County Louth Golf Club

Unsere Bewertung

7 Linksgolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Wer nach Irland fliegt, sollte keine Zeit verschwenden, um auf einen Golfplatz zu kommen. Denn gerade im Raum Dublin gibt es einige vorzügliche Plätze wie Portmarnock oder The Island. Einen kleinen Tick weiter, aber immer noch innerhalb von 45 Minuten vom Dublin Airport erreichbar, findet man den County Louth Golf Club alias Baltry. Der 1938 von Tom Simpson gestaltete Platz liegt an der Ostküste Irlands und bereits der Weg dorthin bietet einige Highlights, wie das Boyne Viaduct.

Es ist nicht die einzige Attraktion, die der River Boyne zu bieten hat. Etwas weiter flussabwärts findet sich das 1974 gesunkene Schiffswrack des Irish Trader, das man von County Louth aus sogar sehen kann. Der Platz hat solche Ablenkungen allerdings gar nicht nötig, die Löcher selber sind schon interessant genug. Dabei setzte Simpson ganz Linksplatz-untypisch nur auf wenige Bunker. Insgesamt nur 50 von ihnen finden sich auf County Louth. Einen Großteil der Verteidigung übernehmen daher die Grünkomplexe.

Bereits das zweite Grün ist sehr onduliert und besitzt eine False Front, doch ein richtiges Wow-Erlebnis kommt ein Loch später. Das von den Backtees 544 Yards lange Par 5 – übrigens das zweite Par 5 in Folge – erfordert vom Spieler einen blinden Schlag ins Grün. Hinter einer Düne in einer Senke platziert, ist die einzige Orientierung ein Richtungspfahl hinter dem Grün. Doch es reicht nicht, nur grob zu wissen, wo man hinspielen muss. Denn zur linken Seite fällt das Grün steil ab. Zwar gibt es eine ausreichend große Auslaufzone, um den Ball auf dem Kurzgemähten wiederzufinden. Ein Up-and-Down von dieser Stelle ist dennoch nahezu unmöglich.

Die Ondulierungen finden sich auch im Fairway der 4 wieder, das diagonal vom Tee wegläuft. Die ideale Linie kann hier jeder aufgrund seiner Longhitter-Qualitäten individuell wählen. Die nächsten sieben Löcher verlaufen relativ unspektakulär, da sie sich über den flachsten Teil des Geländes bewegen. Auffällig ist allerdings, dass keine zwei aufeinanderfolgenden Löcher in die gleiche Himmelsrichtung zeigen, so dass der Platz einen spannenden Flow hat. Lediglich die 12 und 13 zeigen in die gleiche Richtung, aber das hat auch einen guten Grund. Sie verlaufen entlang der Küste von der Simpson jeden Quadratmeter nutzen wollte. Nicht ganz zufällig finden sich hier auch die einprägsamsten Löcher von County Louth.

Die 12 und die 13 sind zwei Par 4s von über 400 Yards Länge. Das erste von ihnen ist ein Dogleg nach links, das zwischen Dünen entlang läuft, und dessen Grün direkt hinter einer querlaufenden Düne in einer Senke liegt. Die 13 hingegen sieht erst einmal unspektakulär aus, da sie recht gradlinig von Tee zu Grün verläuft. Aber da man durch die Nähe zum Wasser dem Wind ausgeliefert ist, ist dies mehr als genug Verteidigung. Die 14 schließlich bietet einen verlockenden Anblick. Bei nur 332 Yards Länge von den Backtees träumt man bei Rückenwind davon, das Grün mit dem Drive anzugreifen. Allerdings führt die direkte Linie über Dünen, und die letzten 30 Meter sowie das Grün selber sind stark onduliert. Dennoch sollte man an diesem Loch scoren.

Allein diese drei Löcher sorgen dafür, dass sich die Runde lohnt – wenn auch der Greenfeepreis von 140 Euro in der Hochsaison übertrieben ist. Aber in der sogenannten „shoulder season“ (Mai und Oktober) bekommt man für 80 Euro in der Woche einen abwechslungsreichen Golfplatz. Zwar hält sich die Anzahl an Weltklasse-Löchern in Grenzen, aber County Louth wirkt wie aus einem Guss. Entstanden in einer Zeit, in der Bulldozer noch in den Kinderschuhen steckten, wurde die Natürlichkeit des Geländes beibehalten. Würde jemand heute an dieser Stelle einen Golfplatz bauen, hätte er vermutlich viel weniger Charakter: die Fairways wären bretteben und die Exzentriken hätte man ihm ausgetrieben. Alleine schon dafür lohnt es sich, County Louth zu spielen.

Gespielt am: 16.4.2016

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