Ein Tag beim Solheim Cup

Anfang des Jahres hatte ich etwas überlegt, ob ich wirklich ein Ticket für den Solheim Cup kaufen soll oder nicht. 2010 beim Ryder Cup bin ich mit Wetter etwas reingefallen. Und Wetter kann man ja nun nicht so weit im Voraus planen. Aber ich dachte mir, man sollte so einen Wettbewerb und damit auch das Damen Profigolf unterstützen, indem man auch mal vor Ort ist. Also bestellte ich für meine Frau und mich ein Ticket für den Finaltag.

Ein Unterkunft hatten wir in Speyer gefunden. Netter Ort und nicht zu weit weg von St. Leon-Rot. Nachdem es am Freitag und auch am Samstag teils sehr stark regnete, hatten wir am Sonntag Glück. Trotz teilweise dunkler Wolken war es trocken und am Nachmittag kam auch oft die Sonne heraus. Die Anfahrt zum Platz war vollkommen problemlos. Wir sind nach Walldorf zu SAP gefahren und nahmen den Shuttlebus zum Club in St. Leon-Rot. Alles wunderbar organisiert. Keine Wartezeit und nach 10 Minuten waren wir vor dem Eingang. Ein großer Unterschied zum Rydercup war, dass man auch Mobiltelefone mit auf das Gelände nehmen durfte. Bedingung war nur, dass man das Telefon leise stellen musste und keinen Blitz nutzen sollte. Meine richtige Kamera mitzunehmen, hatte ich mir nicht getraut. Beim Rydercup in Wales durfte man ja froh sein, dass man eine Regenjacke mit auf das Gelände nehmen durfte, dessen Logo nicht unter den Sponsoren vertreten war… Auch Telefone wurden einem bei der Gepäckkontrolle abgenommen. Das war beim Solheim Cup alles sehr entspannt. Auf dem Gelände sah ich dann sehr viele Besucher (ohne Akkreditierung), die mit einer Spiegelreflexkamera Fotos schossen. Naja. War auch ok nur mit dem Mobiltelefon.

Das Gelände war so aufgebaut, dass man nach dem Einlass erstmal durch den Merchandisebereich geschleust wurde. Dort war am Sonntagmorgen schon fast alles um 50% reduziert. Wer auf so etwas steht, der sollte sofort zuschlagen und seinen Einkäufe zum abholen hinterlegen. Auf dem Weg später zum Ausgang sah es dort aus wie früher am ersten Tag des Schlussverkaufs. Drängelnde Menschenmasse, die sich durch schon recht stark dezimierte Kleidungsstücke und andere Andenken wühlten. Wer es mag…

Als wir dann bei Loch 1 ankamen, stellte sich für mich die Frage, was wir denn nun machen. Die Tribünen an der 1 waren schon voll und die ersten 3 Flights waren schon unterwegs. Wir haben dann kurz geschaut, war Caro Masson aus ihrem ersten verzogenen Drive gemacht hat und haben uns dann längere Zeit an das Grün der 7 gestellt. Das ist normalerweise die 8. Dort konnte man die Spielerinnen beim anspielen des Grüns und das putten beobachten. War ganz interessant. Nur hat kaum eine Spielerin einen Einputt hingelegt. Auch wenn es machmal nur knapp einen Meter war.

Irgendwann hatten wir Hunger und mussten auf Toilette. Da in der Nähe der 8 nichts war und es an der 9 auch zu voll war, machten wir uns auf zu den toll angelegten Tribünen an der 11, 12, 13 und 15. Dort wurden Spiele langsam spannend. Man merkte dort, vor allem an der 15, dass die Spannung stieg. Dort gab es dann auch was zu essen. Leider erlebten wir dort den einzigen kleinen Minuspunkt an der ansonsten ganz grossartigen Organisation vor Ort. Bei uns war der Leberkäse alle… :-( Musste halt etwas anderes verspeist werden. An der grossen Tribünenanlage gab es dann auch mal eine Videoanlage. Da könnte man grob sehen, was woanders los war.

Nach dem Wahnsinnsbirdie von Angela Stanford zum Birdie an der 15 gegen Suzann Pettersen wollten wir diesen beiden folgen, da sich nach unserer Ansicht der gesamte Solheim Cup wohl dort entscheiden müsste. Leider hingen wir etwas hinterher, da wir kaum von der Tribüne runterkamen und dann auch ein Durchgang für uns gesperrt war. Wir versuchten dann noch das Grün der 17 früh genug zu erreichen, konnten aber leider nur den Jubel der Amerikanerinnen von weitem mitbekommen. Obwohl der letzte Flight noch unterwegs war, war das Match für mich damit gelaufen. War dann ja auch so. Also machten wir uns mit vielen anderen auf den Weg zum Ausgang.

Wir warteten noch etwas, bis alles beendet war und wollten uns dann die Closing Ceremony ansehen, die dort im Oktoberfest stattfand und groß beworben wurde. Leider kam keiner hier rein. War  anscheinend voll. Das war etwas entäuschend. Nicht nur für viele Zuschauer, die das vor Ort sehen wollten, sondern auch für viele freiwillige Helfer beim Solheim Cup, die nach anstrengenden Tagen etwas abfeiern wollte. Aber auch die kamen nicht rein. Man entschuldigte sich zwar per Lautsprecher, aber einen negativen Beigeschmack hatte es schon für viele. Das hätte man besser machen können. Es kam einem so vor wie eine geschlossene Gesellschaft.

Die Abreise zum Parkhaus gestaltete sich etwas länger. Was aber normal war bei so vielen Menschen, die heim wollten. Aber es war, wie fast alles andere, toll oranisiert. Es kam ein Bus nach dem anderen. Damit war dann für uns der Tag beim Solheim Cup.

Fazit: Es ist ein interessantes Erlebnis, toller Sport, Spannung und großartige Golferinnen. Stimmung war klasse, wurde aber verständlicherweise zum Ende ruhiger. Wer wirklich Details der Schläge und anderes drumherum sehen möchte, sollte das ganze lieber daheim im Fernseher schauen. Das Event war großartig organisiert und fand auf einem Golfplatz statt, der sehr gut für so einen Wettbewerb geeignet ist.

 

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