Ffestiniog – Der Karglandplatz

Unsere Bewertung

1 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Manchmal spielt man Plätze, die erwartet man einfach nicht. Zu denen gehört für mich der Platz des Ffestiniog Golfclubs. Der Club, der 1893 gegründet wurde, befindet sich im Herzen des Snowdonia Nationalparks in Nordwales. Wir hatten den Platz schon mal 2009 ohne Navi gesucht, aber nicht gefunden. Auch dieses Mal fiel es uns nicht so leicht. Aber mit Ausdrucken aus Google Maps und der Beschreibung auf der Website fanden wir den Platz dann im zweiten Versuch.

Wir kamen gegen 11.00 Uhr an und trugen uns erst mal in das Greenfeebuch ein. Es war natürlich niemand da. Greenfee kam in einen Umschlag und wurde in einen Schlitz gesteckt. Das Clubhaus war klein, hatte aber eigentlich alles, was man brauchte. Ausser einer geöffneten Gastronomie. Nach einiger Zeit fanden wir auch den ersten Abschlag. Leider war dieser aufgrund von sehr vielen Schafen etwas stark von deren Auscheidungen belegt. Aber was soll’s. Irgendwo fand man dann doch einen Platz für den Ball… Loch 1 war ein Par 3 in knapp 140 Meter Entfernung. Eingezäuntes Grün (wegen der Schafe) und das Rough sah harmlos aus. Das täuschte aber etwas, da wir zum suchen unserer Bälle knapp 10 Minuten brauchten… Irgendwann hatten wir das Loch dann geschafft und der beste Score war ein Bogey. Der Rest hatte Scores zwischen 5 und 8… Interessant wurde es dann bei den Par 4. Das Rough änderte sich nicht und so etwas wie ein Fairway (was ich so bezeichne) gab es nicht. Wieder viel suchen und wenig Fairway.

Nachdem das Loch geschafft war (schreckliche Scores), kam dann am übernächsten Loch die Schafskrise. In der Landezone von Loch 3 lag ein Schaf auf dem Rücken, welches lebte und komische Geräusche machte. Was tun? In der Entfernung sahen wir einen Mann auf einem Rasenmäher. Eine von uns dahin und dem Herren das Problem geschildert. Irgendwann kümmerte er sich dann auch um das Tier. Wir waren schon auf dem nächsten Loch. Er kam dann zu uns rüber und sagte: „He’s up!“. Kann ja alles heißen. Wir sahen es nicht mehr. Einer vermutete später „Irish Stew“ als Ergebnis der Behandlung… Man weiß es nicht.

Die Runde zog sich danach auf jeden Fall recht lange hin. Irgendwann hatten wir die 9 Loch dann nach knapp 2,5 Stunden bewältigt. Großartige Landschaft, aber kein Gofplatz, wie wir ihn kennen. So stelle ich mir Golf in den Anfangsjahren im 19. Jahrhundert vor. Alles sehr rudimentär um Grüns herumgebaut. Im ganzen war es aber eine interessante und tolle Erfahrung. Auch das ist nämlich Golf. Ein sozialer Sport, der Menschen zusammenbringt. Der Club ist möglicherweise einer der wenigen Sportvereine im Dorf und hat finanziell sicher Probleme. Im Clubhaus war ein Artikel, dass die Anlage unter anderem von Zuschüssen der Bezirksregierung lebt. Kann ich mir gut vorstellen. Jahresmitgliedschaften kosten auch nur knapp 200 Pfund. Wer also in der Gegend ist, sollte auch so etwas mal gesehen haben. Soll ja auch der höchstgelegene Platz in Wales sein. Und die Aussichten auf die Berge von Snowdonia und die Bucht bei Porthmadog sind phantastisch.

Fazit: Mal was ganz anderes. Aber kein Golf, wie wir es kennen.

Ffestiniog

1 Comment

  • Ana Agle sagt:

    Da kann ich nicht mithalten.., lieber „Reisgolfer“ aber ich finde es toll, wenn ein Golfspieler Plätze sammelt, so wie andere Golfbälle. Also werde ich ihren Blog – wenn sie es mir erlauben, auf meiner Webseite http://www.golf4greyeagles.com anderen Golfspielern empfehlenm bzw.zugänglich machen.
    Grüsse von der „Costa del Golf“
    Ana Agle

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