Ein offener Brief an Deutschlands Sportjournalisten

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Liebe Sportjournalisten Deutschlands,

Sie haben heute Abend eindrucksvoll bewiesen, dass Ihr Sportbild äußerst begrenzt ist. Ihre einzige Aufgabe bei der Wahl zum Sportler des Jahres ist es, diejenigen zu küren, die im Kalenderjahr 2014 die besten Leistungen gezeigt haben. Es ist nicht Teil Ihrer Aufgabe darüber zu urteilen, welche Sportart Ihnen sympathisch ist, wer die höchsten Einschaltquoten produziert, wer Ihnen die nettesten Interviews gegeben hat oder welcher Name Ihnen am häufigsten begegnet, wenn sie die Meldungen von der dpa oder dem sid abtippen. Das Einzige, was neben dem sportlichen Erfolg laut offizieller Angaben mit hereinspielen darf, ist, wer „durch Haltung und Charakter aufgefallen“ ist.

Robert Hartings Einsatz für die Sportlotterie ist sicherlich ehrenwert (wobei man bei Lotterien ohnehin vorsichtig sein sollte, wie John Oliver brillant für die USA bewies), aber ist dies wirklich so hoch einzuschätzen, dass er mit einem Europameistertitel zum dritten Mal in Folge Sportler des Jahres werden muss? Dies soll keine Herabwürdigung der sportlichen Leistungen von Herrn Harting sein. Er hat für sich gewonnen, was es zu gewinnen gab. Aber in einem Jahr ohne Olympische Sommerspiele und ohne Weltmeisterschaften ist so eine Titelvergabe – besonders wenn man ihn die Jahre zuvor schon gewürdigt hat – nicht nachzuvollziehen.

Es ist ein Schlag ins Gesicht für alle Sportler, die 2014 deutlich größere Titel gewonnen haben. Sebastian Kienle beispielsweise, der als erster überhaupt in einem Jahr Europameister im Triathlon geworden ist und den Iron Man auf Hawaii gewonnen hat. Oder unsere Olympia-Helden Felix Loch und Eric Frenzel, die neben einer Goldmedaille auch den Gesamtweltcup eingefahren haben. Oder Patrick Hausding, der als erster seit 1989 drei Einzeltitel im Wasserspringen gewonnen hat. Oder – und darum steht der offene Brief auf dieser Seite – auch Martin Kaymer.

Ich weiß, Sie können sich für Golf nicht sonderlich begeistern, das ist Ihr gutes Recht. Aber wenn man in einem Beruf ist, bei dem man sich von A(merican Football) bis Z(ehnkampf) mit allen Sportarten befasst haben sollte, wenn man seinen Stimmzettel ausfüllt, sollte man vielleicht auch bis G buchstabieren können. Dabei haben Sie sich in diesem Jahr doch genug mit Martin Kaymer beschäftigt. Zu Beginn des Jahres, als viele von Ihnen Kaymer totgeschrieben haben aufgrund zweier schwächerer Jahre. Und sogar seine großen Erfolge im Sommer waren einigen ein paar Zeilen wert. Aber ich glaube den meisten von Ihnen ist gar nicht bewusst, was diese Erfolge bedeuten. Deswegen möchte ich sie Ihnen einmal kurz in einer Sprache erklären, die Sie verstehen.

Sie alle kennen sich doch mit Tennis aus, oder? Wie beim Tennis gibt es auch im Golfsport vier Turniere von deren Sieg alle träumen. Die Open Championship (quasi Wimbledon), die PGA Championship (=Australian Open), die U.S. Open (=U.S. Open) und das Masters (=French Open). Hinzu kommt ein inoffizielles Grand Slam Turnier, die Players Championship, vielleicht vergleichbar mit dem ATP World Final. Nun stellen Sie sich einfach mal vor, ein deutscher Tennisspieler hätte dieses Jahr folgende Leistung erbracht: Er gewinnt die U.S. Open – und zwar in so dominanter Manier, dass er mehrfach die Gegner 6:0 6:0 6:0 vom Platz fegt und im gesamten Turnier nicht einen einzigen Satz verliert. Er gewinnt das ATP World Final nach einer Schwächephase auf so spektakuläre Art, dass die ganze Tenniswelt noch Wochen danach von diesem einen Passierball durch die Beine spricht. Und anschließend ist er auch noch Teil des erfolgreichen deutschen Davis-Cup-Teams, im Golfterminus Ryder Cup. Hätten Sie eine Sekunde darüber nachgedacht, jemand anderes als diesen Tennisspieler 2014 zum Sportler des Jahres zu küren? Vermutlich nicht.

Natürlich könnten Sie sich dahinter verstecken, dass Sie nur Sportler ehren wollen, die nicht Millionen mit ihrem Sport verdienen. Doch das hat bei Dirk Nowitzki, Sebastian Vettel und Michael Schumacher auch nie eine Rolle gespielt. Und wenn man Sportler fördern möchte, die nicht ständig in der Werbung zu sehen sind, hätte man statt Robert „DKB“ Harting dann doch eher die Herren Kienle, Loch oder Frenzel prämieren sollen.

Auch das Argument, dass Robert Harting ja gar nicht mehr als einen EM-Titel gewinnen konnte, hat wenig Wert. Schließlich durte es für absolute Randsportler in den drei nicht-olympischen Jahren auch noch nie angeführt werden. Siehe Patrick Hausding, der 2014 sogar drei EM-Titel gewonnen hat und nicht mal unter den Top 10 landete – anders als beispielsweise Nico Rosberg, der sich seine Platzierung damit verdient hat, dass er zufällig im mit Abstand besten Formel-1-Boliden saß und sich eine schlagzeilenträchtige Hassfreundschaft mit Lewis Hamilton lieferte.

Ist das etwas das Geheimnis um Sportler des Jahres zu werden? Sollte sich Martin Kaymer einfach nach jedem Sieg das Poloshirt vom Leib reißen? Sollte sich Eric Frenzel einen medialen Zickenkrieg mit Fabian Rießle liefern? Muss Sebastian Kienle ständig in Werbespots zu sehen sein? Das kann es doch nun wirklich nicht sein. Die heutige Wahl zum Sportler des Jahres ist ein Affront für alle Sportler, die sich 2014 den Hintern aufgerissen haben, um von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden – und dazu gehören absolute Amateursportler wie Sebastian Kienle ebenso wie der Millionär Martin Kaymer.

Die größte Überraschung des Abends ist, dass Sie den Preis für die Jahre 2015 und 2016 nicht gleich mit an Robert Harting verliehen haben. Denn dort finden schließlich eine Leichtathletik-WM und die Olympischen Spiele statt. Und wenn unser Diskus-Star schon für eine EM Sportler des Jahres wird, könnte Martin Kaymer vermutlich den Grand Slam holen, Sebastian Kienle die Iron Man WM in Weltrekordzeit gewinnen und Eric Frenzel in jedem Rennen des Jahres triumphieren – sie würden das Nachsehen haben. Und falls Sie glauben, Sie könnten diese Worte als frust eines enttäuschten Kaymer-Fans abqualifizieren (den ich 2014 übrigens hinter Kienle und Frenzel einrangiert hätte), lassen Sie mich zum Abschluss jemanden sprechen, dessen Meinung Sie respektieren: Robert Harting.

Unmittelbar nachdem Rudi Cerne und Katrin Müller-Hohenstein seinen Namen als Sieger verlesen hatten (und nachdem Harting anscheinend die Worte Eric Frenzel mit seinem Mund geformt hatte), drückte der Europameister ob dieser bizarren Entscheidung mit seinem Gesichtsausdruck völlige Fassungslosigkeit aus. Vielleicht sollte man in Zukunft doch lieber kompetente Sportler wie Robert Harting die Wahl treffen lassen, als nur semi-interessierte Sportjournalisten.

79 Comments

  • Danke für diesen Artikel. Die Ignoranz der deutschen Sportjournaille wird sich dadurch aber leider nicht ändern. Leider!

  • Robert Wochner sagt:

    Golf ist eine Sportart? Das war mir neu.

    • Krass, oder? Sogar eine olympische. Der Wahnsinn.

    • Mike Fischer sagt:

      Wieso sollte das keine Sportart sein ? Selbst mal gespielt ? Weil dann weißt du warum.
      Auf jeden Fall mehr Sport als dieser Blödsinn von Darts oder Poker.

      • Robert Wochner sagt:

        Jepp. Bin selbst Golfspieler und langjähriger Marathonläufer. Und, mit Verlaub, das was ich(!) unter Sport verstehe, davon ist Golf meilenweit entfernt. Für mich(!) ist Golf ein „Spiel“, aber kein Sport. Aber ich akzeptiere, dass das andere anders sehen.

        • Gary sagt:

          Komisch,

          ich bin auch Marathonläufer UND Golfer. Aber nur weil mein Puls beim Laufen konstant höher ist als beim Golf, ist Golf natürlich ein Sport, der mir viel abverlangt, wenn ich es ernsthaft betreibe. Die technischen Ansprüche sind um ein vielfaches höher als beim Laufen.

      • Sportler sagt:

        immer wieder diese Diskussion um „das soll eine Sportart sein?“
        worum geht es dabei eigentlich? geht es um „meine Sportart ist anstrengender als deine!“? Anders kann ich mir nicht erklären, weshalb der eine sagt, Golf sei kein Sport und der Golfer das ganze widerlegt mit (sinngemäß) „auf jeden Fall aber Darten nicht!“
        dann frage ich: schon mal gedartet? dann sagst du: „ja klar“
        natürlich… irgendwann mal eine halbe Stunde in einer Kneipe. Genauso habe ich auch schon mal eine halbe Stunde auf einem Golfplatz gestanden. In dem Moment haben wir uns wohl beide nicht überanstrengt. Anstrengend wird es erst, wenn man es ein wenig länger macht, sobald die Konzentration nachlässt, die Beine und Arme müde werden, etc.

        Akzeptiert doch einfach, dass Sport nicht dadurch definiert wird, dass es körperlich anstrengend ist. Dann wäre Straßenbau oder Betongießen auch ein Sport.
        Es ist einfach unheimlich schwer eine Grenze zwischen Sport und Spiel zu ziehen. Bowling, Bogenschießen, Billiard, Turmspringen, Schach, Karate, Tanzen, Walken, etc… Wo ist die Grenze?
        und warum sollte Marathonlauf denn dann wohl eine Sportart sein? Weil man dabei schwitzt? Wie viel muss man denn schwitzen, um ein Spiel zu Sport werden zu lassen? 2 Tropfen? oder 10? und was ist mit den Stabhochspringern? Bei denen sehe ich selten einen Tropfen Schweiß!
        Vielleicht macht es das ganze einfacher, wenn man Sportarten einfach um ein Wort ergänzt bzw. zuordnet. Beispiel Präzisionssport, Denksport, Kampfsport, Rückschlagsport, Ballsport, Breitensport, etc.
        Das Wort „Anstrengung“ definiert sich nämlich nicht allein durch körperliche Anstrengung, sondern auch durch geistige! So kann man nach einem Schachspiel genau so müde sein, wie nach einem Kilometer schwimmen.

      • Mike sagt:

        Sorry, wer Dart ( Konzentrationssportart ) als Blödsinn bezeichnet sollte sich evtl mal fragen warum sein „geschlagenen Bällchen hinterherlaufen“ nicht ernst genommen wird. Meine Meinung ist, das alles was Ernsthaft betrieben wird beachtet werden sollte. Ob es einem jetzt gefällt oder nicht

    • Thorsten sagt:

      Ja…ist das nicht der Wahnsinn ;-)? Golf ist tatsächlich eine Sportart, die Tausende Menschen seit einigen Jahren mehr anzieht, als zum xten Mal Mitglied im Fussball, Tennis oder Volleyball Verein zu werden (ohne dass ich diese Sportarten herabsetzen möchte!). Und wer bei 30 Grad einmal eine 18-Loch Runde gespielt hat wird schnell erkennen, das hier nicht nur physische sondern auch gestige Fitness durchaus mehr Anspruch fordert, als in manch anderer Sportart 😉

    • Peter Ustorf sagt:

      Lieber Robert,

      welch hoch intelligente Bemerkung. Gratuliere.

  • Burg sagt:

    Sportler werden nicht nach ihrer Leistung primiert,sondern nach Ihrem Bekanntheitsgrad,
    wir haben wirklich bessere Sportler zu bieten.

  • Obelix sagt:

    Hallo Rüdiger,

    der Artikel ist dir wirklich gelungen, auch wenn ich zumindest zum Teil ein wenig anderer Meinung bin. Ich hätte auch Frenzel oder Loch vorne gesehen, weil ein Olympiasieg und der Gesamtweltcup definitiv höher zu bewerten sind, als die Europameisterschaft von Robert Harting. Harting muss ich seine Reaktion bei der Verkündung zu Gute halten und, was ich viel wichtiger finde, auch seine Art Dinge anzuspechen. Denn auch das gehört zu einem Spitzensportler dazu. Er spricht sehr oft unangenehme Dinge (Wahrheiten) an, wie zuletzt die Doping-Paktiken z.B. in Russland und die daraus resultierenden Äußerungen, dass Sportler die nicht dopen auch Doping-Opfer sind, z.B. weil sie sich unheimlich quälen und totzdem keine Topplatzierungen erreichen, weil mehrere Doper vor ihnen liegen. Er ist ein kritischer, unbequemer Sportler, der nicht nur auf sich schaut, sondern auch über den Tellerrand hinaus. Natürlich ist auch bei ihm nicht alles Gold was glänzt.
    Das Matin Kaymer es schwer haben würde, unter die besten 3 zu kommen, war leider für jeden, der seinen Werdegang verfolgt, klar. Denn die Herren der Sportpresse sehen die Erfolge nicht so, wie sie sind (dein Vegleich mit dem Tennis ist stark).
    Ich bin seh gespannt, wie es bei zukünftigen Wahlen aussehen wird.
    Robert Harting ist die Auszeichnung peinlich, e hat sich soga bei Felix Loch und Eric Frenzel entschuldigt, weil er selbst deren Leistungen als besser ansieht. Respekt.

  • SebSwo sagt:

    Apropos #Doping, wie war das noch gleich mit dem Harting-Trainer ?!

  • Christian sagt:

    Die einzige Wahl, die als Ehrung wirklich relevant ist, kann nur von Sportlern für Sportler sein: Champion des Jahres. Den Rest kann man vergessen.

  • Michael Ulrich sagt:

    Das ist schon traurig.
    Als Squash begeisterter Sportler
    Leider sehr real.

    Schade

  • Hans-Uwe Zietlow sagt:

    Danke, klare und ehrliche Worte, die Ihren Kollegen zu denken geben sollten.
    Ich bin kein Golfer, hätte Herrn Kienle gewählt.

  • Max Hecker sagt:

    Wieso hat Manuel Neuer nicht die Chance gehabt Sportler des Jahres zu werden? In Österreich wurde mit Alaba, in den Niederlanden Arjen Robben mit Fußballspielern Sportler des Jahres. Nur in Deutschland scheint das wohl ein Problem zu sein…

    • Ich weiß gar nicht ob das den Fußballern so lieb gewesen wäre, schließlich haben sie doch immer hervorgestellt, dass ihre größte Stärke ist, dass sie ein Team sind und keine Solisten.

    • SebSwo sagt:

      Dann hätte man Sami Khedira nehmen müssen -> mehr geht nicht.
      Champions League, Weltmeisterschaft und Klub-Weltmeister in einem Jahr.

      Ansonsten Toni Kroos, der als erster den Titel des Klub-Weltmeisters verteidigen konnte ?!

      • Hans-Uwe Zietlow sagt:

        Es gibt doch etliche Wahlen zum Fußballer des Jahres/Weltfußballer.
        Lasst doch bitte bei der Wahl zum Sportler des Jahres auch mal SPORTLER gewinnen.

    • Sportler sagt:

      In den Niederlanden ist es das erste Mal seit 1987, dass ein Fußballer Sportler des Jahres geworden ist (insgesamt erst das fünfte Mal seit Anbeginn der Wahl in 1951).
      In Österreich ist es ähnlich. Ergo: auch in den Niederlanden und Österreich ist es eher eine Ausnahme, dass Fußballer gewählt werden. Es war bloß purer Zufall, dass es dieses Jahr in beiden Ländern gleichzeitig der Fall war.
      Warum in Deutschland kein Fußballer? Weil es viele sehr gute aber keinen herausragenden gibt. Khedira hat zwar alle wichtigen Titel geholt, die es zu holen gibt, aber hat verhältnismäßig wenig an diesen beigetragen. Die herausragenden Personen der jeweiligen Mannschaften waren andere bzw. in der Nationalmannschaft gab es eigentlich gar keinen wirklich herausragenden. Dann am ehesten tatsächlich noch Manuel Neuer. Für meine Begriffe (und jetzt kommen wir ins Subjektive) lebt er momentan von einem sehr großen Hype. Auch er gehört sicherlich zu den sehr sehr guten Fußballern aber herausragend im Vergleich zu seinen Mannschaftskollegen in dem Sinne ist er für mich nicht.
      Dahingegen sind sowohl Robben als auch Alaba in diesem Jahr tatsächlich herausragende Spieler gewesen. Niemand sonst in den Niederlanden und auch in Österreich konnte den beiden fußballerisch das Wasser reichen. Daher sind sie in ihren Sportarten eben herausragend in ihrem Land. Ob das im Vergleich zu anderen Sportlern anderer Sportarten die Wahl rechtfertigt lasse ich mal offen, da ich das nicht beurteilen kann.

      • Heino sagt:

        Was die Sportarten in den Niederlande und Österreich angeht, die dem Fußball das Wasser reichen können, sind es mindestens die klassischen Wintersportarten: Eisschnelllaufen im Norden, Ski Alpin im Süden. Als Eisschnellläufer würde mir spontan Sven Kramer einfallen; Gold und Silber in Sotschi und das nach einem Beinah-Karriereende. Als Skirennsportler ist Marcel Hirscher eine große Nummer; Silber in Sotschi und Gewinner des Gesamtweltcups zum dritten Mal in Folge.
        Grundsätzlich ist hier zu sehen, dass es in vielen Sportarten herausragende Ergebnisse gibt, die man gar nicht alle in ihrer Gesamtheit würdigen kann. Natürlich ist beim Wahl zum Sportler des Jahres auch Glamour als nicht messbare Größe im Spiel.
        Was auch jedem klar sein dürfte: Objektivität ist bei solchen Wahlen selten gegeben, denn sonst würden auch die Speedskater, die Wasserballer, die Beachvolleyballer und die Eistänzer, um nur ein paar andere Sportarten zu nennen, häufiger Beachtung finden und nicht nur, wenn’s grad mal wieder hip ist.
        Wer nicht in den Medien präsent ist, ist auch nicht in den Köpfen der Menschen. Das ist umso trauriger, wenn diese Menschen zufällig auch Juroren bei der Wahl zum Sportler des Jahres sind…

        • Sportler sagt:

          Heino, hast meinen Beitrag wohl nicht gelesen…
          Auch in NL und Österreich ist es eine absolute Ausnahme, dass Fußballer gewinnen! In der Regel sind es eher die Eisschnellläufer (NL) und Skifahrer (AUT).

  • Horst sagt:

    Super Beitrag. Aber die meisten Sportjournalisten haben schon Probleme Sportler außerhalb des Fussballs zu kennen.

  • Martin Brückner sagt:

    Sehr geehrter Herr Meyer,

    ich bin sicher, Sie freuen sich erstmals so viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Herzlichen Glückwunsch dazu!
    Die Ironie darin ist, dass Sie diese mit den gleichen journalistischen Methoden erlangen, die Sie hier versuchen anzuprangern: Sensationsjournalismus!

    Ihre Affinität und persönliche Präferenzen sind aufgrund Ihrer Webseite hier nicht so schwer auszumachen und ich teile grundsätzlich Ihre Auffassung für Martin Kaymer. Er ist ein Ausnahmesportler, der vor allem außerhalb der Landesgrenzen die Anerkennung findet, die ihm gebührt. Dass er den deutschen Goldsport nicht auf Level hieven kann, ist allerdings eher ein Problem des schwachen Verbands und des Ungleichgewichts in der deutschen Sportarten-Landschaft. Aber letzteres ist ein anderes Thema im Fußballland Deutschland.

    Zu Robert Harting: Über seine sportlichen Höchstleistungen, die ihn seit 2010 jeden großen internationalen Wettkampf gewinnen lassen, lässt sich nicht streiten. Den Vergleich mit anderen Sportarten anzustellen, ist meiner Meinung sehr gewagt, da sie nun einmal nicht vergleichbar sind.
    Was bleibt darüber hinaus? Persönlichkeit und Charakter? Ja, sicherlich. Auch diesen will ich keinem, der Nominierten absprechen. Aber welcher dieser Sportler setzt ihn auch ein und nutzt ihn nicht nur für sich selbst. Martin Kaymer, während er für seinen Sponsor Mercedes Benz beim Lareus Award teilnimmt? Felix Loch, in dem er sich bei Streitereien gekonnt nicht positioniert? Eric Frenzel, der generell eher schweigsam ist? (nicht falsch verstehen; bei manchen Sportler würde man sich das wünschen). Oder eben Robert Harting, der sich offen äußert, der probiert etwas zu bewegen und Spuren für den Sport im generellen in In- und Ausland hinterlässt. Nach dieser Bewertung ist er ein mehr als würdiger Sieger. Dass er sich zugleich bei der Preisübergabe schon fast dafür entschuldigt, ehrt ihn zusätzlich. Ich vermute stark, es hätte keiner der anderen gemacht.

    Letztendlich ist es eine demokratische Entscheidung. Klar, kann man gegen diese sein und sie kritisieren, denn auch das gehört zur Demokratie. Aber diese Kritik sollte neutral und mit guten, nicht befangenen Argumenten und fernab von persönlichem Profilieren geschehen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Martin Brückner

    PS: btw mit ihrem Screenshot verletzen sie diverse Persönlichkeits- und Urheberrechte.

    • Sehr geehrter Herr Brückner,

      ich habe ehrlich gesagt keine besondere Aufmerksamkeit damit angestrebt, ansonsten hätte ich es dem Bildblog oder ähnlichem zugesteckt. Dass dies hier jetzt so eine ungeahnte Lawine auslöst, zeigt doch wie tief der Frust über die gestrige Wahl bei vielen sitzt. Und das betrifft nicht nur enttäuschte Fans sondern auch Sportler, wie man aus den Reaktionen aus Twitter herauslesen kann.

      Die sportlichen Qualitäten von Robert Harting sind unbestritten, ebenso sein Auftreten als Persönlichkeit. Nichtsdestotrotz ist meine persönliche Meinung als sportbegeisterter Zuschauer, dass es im Jahr 2014 mindestens eine Handvoll Sportler gegeben hat, die im vergangenen Jahr – und nur darum geht es – sportlich größere Leistungen abgeliefert haben. Diese habe ich versucht aufzuschreiben und zwar mit Argumenten und nicht mit Sensationsjournalismus, wie sie es mir vorwerfen.

      Ich kann Ihre Argumente durchaus nachvollziehen, aber für mich sind sie für das Kalenderjahr 2014 nicht schlüssig. Wenn jemand außerhalb eines Olympischen Jahres Sportler des Jahres gegen Olympiasieger wird, muss er schon etwas außergewöhnliches geleistet haben. Eine EM reicht meiner Meinung nicht aus, zumal Robert Harting auch nicht die Weltjahresbestleistung hatte und auch nicht bei der Diamond League Series triumphierte. Außergewöhnliche Leistungen, die gleichwertig mit Olympia+Gesamweltcupsieg sind wären für mich eben Menschen wie Sebastian Kienle oder Patrick Hausding, die noch nie dagewesenes geschafft haben. Und dazu gehört auch Martin Kaymer, der zwei der 5 Top-Turniere der Welt und den wichtigsten Mannschafts-Event der Welt gewonnen hat. Deswegen muss er nicht Sportler des Jahres werden und für sich gesehen ist der vierte Platz durchaus in Ordnung, nur im Vergleich mit Robert Hartings sportlichem Jahr 2014 war es meiner Meinung nach deutlich höher anzusiedeln. Und das hat nichts mit persönlichem Profilieren zu tun

  • Thomas sagt:

    Hilfe, nein!
    Es kann doch wohl ganz und ganr nicht nicht darum gehen, wer die beste sportliche Leistung erbracht hat. Dann bräuchten wir so etwas wie den Sportler des Jahres nicht!

    > und nur darum geht es – sportlich größere Leistungen abgeliefert haben

    Solche Argumente sind ebenso sensationsheischend, mindestens aber unpassend zu dieser Veranstaltung.

  • InGolf sagt:

    Ho HO ho.. Rüdiger,

    danke deiner Worte die mir wiederholt aus dem Herzen sprechen und den Puls der Zeit am Arm der Deutschlandweit 650 Tsd gleichgesinnten „Sparten“-Golf-Sportler mit erhöhtem Druck ablesen lassen.
    Danke liebe Sport-Mainstream-Journalisten, die Ihr mal wieder die Chance verpasst habt dem Golf Image in Deutschland durch Würdigung von Wahrer Leistung einen Schub zu verpassen in der Öffentlichkeit.

    Festliche Grüße & Guten Rutsch

    We Rock You InGolf

  • Lisa sagt:

    Peilicher Artikel! Einfach nur peinlich …

  • Philip Lieberkühn sagt:

    Die armen Sportjournalisten wollen wahrscheinlich dem Shitstorm aus dem Weg gehen, der ihnen blühen würde, wenn sie Martin Kaymer nominiert hätten. Aus einem ähnlichen Grund verschweigen doch auch unsere Politiker eine Mitgliedschaft in einem Golfclub. Es haftet noch der Geruch von Elite und Snobismus an diesem Sport, in diesem Land zumindest. Ich persönlich vermisse im übrigen den Namen Bernhard Langer in dieser Diskussion und in der Wahl zum Sportler des Jahres, er hatte eine überragende Saison bei starker Konkurrenz.

  • Frank sagt:

    Liebe empörte Golfergemeinde,

    ich kann den offenbar tiefsitzenden Frust über die Wahl zum Sportler des Jahres nur teilweise nachvollziehen. Der Vergleich mit Tennis hinkt jedenfalls gewaltig. Entscheidendes Kriterium für die Wahl ist nämlich sicherlich nicht nur der Grad/Stellenwert der Meisterschaft, die man gerade gewonnen hat (gewinnen konnte). Also Olympia vor WM vor EM bzw. Grand Slam u.s.w. Nein, wichtig ist natürlich auch die Popularität und damit die Konkurrenzsituation innerhalb der jeweiligen Sportart, die vertreten wird. Golf ist in Deutschland nun einmal eine (immer noch teilweise elitäre) Randsportart, in der es national (gemessen an der LA und Tennis auch international) recht bescheidene Konkurrenz gibt. Leichtathletik ist eine Massensportart (zudem olympischer Kernbestand), die über alle Länder und sozialen Schichten hinweg betrieben wird – genau deshalb ist es auch so schwierig, dort europäische oder Weltspitze zu sein! Hierin liegt eben auch aus Sicht der Sportreporter zu Recht ein kleiner, aber feiner Unterschied zwischen Golf und Leichtathletik.
    Davon abgesehen, wäre es in diesem Jahr sicher nicht unbedingt notwendig gewesen, Robert Harting zu wählen, wie er selbst ja auch mit seiner überraschten Miene ausgedrückt hat.

    • Tom Maushu sagt:

      Angesichts der Tatsache, dass Golf zusammen mti Bogenschießen zu den koordinativ anspruchsvollsten Sportarten gehört, wäre ein guter Golfer in den Wahloptionen sicher ein sinnvoller Kandidat gewesen. Und ich bin mir sicher, hätte sich Herr Kaymer über seinen Sport hinaus engagiert (bzw wenn er es denn getan hat, dann hätte er es effektiver sprich öffentlichkeitswirksamer tun müssen), dann wäre er auch auf der Kandidatenliste aufgetaucht.

      • Eine Kandidatenliste gibt es meines Wissens ja nicht, jeder Sportjournalist kann die 5 drauf schreiben, die er für richtig hält. Was Martin Kaymers Engagement betrifft: Ich bin nicht sein Pressesprecher, aber zumindest habe ich letztens Berichte gelesen, dass er im fortgeschrittenen Planungsstadium für eine Stiftung ist, was ungefähr dem gleichen Stand wie bei der Sportlotterie entspricht.

    • Danke für diesen Kommentar, ich mag Anmerkungen, die mich in eine Richtung lenken, in die ich nicht gedacht habe. Da ist viel Wahres dran. Auf der anderen Seite ließe sich aber auch gut argumentieren, gerade weil die Einstiegshürden im Golf in Deutschland so viel höher sind als in anderen Ländern ist es schwieriger, sich international durchzusetzen. Nicht umsonst gab es in den letzten dreißig Jahren gerade einmal zwei deutsche Majorsieger während es im gleichen Zeitraum, bei deutlich weniger Wettkämpfen, vier deutsche Olympiasieger oder Weltmeister im Diskuswerfen gab.

      Während Leichtathletik natürlich die weltweit am meisten betriebene Sportart ist, ist das beim Fall Diskuswurf schon nicht mehr ganz so verbreitet. Davon zeugt auch die relativ geringe Anzahl an Nationen, die in den letzten Jahrzehnten Medaillen bei den großen Konkurrenzen gewonnen haben. Hinzu kommt, dass man sich am Tag des Wettkampfes selber gegen eine begrenzte Zahl an Konkurrenten durchsetzen muss, während ein Golfer bei den Majors (abgesehen vom kleineren Masters) 150+ Konkurrenten haben, von denen mindestens 50 eine realistische Siegchance besitzen.

      • SebSwo sagt:

        Ganz zu schweigen beim Thema Rodeln, wo die „Hürde“ für Deutschland am minimalsten ist, da hier mit Abstand am meisten Geld ausgegeben wird -> international gesehen…

    • Sebastian sagt:

      Zitat: „Nein, wichtig ist natürlich auch die Popularität und damit die Konkurrenzsituation innerhalb der jeweiligen Sportart, die vertreten wird.“

      In dem Fall hätte Radsportler Marcel Kittel gewinnen müssen (vier Etappensiege bei der Tour de France).

  • Manfred Neueder sagt:

    Die meisten Wahlen wie Sportler des Jahres etc. könnte man sich sparen! Wie kann ein Messi bester Spieler der WM werden, wieso gewinnt immer wieder Messi oder Ronaldo die Wahl zum Weltfussballer usw. usw., alles nur Marketing und Spezlwirtschaft!

  • Ulf sagt:

    1 mal Gold und 1 mal Silber bei Olympia? Warum gewinnt keine Frau mit 5 mal Gold bei den Paralympics?

  • Schneiderlin sagt:

    Wenn man sich nun schon so über diese Wahl auslässt, hätte man sich vorher besser informieren sollen!
    Zum einen hat sich Robert Harting nicht nur in der Sportlotterie eingesetzt, sondern hat auch Kritkik an der Struktur im Verband geübt. Was ich sehr mutig finde.
    Zum anderen merkt man, dass sie keine Ahnung von Triathlon haben. Sebastion Kienle ist WELTmeister im Ironman geworden.

  • Sabine Effgen sagt:

    Auch wenn es nur ein vierbeiniger Sportler ist und er schwerlich bei einer Gala zugegen sein kann, sollte bei einer derartigen Ehrung Pferde, wie in diesem Jahr Protectionist, der mit dem Melbourne Cup eines der prestigereichsten und wichtigsten Pferderennen dieser Welt gewonnen hat, zumindest Erwähnung finden. Selbst als Danedream den Arc, den Prix de l’Arc de Triomphe, gewonnen hat, ‚DAS‘ wichtigste Galopprennen der Welt (zumindest über die geforderte Distanz) und dies in Paris (also nicht am anderen Ende des Erdballs), keine Reaktion. Alles in allem eine eher traurige Veranstaltung, da einfach zu viele Sportarten keinerlei Aufmerksamkeit und Zuspruch bekommen.

  • Rainer Kröber sagt:

    Ich schließe mich der Argumentation des Artikel-Verfassers vollumfänglich an.
    Schade, dass die Vergabe des Titels „Sportler des Jahres“ so billig abgehalftert wird. Andere sportliche Leistungen in 2014 waren sicher deutlich höher einzuschätzen.

  • Die Bull sagt:

    Deswegen lobe ich mir die Veranstaltung „Champion des Jahres“ von der deutschen Sportstiftung und der Robinson Club GmbH, bei welcher Sportler unter sich ihren Champion wählen! Hier werden zwar „nur“ Sportler olympischer Sportarten in die Auswahl genommen, aber dennoch meiner Meinung nach sehr viel wertvoller als von desinteressierten Journalisten eine Stimme zu bekommen. 2014 hat diese übrigens Eric Frenzel gewonnen!

  • Mark sagt:

    Sehr schöner Artikel!Ebenso hätte man sich auch mal wieder mehr auf den Radsport beziehen können, hier gibt es auch grade aus deutscher Sich einige herausragende Sportler wie John Degenkolb und Marcel Kittel als Sprinter, Tony Martin als Zeitfahrer und Jonas Bokeloh als Weltmeister der Junioren.

  • BernteB sagt:

    wenn es danach geht, wer es verdient hat, diese dämliche auszeichnung zu gewinnen, dann mit sicherheit niemand, der als sportsoldat gegen amateure antritt und der weltweit vielleicht eine handvoll wirklicher wettbewerber um irgendwelche titel hat. von daher sollen diese rand-sportler, die ihre profession ohne den deutschen steuerzahler gar nicht ausüben könnten, mal die backen halten (das gilt für wintersportler genauso wie für die leichtathleten und was man da noch so unter ausschluss der öffentlichkeit machen kann).

    • Frank sagt:

      Null Ahnung von Sport

      Oh, da outet sich aber jemand als Diletant in Sachen Sportkenntnisse. Leichtathletik ist zufällig die Sportart, in der man weltweit (neben dem überbezahlten und gepushten Fußball) mit Abstand die härteste Konkurrenzsituation hat. Gibt es herausragende asiatische, afrikanische oder südamerikanische Radfahrer, Wintersportler, Triathleten, Golfer, teilweise auch Schwimmer…? Genau dies wären aus der Leistungsperspektive die Randsportarten, da sie alle einen hohen technischen bzw. strukturellen Aufwand benötigen. Leichtathletik ist dier Basissportart schlechthin, objektive Leistungsvergleiche inbegriffen (Problem: Doping). Davon abgesehen: Gegen welche Amateure ist denn Robert Harting, der in diesem Jahr in der Tat nicht unbedingt hätte gewählt werden müssen, angetreten? Selbst in Randsportarten gibt es im Spitzenbereich keine Amateure!!

      • BernteB sagt:

        so? wie viel weltklasse-leichtathleten gibt es denn, gegen die robert harting antreten muss? wie viele menschen betreiben denn den sport „diskuswerfen“ professionell und vor allem hauptberuflich? da gibt es weltweit vielleicht ein dutzend.

        und das hat gar nichts mit der komplexität eines sports zu tun oder dem strukturellen aufwand. ausschlaggebend ist die konkurrenzsituation. und da ist es in der leichtathletik nun mal so, dass es einige wenige privilegierte gibt (zu denen auch deutsche sportsoldaten gehören), die gegen weniger privilegierte antreten. kein wunder, dass die privilegierten dauernd gewinnen.

        • Frank sagt:

          Ist das grundsätzliche Kritik am Leistungssportbetrieb?
          Eigentlich ist es ja sinnlos, mit einem offensichtlichen Laien über das Thema zu diskutieren. Ich weiß natürlich nicht, wo und wann aus Ihrer Sicht „Weltklasse“ anfängt und aufhört – ist natürlich ein relativer Begriff. Aber zur Info: die Top 250 der Weltrangliste im Diskuswerfen finden sich unter: http://www.all-athletics.com/current-rankings?evtg=17. Von den hier gelisteten ist keiner ein Amateur, im Übrigen sind alle Kontinente mit Athleten vertreten.
          Natürlich werden Leichtathleten in anderen Ländern auch gefördert, teilweise sogar viel professioneller und stärker als in Deutschland! Hinzu kommt, dass man sich diese Förderung erst einmal durch Talent und harte Arbeit gegen große nationale Konkurrenz verdienen muss! Die Leichtathletik ist schließlich dadurch gekennzeichnet, dass sie als Massensportart einerseits ohne viel Aufwand überall in der Welt betrieben werden kann, andererseits allerdings Leistung jederzeit objektiv messbar ist – was nicht gerade in ist in unserer eventlastigen Gesellschaft und die Felder im Erwachsenenalter schnell ausdünnt. Erst der Spitzenathlet der olympischen Kernsportart wird dann bei uns halbwegs versorgt (Polizei, Bundeswehr, Sporthilfe) – seine Vermarktung muss er selbst betreiben.
          Sicher gehört Diskuswerfen nun zu den Disziplinen in der Leichtathletik, die noch eher weniger Konkurrenz aufweisen (weltweit vielleicht ein paar Tausend Wettkampfwerfer), als etwa der Sprint oder die Langstrecken. Auch hier gilt meine Aussage von der Technik-/Gerätabhängigkeit der Konkurrenzsituation, auch innerhalb der LA. Wer aber der Meinung ist, dass es in der Leichtathletik „einige wenige privilegierte gibt (zu denen auch deutsche sportsoldaten gehören), die gegen weniger privilegierte antreten“, der hat eben einfach keine Ahnung!

          • BernteB sagt:

            muhar, natürlich. die 250 diskuswerfer, die in deiner liste aufgeführt sind, verdienen alle ausnahmslos ihren lebensunterhalt mit dieser sportart… nur weil einer in irgendeiner liste geführt wird, heißt das nicht, dass derjenige den sport als voll-profil betreibt. von den 250 sind vielleicht 5, die gut davon leben können, 10, deren kosten einigemaßen gedeckt werden und 235, die mehr oder weniger drauf zahlen. ganz ehrlich, DU hast keine ahnung von dem, was du da laberst. selbst im tennis ist es so, dass man schon weit in die top 100 vordringen muss, um gutes geld zu verdienen. und jetzt willst du mir erzählen, dass es weltweit 250 professionelle diskuswerfer gibt? ich lach mir ’nen ast, ich unwissender laie.

      • Um eine Frage aus dem Kommentar zu beantworten: Ja, es gibt herausragende Golfer in anderen Kontinenten:

        Asien: Vijay Singh, lange Jahre Weltranglistenerster. Oder Hideki Matsuyama, ein kommender Superstar
        Afrika: Nick Price aus Zimbabwe war einer, in Südafrika gibt es aktuell Unmengen (zugegeben leider aber nur Weiße)
        Australien: Adam Scott, Jason Day und viele die immer wieder für einen Sieg gut sind.
        Südamerika: es gibt Spieler wie Camillo Villegas, die zwischenzeitig mal Spitzenklasse waren, aber das ist tatsächlich die regionale Achillesverse.

        Aber in jeder Leichtathletik-Disziplin hat man das auch. Wieviele europäische Langstreckler gibt es von Weltniveau? Wieviele asiatische oder afrikanische Werfer? Etc.

  • Scholl sagt:

    Oh ja man hatte bei dieser Entscheidung Tränen in den Augen, aber eben nicht Freudentränen wenn die Sportler ihre Werbung präsentieren, oder eben Europameister werden, sondern Tränen der Enttäuschung ob solcher Volldeppen als Journalisten.Ich war einmal Fan dieser Veranstaltung,als man teilweise wenigstens die Entscheidungen noch nachvollziehen konnte, aber DAS ein klares NO GO !

  • Herbert Fritzenwenger sagt:

    Robert Harting kann nichts dafür, dass er gewählt wurde. Die beiden Olympiasieger werden die Wahl verschmerzen. Dass Martin Kaymer so wenig Beachtung findet, wird auch er nicht als das Ende aller Zeiten empfinden. Im Gegenteil, Rang 4 für einen Golfer in Deutschland ist heutzutage eh schon beachtlich. Golf leidet unter dem Image, das sich dieser Sport in Deutschland über 100 Jahre selbst gegeben hat und jetzt jammert, dass er es nicht mehr lost bekommt. Golf ist für mich der geilste Sport der Welt. Ein Sport den man lebenslang von 8 bis 80 ausüben kann. Kein anderer Sport lässt sich so lange auf Weltniveau betreiben wie Golf. Trotzdem wird Golf auch in der Zukunft wenig Beachtung finden. Golf müsste als Hochleistungssport versuchen Emotionen zu wecken und den Menschen die Spannung vermitteln, die zweifelsfrei in diesem Sport steckt. Als TV Format müsste sich Golf in Deutschland völlig neu erfinden. Turniere über 4 Tage mit je mindestens 8 Stunden Spiel bis ein Ergebnis feststeht, wird in der TV-Landschaft wie sie in Deutschland vorherrscht, nie Fuß fassen. Wer dies begreift, hat schon den ersten Schritt in die richtige Richtung getan. Golf bringen wir nur weiter nach vorne wenn wir den Live-Hochleistungssport zu den Menschen in die Städte bringen und Turniere im TV live übertragen können die maximal 90 Minuten dauern. Das wiederum bedeutet uralte Schranken im Kopf einzureißen…….

    • 100% d’accord, Herr Fritzenwenger.

      • rebel sagt:

        Den Versuch Golf schneller und Attraktiver zu machen gab es ja schon mal 2010-11 mit Power Golf. Leider hat sich das überhaupt nicht durchgesetzt.

        Vielleicht wäre es an der Zeit, erst einmal in Deutschland eine vernünftige schnelle Liga aufzubauen. Die DGL ist ja schon mal nicht schlecht als Mannschaftssport.
        Fangen wir Regional an und zeigen wir das es anders geht.

    • Torsten sagt:

      Herr Fritzenwenger, als Präsident des GC Ruhpolding können Sie aber am Image des Goldssports in Deutschland aktiv mitwirken.
      Konnten Sie sich nicht mit HF Consulting stärker beim DGV einbringen ?
      Bei Ihren Erfolgen für die Sympathien des Biathlon können sie doch sicherlich einiges dazu beitragen ?

  • Hallo und guten Morgen.

    Danke für einen gelungenen Artikel und wahre Worte!

    Beste Grüße.

  • Michael sagt:

    Hallo, warum wird bei so einer Entscheidung nicht auf ein Punkte-System zugegriffen? es könnte doch unter Berücksichtigung möglicher Wettkämpfe und Titel im Wettkampfjahr für die Sportarten eingerichtet werden! und damit lägen Fakten auf dem Tisch.
    Gruß und frohe Weihnachten

    • Frank sagt:

      Ein Punktesystem funktioniert eben nicht so einfach bzw. wäre eine Farce. Nach deinen Vorgaben hätten wir jetzt eine Paralympicerin mit ihren 5 Goldmedaillen als Sportlerin des Jahres – wohlgemerkt Goldmedaillen in einer Konkurrenzsituation von vielleicht weltweit 100 Sportlern in ihrer Schadenskategorie! Das würde jegliches Leistungssportdenken ad absurdum führen – und die Leistung sollte doch wohl (neben der Persönlichkeit) eine entscheidende Rolle spielen?!

  • D H sagt:

    Im Grundsatz hat er Recht, jedoch ist für mich Golf keine Sportart. Das einzige was beim Golf mit Sport in Verbindung zu bringen ist, ist Geschicklichkeit. Sorry für mich und zu vielen nicht genug um als Sport aufgefasst zu werden. Außerdem fließen da zu viele Millionen, in einer „Sportart“ wo eh nur Gutbetuchte und Snobs ihren Platz finden werden. So eine Sportart und deren Lobby mit solchen Preisen neu Finanzierungmöglichkeiten zu ermöglichen, ist schlicht weg falsch. So ein Preis soll an Sportler mit Kampfgeist, Siegeswillen und Herz gehen, diejenigen die diesen Sport nicht des Geldes wegen machen. Diese Sportarten und Sportler verdienen es unterstützt zu werden und da fallen alle Hochbezahlten ständig in der Öffentlichkeit zu Heilig gepriesene Sportler ebenso aus dem Raster wie jener erwähnter Golfer. Er soll es mal mit ehrlicher Arbeit probieren.

  • JP sagt:

    Hallo Herr Meyer,
    scheinbar haben sie die Situation der Randsportarten noch nicht erkannt, außer Fußball gibt es bald keine Sportart mehr von der man gut leben kann. Robert Harting ist einer der wenigen die versuchen auch anderen Profisportlern die Möglichkeit zu geben ihre ganze Zeit dafür zu opfern das bestmögliche zu erreichen. Und wenn man irgendeinen Quatsch erzählt das ein EM Titel als Leichtathlet nicht ausreichend ist um Sportler des Jahres zu werden hat keine Ahnung! Zu dem Thema andere hätten mehr erreicht, Felix Loch oder Eric Fernzel werden niemandem böse dafür sein, denn sie wissen es zu schätzen was Robert Harting momentan versucht in Deutschland auf zubauen, denn auch die Rodler profitieren von der Sportlotterie. Da sieht man wieder, das der Golf“sport“ von Lobbyisten regiert wird die es scheinbar nicht nötig haben eine Unterstützung für junge Sportler zu bekommen.
    Allle hier können sich jetzt gerne hierüber aufregen!!!

    • Wenn man schon die Mitleidsschiene fährt: Ob Robert Harting jetzt zwei oder drei Titel Sportler des Jahres hat, tangiert seinen Marktwert nur peripher. Für einen anderen Randsportler wäre es aber eine riesige Möglichkeit gewesen, den Marktwert zu steigern und möglicherweise Werbeverträge abzuschließen.

      Sportliche Leistungen sollten bei einer Sportler des Jahres Wahl immer noch das A und O bleiben, deswegen werden bei den Einspielerfilmchen ja auch nur diese gezeigt. Das andere ist das i-Tüpfelchen bei gleichwertigen Leistungen. Sonst könnten wir uns das gleich sparen und Herrn Harting oder anderen ebenso umtriebigen Sportlern doch jedes Jahr den Preis verleihen. Und ich kann mich nur wiederholen: Die anderen Sportler haben alle mehr als einen großen Titel im Jahr 2014 vorzuweisen. Sei es EM+WM oder Olympiasieg und Gesamtweltcupsieg. Wenn Robert Harting die Weltbestenliste angeführt oder die Diamond League Wertung gewonnen hätte, wäre die Diskussion anders. So aber bleibt es bei einem EM Titel – ohne drei der 10 Weltbesten (Fedrick Dacres, Jorge Fernandez und Andrew Evans).

  • Es gibt in Deutschland kaum einen Sportredakteur oder Sportjournalisten der alle Sportarten im DOSB inhaltlich beschreiben kann. Selbst bei öffentlich sehr bekannten Sportarten müssen im Öffentlich-Rechtlichen schon „Experten“ herangezogen werden.

  • JP sagt:

    Da sieht man doch nur wieder das sich hier jeder jammert das deutsche Sportjournalisten keine Ahnung haben und sich nicht objektiv nach außen verkaufen. Aber warum regen sich Golfer über Leichtathleten auf wenn sie selber keine Ahnung haben. Herr Meyer was sind das denn für Leistungen Dacres (PB 66,75m), Fernandez (PB 66,50m), Evans (PB 66,37m), wenn sie sich ein wenig auskennen werden sie feststellen das man mit den Leistung keine Titel rolle spielt!!! Denn wie sie sicher wissen ist der EM Titel mit 67.01m an Harting gegangen! Es stimmt es sind keine Überleistungen doch Titel ist Titel! Zu dem war der Weltbeste 2014 auch dabei (Piotr MAŁACHOWSKI)! Aber bitte meckert nicht über Sportjournalisten, die angeblich keine Ahnung haben und nicht jede Sportart des DOSB kennen und darüber berichten wenn man selber nur einen sehr begrenzten Horizont hat was Sport angeht und selber nur als Fehrsehzuschauer oder Leser den Mund aufmacht !!

    • Zum Einen geht die Aufregung nicht gegen Leichtathleten sondern gegen Sportjournalisten.

      Zum anderen: Wenn Sie schon der Nummer 5 der Weltjahresbestenliste jede Konkurrenzfähigkeit absprechen, scheint es ja wirklich ein harter Kampf um Titel im Diskuswurf zu sein.

  • JP sagt:

    Mit einer 66m ist man einfach nicht Titelfavorit denn die Spitze kann immer eine 67m werfen. Es war keine starke Diskussaison denn eine tiefe 66m ist keine Überleistung! Die Weltspitze wirft über 69m, ich weiß zwar nicht wie ihre Vorstellung ist doch 3m Weitendifferenz sind zwei Welten besonders bei diesen Weiten!!! Zu dem thema Sportjournalisten, wer meckern kann soll es besser machen!!! Da würden sich hier viele wundern denn bei ihnen dreht sich alles nur um Golf und da eine objektive Meinung im kampf mit anderen Sportarten herzustellen ist sicherlich nicht möglich wenn ich mir die kommentare der Golfer hier durch lese und diese voreingenommene Haltung gegenüber Sportjournalisten sehe…das ist wirklich grausam!!!

  • JP sagt:

    Zu dem Thema Diskus noch hinzuzufügen, die drei Weltbesten sind immer für einen guten Wurf in die Region 69-70m in der lage wenn es der Wettkampf und die Körperlichenverfassung zulässt da fängt der Titelkampf an!!!! Dazu gehört auch Robert Harting!!!! Ubd abschließend er ist Sportler des Jahres und bleibt es!!!Nächstes Jahr können sie ja wieder eine Diskussionsrunde aufmachen wenn es nach ihrer meinung wieder nicht der richtige geworden ist….ich denke diese Gemeinde hier wird solange meckern bis es ein Golfer wird, doch dieser fall wird niemals eintreten. Also wird es ein langer und harter Kampf gegen die deutschen Sportjournalisten!!!

    • Ich weiß nicht, ob Sie den Artikel wirklich gelesen haben, aber der Punkt ist nicht, dass Kaymer nicht gewonnen hat. Aber wenn Sie meinen vollen Stimmzettel haben wollen: Ich hätte so abgestimmt.

      1. Sebastian Kienle (EM und WM in einem Jahr. Zwei Mal absolute Höchstleistung in einem Sport wie Triathlon zu bringen ist unbeschreiblich)
      2. Eric Frenzel (Leider von Krankheit bei Olympia geschwächt sonst wäre es mehr als 1xGold und er wäre Runaway Sieger gewesen)
      3. Martin Kaymer (erster Sportler mit Players, Major und Ryder Cup in einer Saison. Hat nicht mal Tiger Woods geschafft)
      4. Felix Loch (2x Olympiagold, aber die Teamstaffel ist ein Abo-Gold und im Rodelsport ist ein Deutscher Meister Titel ähnlich hart zu erreichen wie ein Olympiasieg)
      5. Patrick Hausding (als erster 3xEinzel-Europameister)
      6. Marcel Kittel (5 TDF Etappensiege)

      All diese Leistungen sind austauschbar in der Platzierung je nach Gusto. Und alle haben eins gemeinsam: sie sind höher einzuschätzen als die des diesjährigen Siegers)

      • SebSwo sagt:

        Offenkundig reichen nicht zwei gute Tage aus, um Sportler des Jahres zu werden -> da sind einige andere Dinge noch gefragt(er) abseits der Wettbewerbe.

        Ob ich dies nun gut heißen soll ? Ich bin kein Sport-Journalist, aber Harting hätte auf meinem Stimmzettel ebenso wenig die Top-10 geschafft als ein gewisser Nico Rosberg.

        1. Frenzel
        2. Kaymer
        3. Kienle
        4. Loch – mit klaren Abstrichen, wenngleich man die Leistung trotzdem honorieren muss. Was kann er denn dafür unter solchen Top-Bedingungen seinem Sport nachzugehen.

        PS: Ich bin sehr gespannt, wenn im Jahre 2020 Max Hopp Darts Weltmeister wird und oben drauf noch die Premier League gewinnt, ob er dann in Vergessenheit gerät oder ob man sich an den Namen erinnert. Wobei -> Sind ja in diesem Jahr Olympische Sommerspiele, da ist die Konkurren riesig. 😉

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