Die größten Ryder Cups: 1985 (The Empire Strikes Back)

Datum: 13. bis 15. September 1985
Austragungsort: The Belfry,Sutton Coldfield, England
Spielform: 8 Foursomes, 8 Fourballs, 12 Einzel
Team USA: Ray Floyd
Hubert Green
Peter Jacobsen
Tom Kite
Andy North
Calvin Peete
Mark O’Meara
Craig Stadler
Hal Sutton
Curtis Strange
Lanny Wadkins
Fuzzy Zoeller
Team Europa: Seve Ballesteros
Ken Brown
Jose Maria Canizares
Howard Clark
Nick Faldo
Bernhard Langer
Sandy Lyle
Manuel Pinero
Jose Rivero
Sam Torrance
Paul Way
Ian Woosnam
Ergebnis: 16,5 : 11,5 für Europa

Mit dem Aufnehmen der Kontinentaleuropäer hatten die Veranstalter den Gordischen Knoten zerschlagen, der den Ryder Cup klein hielt. 1981 waren die Amerikaner noch hoch überlegen, vor allen Dingen weil Severiano Ballesteros seine Teilnahme verweigerte. Doch 1983 kam es zum Duell auf Augenhöhe. Erst im letzten Match konnten die Amerikaner auf heimischen Boden den Pokal verteidigen. Die Europäer feierten dennoch in der Kabine. Sie wussten, dass die Durststrecke kurz vor dem Ende stand. Schließlich stand 1985 ein Heimspiel in The Belfry an.

Und dieses Mal durften gleich fünf Kontinentaleuropäer mitmischen: Seve Ballesteros, drei seiner Landsleute und zum dritten Mal ein Mann namens Bernhard Langer. Aber es war ein Schotte, der für den größten Moment in der Geschichte des europäischen Golfsports sorgte. Mit Freudentränen in den Augen versenkte Sam Torrance seinen Birdieputt, besiegte Andy North und holte den entscheidenden Punkt, der Europa zum ersten Mal seit 28 Jahren den Ryder Cup bescherte. Für nicht wenige war dies die eigentliche Geburtsstunde des Kontinentalvergleichs.

Dass es dazu kam, war Tony Jacklin zu verdanken. Zum zweiten Mal führte er das europäische Team als Kapitän an. Bereits 1983 hatte er strenge Forderungen für seine Mannschaft durchgesetzt: Erste-Klasse-Tickets und hochwertige Kleidung (Jacklin hatte als Aktiver schlechte Erfahrungen gemacht: einmal löste sich seine Sohle von seinen Plastikschuhen). Und auch bei seinem zweiten Auftritt kümmerte er sich von vorn bis hinten um das Wohlergehen seiner Spieler, die es ihm mit Leistung heimzahlten.

Neun Europäer aus dem 1983er Team kehrten zurück, nachdem Jacklin seine mittlerweile drei Captain’s Picks (Nick Faldo, Ken Brown, Manuel Pinero) ausgesprochen hatte, auf amerikanischer Seite waren sieben Spieler übrig geblieben (allerdings nicht Tom Watson, der die Qualifikation knapp verfehlte). Das Ganze hatte also das Gefühl einer echten Revanche – die am ersten Tag fehlzuschlagen schien. Ausgerechnet Nick Faldo und Bernhard Langer, die sich zwei Jahre zuvor als effektivstes Duo Europas erwiesen verloren ihr Foursome – und waren in guter Gesellschaft. 1:3 hieß es nachdem nur Ballesteros und Pinero siegten. Faldo musste daraufhin bis zu den Einzeln auf der Bank Platz nehmen (und verlor dieses auch noch). Langer, bekam wechselnde Partner und holte zwei Unentschieden (das letzte durch einen verschobenen 50cm-Putt von Craig Stadler) und einen Sieg aus den anderen Vierern. Doch dieses Mal schulterte Seve Ballesteros Europa. Mit Pinero gewann er drei seiner Vierer, inspirierte seine Teamkollegen und sorgte dafür, dass Europa mit einer 9:7-Führung in die Einzel gehen konnte.

Und dieses Mal sollte Europa seine gute Ausgangslage nicht wieder verspielen. Der Ton wurde gleich im ersten Einzel gesetzt. Lee Trevino schickte mit Lenny Wadkins seinen besten Mann ins Rennen, der von Manuel Pinero vom Sockel gestoßen wurde. Und so ging es weiter. Lediglich Craig Stadler konnte Ian Woosnam besiegen. Paul Way, Sandy Lyle und Bernhard Langer gewannen und bereiteten dadurch die Bühne für Sam Torrances großen Auftritt. Der Rest ist Geschichte.

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