Das war 2017: Die besten Plätze und Bilder

Auch 2017 ist das SpieltGolf-Team ziemlich rumgekommen. Wir haben zusammengenommen 120 Runden in einem Dutzend Ländern gespielt. Dabei haben wir rund 70 Plätze besucht und knapp 50 davon zum ersten Mal gespielt. Manche davon waren Lebensträume, weil sie auf Bestenlisten stehen oder historische Bedeutung haben, andere waren wie der Mount Everest für George Mallory: Sie waren einfach da. Das zeigt sich auch in unseren Spitzenplätzen. Nur einmal kam 2017 eine 10 dazu, vom Linksgolfer für den Old Course. 5 weitere Plätze hatten eine 8. Der Rest war gehobenes Mittelmaß. Und dennoch hat sich auch 2017 golferisch wieder gelohnt. Hier unsere je fünf Favoriten aus 2017:

Der Reisegolfer

1. Woodhall Spa
Woodhall Spa ist der Standort der English Golf Union. Der Hotchkin Course wurde schon einige Male zum besten Inland Kurs in Grossbritannien gewählt. Das Charaktermerkmal des Heidelandplatzes sind auf jeden Fall die Bunker. So viele und tiefe Bunker habe ich bisher selten zu sehen bekommen. Mein mitreisender Freund bezeichnete den Platz daher auch als unspielbar. Das halte ich für übertrieben, auch wenn ich den Kurs nicht als leicht zu spielen bezeichnen würde. Ich würde ihn eher als wunderschön, aber herausfordernd bezeichnen. Ich bin übrigens auch an dem Platz gescheitert… 

2. Utrechtse de Pan
Wer nach den besten Plätzen in Europa schaut, kommt an den Niederlanden nicht vorbei. Hier sind einige Schätze angesiedelt, die man auch von Deutschland gut erreichen kann. Einer davon ist der Utrechts GC de Pan. Ein Heidelandplatz aus den 30ern von Harry Colt. Der Platz wurde in den letzten Jahren von Frank Pont mehr oder weniger wieder in den Originalzustand gebracht. Unbedingt einplanen, wenn man eine Golftour in den Niederlanden erarbeitet.

3. Walton Heath Old
Der Old Course des Walton Heath GC südlich von London wurde außerhalb des Vereinigten Königreichs bekannt, weil auf dem Platz 1981 der Ryder Cup ausgetragen wurde. Es war auch die erste Teilnahme von Bernhard Langer an dem Wettbewerb. Zudem finden hier immer im Frühsommer (meist einen Tag nach der PGA Championship in Wentworth) der Qualifizierugswettbewerb für die US Open statt. Der Heidelandplatz aus 1904 ist ein großartiger, herausfordernder Platz, der vor allem während der Heideblüte eine Augenweide ist.

4. Hardelot les Pins
Tom Simpson hat während seiner Zeit als Golfplatzarchitekt viele großartige Plätze kreiert. Die meisten davon in Frankreich. Daher hatte ich einiges an Erwartungen, als ich den Platz in diesem Jahr zum ersten Male spielen wollte. Meine Erwartungen wurden übertroffen. Einer der besten öffentlichen Parklandplätze, die ich bisher spielen durfte. Vor allem die Bunker und das teils strategische Design bleiben in Erinnerung. 

5. Ria Rintan GC
Der Ocean Course des Ria Bintan GC in Indonesien hat es in die Liste geschafft, weil es der beste Platz der Südostasientour im November und Dezember diesen Jahres war. Der Gary Player Platz hat ein gutes Design, sehr gut platzierte Bunker und gute Grüns. Besonders ist auch das Routing durch den Dschungel und natürlich das Signature Loch, die 9. Ein Par 3, dessen Grün am Rand des Dschungels auf Felsen im Meer platziert ist.

Der Linksgolfer

1. Old Course at St. Andrews
2017 war es endlich so weit. Ich durfte den Old Course in St. Andrews spielen. Jeder weiß: Hier gibt es nur zwei Reaktionen. Entweder man kommt runter und versteht nicht, warum der ganze Aufriss gemacht wird, da der visuelle Reiz nicht unmittelbar ersichtlich ist. Oder man ist begeistert und will immer wieder kommen. Ich zähle zur zweiten Fraktion. Was für eine Freude, diese Grünkomplexe zu erleben und die strategischen Überlegungen zu sehen, die seit Jahrhunderten die Golfarchitektur beeinflussen.

2. North Berwick West
Auch North Berwick West zählt zu den kontroversen Plätzen. „Das ist kein Golf“, wurde ich gewarnt in Hinblick auf die 16 mit ihrem Biarritz-Grün, die 13 mit ihrem Grün hinter einer Mauer und die 17 mit ihrem Schützengraben-Bunker. Was für ein Blödsinn. Die Back 9 von North Berwick West gehören zum größten Spaß, den man mit einem Golfschläger erleben kann.

3. Cabot Cliffs
Das Bild von der 16 von Cabot Cliffs hat jeder schon in Golfmagazinen rauf und runter gesehen. Doch es waren die Inlandslöcher, die mich fast noch mehr beeindruckt haben. Die ersten vier Löcher – und insbesondere die 2 – waren der tollste Auftakt, den ich in diesem Jahr gespielt habe. Und die Schlussbahnen an den Klippen sind ein visuelles Spektakel. Nur die unoriginellen Par 3s ziehen den Gesamteindruck etwas runter.

4. The Renaissance Club
Es gibt fast kein Jahr, in dem nicht ein Platz von Tom Doak in meiner Top 5 auftaucht. Langsam wird es allerdings schwer, denn so viele frei zugängliche Designs gibt es nicht mehr von ihm. Also wenn mich ein Mitglied auf ein Doak-Design bringen will, so wie es im exklusiven schottischen Renaissance Club war: ich sage nicht nein. Kaum ein moderner Architekt baut natürlichere, spielbarere Plätze. Und nur ganz wenige in der Geschichte beweisen mehr Auge als Doak wenn es darum geht, Par 3s zu designen.

5. Kilspindie
Auch wenn ich anderen Plätzen in diesem Jahr eine leicht höhere Wertung gegeben habe: Ich denke an kaum eine Runde mit mehr Glücksgefühl zurück, als an meine Sturm-Runde in Kilspindie. Reihenweise Birdie-Chancen. Wilde Schläge in den Wind. Einfach nur eine Runde Golf wie sie sein sollte. Wenn man bei eisiger Kälte und 70 km/h Wind mit einem breiten Grinsen über einen Golfplatz läuft, muss er schon was Besonderes sein.

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