Die besten Golf-Filme oder: die (G)Oscar-Nominierungen

Für die Besten Golf-Filme gibt es den (G)Oscar
Für die Besten Golf-Filme gibt es den (G)Oscar

Letzten Donnerstag wurden die 88.Oscar-Nominierungen bekannt gegeben. Und zum 88.Mal in Folge war keiner der besten Golf-Filme unter den Nominierten. Da völlig zu Recht der Hashtag #oscarssowhite die öffentliche Aufruhr bestimmt und damit kein Platz mehr für den Hashtag #oscarssoantigolf ist, müssen wir auf einem anderen Weg Öffentlichkeit für die besten Golf-Filme schaffen.
Deshalb gibt es an dieser Stelle die Nominierungen der AGPAS (Academy of Golf Picture Arts and Sciences) für den Golf Academy Award, umgangssprachlich auch (G)Oscar genannt. Zur Wahl standen alle Golf-Filme, die jemals gedreht wurden – und die Nominierungen orientieren sich dabei am Verfahren und den Präferenzen, die auch für die offiziellen Academy Awards Anwendung finden. Weshalb sich natürlich auch hier Filme unter den Nominierten finden, von denen viele a) noch nie gehört haben und die b) man selber vielleicht nicht besonders gut findet.
Die Gewinner werden wie die Oscars 2016 am 29. Februar bekannt gegeben. Wer Lust hat, kann sich natürlich in den Kommentaren, auf Facebook oder per mail an der höchst undemokratischen Abstimmung beteiligen und/oder Stimmung für übersehene Kandidaten machen. Zudem empfehle ich einen Klick auf die Links bei den Kurzfilmen und Dokus, da diese zum größten Teil im Netz verfügbar sind.

Bester Film

Caddyshack
Dead Solid Perfect
Das größte Spiel seines Lebens
From the Rough
Die Legende von Bagger Vance
Seve the Movie
Sieben Tage in Utopia
Spring Fever
Tin Cup
Der Tolpatsch

Die Oscar-Wahl für den Besten Film ist etwas bizarr. Jeder Wähler führt seine besten fünf Filme auf, aber am Ende können 5-10 Filme nominiert werden. Um dies zu schaffen, müssen mindestens 3% der abgegeben Stimmen einen Film als Nummer 1 aufführen. Entsprechend ist es besser, einen Film zu haben, der die Masse spaltet, als einen, den alle recht gut finden. Als Basis für die Nominierungen diente der Anteil an Höchstwertungen für Filme in der Internet Movie Database mit zusätzlicher Konsultation von Kritiken. Dies erklärt, warum ein christlich geprägter Film wie „Seven Days in Utopia“ trotz zweifelhafter Qualität am Ende einen der zehn Plätze schafft.

Beste Regie

John Paul Davidson – Seve the Movie
Bill Paxton – Das größte Spiel seines Lebens
Harold Ramis – Caddyshack
Robert Redford – Die Legende von Bagger Vance
Edward Sedgwick – Spring Fever

Kevin Costner, Mel Gibson, Clint Eastwood, Ben Affleck: Die Oscar-Wähler lieben es, wenn Schauspieler zu Regisseuren werden. Und so schaffen es hier gleich drei von ihnen – Paxton, Ramis und Redford – zu Nominierungs-Ehren.

Bester Hauptdarsteller

Kevin Costner – Tin Cup
Will Smith – Die Legende von Bagger Vance
Glenn Ford – Follow the Sun
José Luis Gutierrez – Seve the Movie
Shia LaBeouf – Das größte Spiel seines Lebens

Hollywood liebt es, wenn Schaupieler echte Persönlichkeiten gut zum Leben erwecken. Deshalb führt an Glenn Ford als Ben Hogan und José Luis Gutierrez als Severiano Ballesteros kein Weg vorbei. Leider mag die Academy keine puren komödiantischen Rollen weshalb Chevy Chase und Jerry Lewis in dieser Kategorie leer ausgehen.

Beste Hauptdarstellerin

Priscilla Dean – West of Broadway
Katharine Hepburn – Pat and Mike
Claire Forlani – Bobby Jones: Die Golflegende
Taraji P. Henson – From the Rough
Rene Russo – Tin Cup

Gute Frauenrollen sind in Hollywood selten. Gute Frauenrollen in Golf-Filmen sind noch seltener. Deshalb – und weil sie einfach eine der Besten Schauspielerinnen aller Zeiten ist – steht auch Katharine Hepburn für einen Film auf der Liste, in dem es nur am Rande um Golf geht.

Bester Nebendarsteller

Michael Clarke Duncan – From the Rough
Matt Damon – Die Legende von Bagger Vance
Stephen Dillane – The Greatest Game Ever Played
Jerry Lewis – Der Caddy
Bill Murray – Caddyshack

In den Nebendarsteller-Kategorien zeigt sich die Academy deutlich flexibler, Komiker haben hier durchaus eine Chance. Deshalb führt an Bill Murray und Jerry Lewis kein Weg vorbei.

Beste Nebendarstellerin

Anne Baxter – Follow the Sun
Julie Bowen – Happy Gilmore
Joan Crawford – Spring Fever
Peyton List – Das größte Spiel seines Lebens
Charlize Theron – Die Legende von Bagger Vance

Zwei Serienstars (Julie Bowen, „Modern Family“ und Peyton List, „Mad Men“) und drei Oscar-Gewinnerinnen belegen die Nominierungsplätze in der Nebendarstellerinnen-Kategorie.

Bestes Original-Drehbuch

Caddyshack
Follow the Sun
From the Rough
Seve the Movie
Tin Cup

Golf-Filme sind ein Liebhaberprojekt. Das sieht man daran, dass die meisten Drehbuchautoren weder vorher noch nachher von sich reden machten. Die Ausnahme bilden „Tin Cup“-Autor Ron Shelton und Harold Ramis, der danach noch „Ghostbusters“ und „Und täglich grüßt das Murmeltier“ auf dem Kerbholz hatte.

Bestes adaptiertes Drehbuch

Bobby Jones: Stroke of Genius
Dead Solid Perfect
Das größte Spiel seines Lebens
Die Legende of Bagger Vance
Sieben Tage in Utopia

Egal ob Roman, Zeitungsartikel, Theaterstück, TV-Serie oder anderer Film: alles was es vorher schon mal in einem anderen Medium gab, gilt als adaptiertes Drehbuch. Im Bereich der Golf-Filme sind dies allerdings eigentlich immer Romane. So auch die Nominierten hier (mit Ausnahme von Bobby Jones, den man sicher auch als Original-Drehbuch einstufen könnte).

Beste Kamera

From the Rough
Das größte Spiel seines Lebens
Die Legende von Bagger Vance
Seve the Movie
Tin Cup

Es ist nicht ganz unfair gegenüber den schwarz-weiß Filmen, aber die Vorteile der modernen Technik und die gewandelten Ansprüche bei der Ästhetik lässt älteren Filmen in der Kamera-Kategorie keine Chance.

Bester Schnitt

Caddyshack
Das größte Spiel seines Lebens
Die Legende of Bagger Vance
Seve the Movie
Sieben Tage in Utopia

Beim Oscar gibt es zwei Arten von Filmen, die in dieser Kategorie nominiert werden: Filme, bei denen der Schnitt extrem auffällig ist, wie Pulp Fiction (in diesem Fall z.B. Seve the Movie, der Archivaufnahmen mit Filmszenen mixt) oder die Kandidaten für den Besten Film.

Bester Dokumentarfilm

How I Play Golf by Bobby Jones
Making The Cut: The Road to Pebble Beach
The Short Game (Trailer)
Uneven Fairways: The Story of the Negro Leagues of Golf
You’ve been Trumped (Trailer)

Die Nominierten gehen in alle Richtungen: Eine Instruktions-Reihe von einer Legende des Sports, eine Doku über zwei Amateur-Promis und ihr ganz persönliches Major, eine Netflix-Produktion über Golf-Pökse und ihre ehrgeizigen Eltern, eine Doku über den Kampf afro-amerikanischer Golfpioniere und eine Anklage gegen einen Milliardär und – Gott behüte – möglichen US-Präsidenten.

Beste Musik

Quincy Jones – 25000 Dollar für einen Mann
James Horner – Bobby Jones Die Golflegende
Johnny Mandel – Caddyshack
Brian Tyler – Das größte Spiel seines Lebens
Rachel Portman – Die Legende von Bagger Vance

Klangvolle Namen: Die Oscar-Gewinner James Horner („Titanic“) und Racherl Portman („Emma“), der legendäre Quincy Jones und Blockbuster-Komponist Brian Tyler („Iron Man 3“, „Fast & Furious 7“, „Avengers 2“) gehören zu den Nominierten.

Beste Kostüme

25000 Dollar für einen Mann
Bobby Jones die Golflegende
Caddyshack
Das größte Spiel seines Lebens
Die Legende von Bagger Vance

Der Kostüm-Oscar geht meist an britische Historien-Produktionen. Und so finden sich auch hier in erster Linie Nominierte mit historischen Geschichten. Eine Ausnahme sind die übertriebenen Golf-Outfits aus „Caddyshack“, die so hervorstechen, dass man nicht daran vorbei kann.

Beste Ausstattung

Bobby Jones Die Golflegende
Caddyshack
Das größte Spiel seines Lebens
Happy Gilmore
Tin Cup

In dieser Kategorie geht es in erster Linie um Bauten und Innenausstattung. Erneut ein Vorteil für historische Filme, aber auch so amüsante Dinge wie das Golfbag mit eingebautem Fernseher in „Caddyshack“.

Beste visuelle Effekte

Caddyshack
Das größte Spiel seines Lebens
Sieben Tage in Utopia

Natürlich findet sich bei Golf-Filmen kein „Herr der Ringe“ oder „Star Wars“. Aber einige mit subtilen Effekten gibt es schon, wie die Golfszenen in „Das größte Spiel seines Lebens“ und der von einem Effektkünstler inszenierte „Sieben Tage in Utopia“. Und so ganz sollte man auch praktische Effekte nicht außer Acht lassen, weshalb die Explosionen (und natürlich der Gopher) in „Caddyshack“ ebenfalls Berücksichtigung finden.

Bester Ton

Caddyshack
Das größte Spiel seines Lebens
Seve the Movie
Sieben Tage in Utopia
Der Tolpatsch

Die Kategorie Ton ist für Filme, die mit live aufgenommenem Ton überzeugen. Deshalb haben hier neben Blockbustern oft auch Musicals eine Chance – so zum Beispiel „Der Tolpatsch“ mit seinen vielen Gesangsszenen.

Bester Ton-Schnitt

Caddyshack
Das größte Spiel seines Lebens
Seve the Movie
Sieben Tage in Utopia
Tin Cup

Die Kategorie Tonschnitt ist in erster Linie für Toneffekte, die nachträglich erst in den Film gemischt werden. Ein Umstand, der alte Filme nahezu ausschließt für diese Kategorie.

Bester Kurzfilm / Kurzdoku

Arnold Palmer
Dead Solid Perfect
The Golf Specialist
The Idle Class
Love & Payne
Play a Round with Me

Mangels Masse habe ich die beiden Oscar-Kategorien zusammengefügt. Hier finden sich ein Kurzfilm von W.C. Fields sowie Kurzdokus über Payne Stewart und LPGA-Spielerin Jan Stephenson, den Ursprung des Mixgetränkes Arnold Palmer sowie die Runde eines Rollstuhl-Golfers auf dem Old Course.

Bester animierter Kurzfilm

Donald spielt Golf
Schlag auf Schlag
Woodpecker in the Rough
Tom spielt Golf
How to play Golf
Pluto, der Caddie

Donald Duck, Bugs Bunny, Woody Woodpecker, Tom & Jerry, Goofy und Mickey Mouse haben es allesamt schon mit Golf versucht. Aus diesem Grund finden sich hier auch ausnahmsweise mal sechs Nominierte.

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