kann man immer sehr gut mit einer Runde Golf kombinieren.

Wir hatten uns für einen Termin in der Nebensaison entschieden und dachten uns, dass Anfang April eine gute Wahl ist. Leider hat uns ein Streik von unterbezahlten Lufthansa Piloten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit viel Glück und einer netten, hilfsbereiten Dame bei Expedia konnten wir das Ganze trotz nicht stornierbaren Hotel um eine Woche verschieben.

An einem Freitagmorgen ging unsere Reise mit dem sehr frühen Flug ab Hamburg los. Das interessante am Flughafen in Venedig sind die Optionen für einen Transfer in den Ort. Wir entschieden uns für die spannende Variante und gingen 5 Minuten zu Fuss zum Wassertaxi. Nach 10 Minuten Wartezeit kam das Boot und brachte uns in knapp 50 Minuten zum Lido. Dort fragten wir uns durch zum Bus in den Süden der Insel und konnten mit etwas Verzögerung fast direkt umsteigen. Vom Hafen dauerte es noch knapp 20 Minuten und der nette Busfahrer liess uns direkt vor dem Golfclub raus. Der Transfer vom Hamburg zum Platz war also perfekt.

Der Club ist für mich ein typischer, klassischer italienischer Golfclub. Nett gelegen, Club und Proshop strikt getrennt und alles in hübscher Umgebung. Es gibt eine schöne Legende zur Gründung des Clubs. Henry Ford kam damals mit seinen Schlägern im Exelsior auf dem Lido an und war enttäuscht, dass es in Vendig keinen Golfplatz gab. Als guter Gastgeber beginnt man natürlich bei so einem Wunsch mit dem Bau eines Golfplatzes. Gesagt, getan! Der Bau begann 1928 und von einem Schotten namens Cruikshank (Vornamen habe ich leider nicht hrausbekommen) wurden 9 Loch designed. Damals war das heute bewaldete Gelände ein offener Platz mit Sandboden. 1951 erweiterte CK Cotton den Platz auf 18 Loch.

Ob der gute Henry jemals den Platz spielte, kann ich nicht sagen. Ist aber eine schöne Geschichte. Der Kurs am Südende der Insel war früher strategisch wichtig für Venedig. Das kann man an einigen Löchern um das Clubhaus herum gut sehen. Erhöhte Abschläge sind auf eine alte Festung mit Schießscharten gebaut. Hatte ich so auch noch nicht… Der Platz ist heutzutage ein netter Parklandplatz, der einiges an Abwechslung bietet. Gut gefielen mir die Grünkomplexe. Nicht zu groß und oft gut von Bunkern geschützt. Die schönsten Löcher waren für mich die 9 (blindes Par 3 über eine alte Festung) und die 18 (nettes, kurzes Dogleg Par 4 in Richtung des Clubhauses).

Fazit: Netter Platz, den man ruhig bei einem Ausflug nach Venedig spielen kann. Ist mal was anderes. Zudem war die Pasta im Club das beste Essen, welches wir auf unserem Tripp hatten…

Tipps zur Anreise: Flug nach Venedig. Dort zu Fuss zu den Watertaxis. Linea blu der Alilaguna nehmen bis Lido. Rückfahrticket kostete 27€ (April 2014). Angekommen in Lido ein Busticket für die Line A kaufen. Kostete 1,30€. Am besten bei der Ticketbude nach einem Rückfahrticket fragen. Im Bus ist es teurer. Dauert knapp 20 Minuten. Dann ist man bei der Station Strada Zaffi di Barca (in Alberoni). Am besten den Fahrer fragen. Unser hat uns Bescheid gesagt, als wir am Golfclub waren. Hotels in Venedig selber gibt es für fast jeden Geldbeutel. Zimmer bekommt man von € 80 bis € 600 pro Nacht.

Ach ja. Da wir mit Handgepäck reisten, hatten wir uns für € 20 pro Person Schläger geliehen.

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