Für mehr Golfer und weniger Mitglieder!

„Wie modern ist unser Sport?“, fragt das aktuelle Golf Journal auf der Titelseite. „Golf 2.0“ prangt darüber  in dicken Lettern. Eine interessante Frage, die allerdings nicht wirklich beantwortet wird. In dem ausführlichen und lesenswerten Dossier von Stefan Maiwald (der mich auch dazu gebracht hat, das GJ mal wieder zu kaufen) geht es eher darum, wie man den Sport populärer machen kann – und neue Spieler an Golf heranführt.

Maiwald schreibt, dass der Sport zwar rein nach den Mitgliederzahlen in den Clubs wächst, aber leider dieses hauptsächlich bei der älteren Generation stattfindet. Der Nachwuchs stagniert und nimmt teilweise sogar ab. Die Golfclubs brauchen aber neue Mitglieder, um zu überleben. Was in dem Artikel folgt, ist eine ausführliche Beschreibung vieler Maßnahmen, um die Attraktivität des Golfsports zu steigern.

Runden sollen schneller, Plätze einfacher, Regeln simpler und Turniere kürzer werden – das sind, sehr komprimiert, die Anregungen, die Maiwald eingesammelt hat. Alles schöne Ideen, die ich teilweise auch nachvollziehen beziehungsweise unterstützen kann. Jedoch gehen diese Lösungsvorschläge, die hauptsächlich aus den USA stammen, völlig am deutschen Problem vorbei.

Wer glaubt, dass mit einmal der große Ansturm auf die Golfclubs beginnt, wenn der Sport hierzulande einfacher und schneller gemacht wird, der irrt gewaltig. Unser Nachwuchsproblem ist vom Deutschen Golf Verband (DGV) hausgemacht.

Platzreife, Klassengesellschaft bei den DGV-Ausweisen, Verteufelung von Fern- und VCG-Mitgliedschaften – in Deutschland setzen Verband und Clubs alles daran, um potentielle Gäste aus In- und Ausland sowie Neueinsteiger fernzuhalten. Anstatt Greenfee-Spieler aller Art herzlich willkommen zu heißen, werden Schranken aufgebaut. Es hat allen Anschein, als sei man nicht an der Entwicklung des Golfsports in Deutschland interessiert, sondern eher an neuen Mitgliedern, denen man ein güldenes Hologramm verpassen kann. Golf hat im Verband stattzufinden, nicht außerhalb.

Die Argumentation für all diesen Klimbim erschließt sich mir nicht. Allein die Platzreife ist ein erschreckendes Beispiel für die deutsche Golfplatzbürokratie. Angeblich sollen so die Nichtskönner und Etikette-Verächter ferngehalten werden. Funktioniert allerdings nicht, die Pitchgabel-Verweigerer, Golfschnecken und Wasserangler spielen schon seit Jahrzehnten nicht nur bei mir im Club – natürlich mit goldenem Hologramm und Platzreife. Statt einer Prüfung, die eh jeder Pro machen kann wie er will, wäre der konsequente Einsatz von Marshals, die auf dem Platz für Tempo und Ordnung sorgen, sinnvoller.

Absolut kontraproduktiv ist auch die Greenfee-Politik der meisten deutschen Golfclubs. Diese belegen Spieler ohne den richtigen DGV-Ausweis freudig mit Strafzöllen – wenn sie diese denn überhaupt auf den Platz lassen. Dass so mancher Spieler dann einfach grundsätzlich dem Club fernbleibt (und dieser dann überhaupt kein Geld sieht) und diese Aufschläge auch keine tolle Strategie sind, um potentielle Neumitglieder zum Beitritt zu begeistern, merken die Verantwortlichen dabei nicht.

Wie es richtig geht, sieht man in den USA oder in Schottland. Letzteres immerhin das Mutterland des Golfsports. Dort wurde ich bislang kein einziges Mal nach einem DGV-Ausweis, einer Platzreife oder meinem Heimatclub gefragt. Stattdessen musste ich nur die Greenfee über den Tisch schieben – und ab ging es auf den Platz. Ein Chaos gab es deshalb nicht auf den Fairways oder Grüns.

Immer wieder beschweren sich Funktionäre und Clubs über Fern- bzw. Auslandmitgliedschaften. Warum manche Leute diesen Weg wählen, wird dabei nie hinterfragt. Dabei liegt der Grund auf der Hand: Viele Clubs bieten keine vernünftige Alternativen an. Wenn einer mal eine kostengünstige Handicap-Führung ohne volles Spielrecht und mit leicht ermäßigter Greenfee im Programm hätte, gäbe es alleine aus meinem erweiterten Bekanntenkreis jede Menge Interessenten.

Ziel des DGV und der Clubs sollte eigentlich sein, nicht den Sport, sondern den Zugang zum Sport einfacher zu gestalten. Der Weg zum Platz darf nicht zum Hürdenlauf werden. Clubs sollten nicht abschrecken, sondern zum Spielen einladen.

Es ist mir ein Rätsel, warum der DGV nicht einmal seine prall gefüllte Geldschatulle öffnet und zusammen mit den Kommunen eigene 9-Loch-Plätze errichtet. Diese Public Courses sollten nicht nur günstige Greenfees für Jedermann anbieten, sondern auch Schulen und klassischen Sportvereinen, die Möglichkeit zum Spielen bieten. Weiterhin könnte der Verband einen Premium-Course bauen, der als Austragungsort für Profi- und wichtige Amateurturniere taugt. Vielleicht sogar für den Ryder Cup.

Im GJ-Dossier findet sich übrigens auch ein sehr gutes Interview mit dem PR-Agenturinhaber Mirko Lange. Hier wird wunderbar Klartext gesprochen. Golf habe noch immer das „Schickimicki“-Image, einen Kaymer-Effekt gebe es nicht, dafür aber ein riesiges Kommunikationsproblem. Volksnah ginge anders, lautet ein Fazit. Recht hat der Mann.

Ziemlich peinlich ist allerdings, dass nur ein paar Seiten weiter Alois Hartl zu Wort kommen darf. Dieser ist Präsident des Golf Resort Bad Griesbach, gern gesehener Anzeigenkunde und laut Golf Journal ein Herr, der „maßgeblich zur Popularisierung des Golfsports in Deutschland beigetragen hat“. Hartls Statements beweisen mir das Gegenteil.

Der bayrische Zampano freut sich darüber, dass bald 25 Prozent der Bevölkerung über 60 sein werden – und damit neue Kundschaft kommt. Außerdem wünscht er sich mehr Sozialprestige für den Sport und festlichere Siegerehrungen. Regeln seien nicht wichtig, an die halte sich schließlich eh niemand. Und warum so wenig junge Menschen Golf spielen, das weiß Herr Hartl auch: Es gibt halt keine Hüttengaudi wie beim Skifahren.

Vielleicht sollte mal jemand dem Alois sagen, dass er ganz maßgeblich Teil unseres Problems ist.

26 Comments

  • Mirko Lange sagt:

    Liebe Grüße, habe jetzt auch Golfnerd auf Facebook geliked 🙂

  • Chapeau! – diesmal ohne Ironie. Die von Ihnen, sehr geehrter Kollege Krick, angeführten Missstände bringen es auf den Punkt.

    Das Hauptproblem im deutschen Golf ist der Verband selbst. So wie bei der Redensart vom geruchsintensiven Fisch und seinem Kopf. Dazu die Strukturen und die Unternehmenskultur so mancher Anlage (wobei keineswegs nur vereinsmeiernde Clubs gemeint sind). Und nicht zuletzt die aus alldem resultierenden, oft erschreckenden Attitüden zu vieler Golfer – frei nach der Devise: Denn sie wissen nicht, was sie tun.

    Aber woher auch: Wie der Herr, so’s Gescherr …

  • Dirk sagt:

    Sehr gute Analyse! Das Problem ist doch eben, dass es keine Möglichkeit gibt, kostengünstig sein Handicap verwalten zu lassen und nur ab und zu mal zu spielen. Meine Freundin hat neulich ihre Platzreife gemacht, und wir konnten dann auf dem Platz, wo sie die gemacht hat, genau noch einmal spielen. Danach nur noch mit offiziellem Ausweis. Da sie aber weder Führerschein noch Auto hat, geht das nur, wenn ich auch spiele, und ich bin auch oft unterwegs, so dass es sich eine Vollmitgliedschaft irgendwo überhaupt nicht lohnt. Tja, und genau das führt dann dazu, dass eben nicht gespielt wird.

  • Heiko des Nerds persönlicher Graphologe sagt:

    Na ich weiß nicht so recht, ich denke, wer spielen möchte der findet einen Weg – auch einen Kostengünstigen.

    Warum findet man denn immer weniger Clubs mit Astronomischen Aufnahmegebühren? Weil weniger Leute bereit sind diese zu zahlen und es eben Wettbewerb gibt. Aber auch freie günstigere Plätze müssen sich rentieren, denn niemand wird diese aus Dienst am Volk betreieben. Ein Platz zu bauen und vor allem zu Pflegen kostet schlicht Geld und womit verdiene ich das? Durch Mitglieder oder Greenfee..Das Einzige was neue Plätze bewirken ist doch ein, und das auch nur bei Entsprechnder Qualität des offenen Platzes, dass es zu einer Preissenkung durch Wettbewerb kommt (kommen kann)- was im zweiten Schritt Verdrängung von GC bedeutet und es sich iwann „gesundschrumpft“.
    Offene Plätze sind ein tolle Idee – aber kein „Nicht-Golf-Interessierter“ wird sagen oh da ist ein Golfplatz ich fange nun an mit golfen.
    Mittlerweile haben zig Clubs Schnupperkurse / Tage die teils kostenlos oder für eine geringere Gebühr als sie bei offenen Plätzen zu entrichten ist im Programm, wer es testen will und interesse hat der kann es auch bei einem solchen Angebot probieren.
    Es ist doch viel mehr so, dass das Grundinteresse an diesem Sport geweckt werden muss, die positiven Seiten aufgezeigt werden. Es ist absolut irrelevant ob das Spiel schneller, einfacher oder unelitärer wird. Wichtig ist zu zeigen wie toll Golf sein kann und darüber das Interesse zu wecken.

    • Denis Krick Denis Krick sagt:

      Offene Plätze sind eine tolle Idee – und nichtspielende Golf-Interessierte werden diese nutzen. Jede Wette.

      In meinem Posting geht auch nicht hauptsächlich um neue Clubs (mit Ausnahme der Aufforderung an den DGV mal ein Public-Course-System ins Leben zu rufen), sondern um einen Abbau an Bürokratie sowie um mehr Flexibilität bei den Mitgliedschaften. Es ist ein Trugschluss, dass nach dem Schnupperkurs plötzlich alle eine volle Mitgliedschaft wollen.
      Mit einem Testtag ist es nicht getan. Was spricht denn konkret gegen einen Mitgliedschaft, die nur eine Hcp-Verwaltung beinhaltet und einen kleinen Rabatt bei der Greenfee gewährt? Nichts.
      In den USA funktionieren Public Courses und Private Courses einwandfrei. Und wenn es in Schottland problemlos möglich ist, auch ohne Heimatclub oder DGV-Ausweis abzuschlagen, warum geht das dann nicht bei uns?
      Es geht nicht darum, das man billig spielen kann, sondern das man unkompliziert spielen kann.
      Ein wenig mehr Wettbewerb würde weiterhin dazu führen, das mancher Club mal Service und Angebote überdenkt. Kundenorientiert sollten sich diese verhalten.

      • Denis Krick Denis Krick sagt:

        Und unser Club ist da ganz weit vorne. Sonst hätte ich da vor Jahren nicht eintreten können. In diesem Sinne: Danke Lampe!

  • the rambler sagt:

    Die Vorurteile gegenüber Golf werden vor allem von der nicht spielenden Bevölkerung aufrecht erhalten. (Wenn ich da nur an die Sportskameraden aus dem „Haus der Lügen“ denke…). Solange es kein grünes Licht für Graugolfer gibt, wird es nie etwas hierzulande. Wenn ich Golf spiele, möchte ich frei sein. So frei wie möglich und kein Korsett eines Clublebens oder Verbandsregulariums tragen müssen. Die Clubs sind doch alle eingetragene Vereine (e.V.). Wenn sie lieber unter sich bleiben wollen, dann bitte privat und mit einer ordentlichen Steuererklärung. Reclaim the Game!!!

    • Denis Krick Denis Krick sagt:

      Reclaim the game… wäre ne schöne Überschrift geworden. Wir sehen uns am Samstag, Rambler! Ich erwarte eine Barstool-Lesson.

  • Sehr schöne Zusammenfassung der Situation. Aber ganz ehrlich habe ich die Hoffnung fast aufgegeben. Zu viele alte, mächtige Männer, die sich kaum bewegen…

  • Toller Artikel, Denis, sprichst mir aus der Seele. Als GJ Abonnent war ich schon positiv überrascht über den Artikel, bei näherem Hinsehen geht er dann aber auch nicht weit genug bzw. kommt nicht zum Kern des Problems.
    Und du hast mit allem Recht in meinen Augen, nur durch neue Spielsysteme, kürzere Plätze, langsamere Bälle, größere Löcher kommen auch nicht mehr Leute zum Golfsport wenn die Eingangshürden und das elitäre Gehabe der Mehrheit der Mitglieder aufrecht gehalten wird.
    Dass es ein schwerer Sport ist, der herausfordert und eben nicht jeden Tag Birdies fallen am laufenden Band finde ich gar nicht so schlimm, im Gegenteil, das spornt mich eher an. Auch wenn der Anfang natürlich schwer und frustrierend war, aber die Technik ist weiter und alles wird ein wenig einfacher. Ich habe mein 2er-Eisen jetzt zum Beispiel schon lange nicht mehr gespielt 🙂
    Ich weiss zu wenig über den DGV um mir ein Urteil darüber zu erlauben, doch von außen sieht es tatsächlich wie ein träges, altes Organ eines aufstrebenden Sports aus – so wie ein Rhein-Ausflugsdampfer mit Blaskapelle, Kaffee und Kuchen auf dem 500 junge Leute sind um ihren Spaß zu haben… funktioniert nicht.
    Ich habe mich mit meiner Fernmitgliedschaft in den letzten Jahren auch wie ein Golfer zweiter Klasse gefühlt, öfter kräftig draufgelegt und viele Plätze am Wochenende nicht spielen können, von den bösen Blicken im Clubsekretariat mal ganz abgesehen. Ich denke, wenn es wirtschaftlich und auch gesellschaftlich akzeptiert wäre, derartigen Greenfee Spielern den Kontakt zu Clubs und deren Mitgliedern zu erleichtern, ist der erste wichtige Schritt gemacht. Bezug zum Sport und regelmäßiges Spielen ist gerade am Anfang immens wichtig, ansonsten ist die Abbrecherquote einfach zu groß. Wer kostengünstig in sympathischer Umgebung regelmäßig zum Spielen kommt, der kommt auch wieder und wird vielleicht irgendwann zum Mitglied. Und selbst wenn nicht, regelmäßige Greenfee Spieler geben nicht selten genau so viel für ihren Sport aus wie andere, sie nur flexibler und verteilen die Gebühren auf unterschiedliche Clubs. Das schafft Wettbewerb und der schafft in der Regel ein Bewusstsein für stetige Verbesserung und Kundenfokus.
    Noch ganz kurz zum Vorschlag der offenen 9-Loch Golfplätze. Für Anfänger finde ich das alles toll, stadtnah, schnell und einfach, ohne großen Barrieren-Schnickschnak. Nichtsdestotrotz kann ich mir als langjähriger Spieler nichts schöneres vorstellen als ein toll gepflegter 18-Loch Platz irgendwo im Grünen, kein Auto weit und breit, kein Flugzeuglärm, vielleicht sogar Aussicht aufs Meer… traumhaft. Dass dies nur mit ganz anderem finanziellem Aufwand zu stemmen ist, wird jedem klar sein. Aber das Beispiel Großbritannien zeigt, dass sogar derartige Plätze ohne Mitgliedschaften auskommen und nur gegen Greenfee bezahlt ordentlich verdienen können – und das bei dieser Vielzahl von Plätzen und damit potenziellen Wettbewerbern.
    Gruss aus London, Alex.

  • Mark sagt:

    Vielen Dank, Du bringst es auf den Punkt.
    Leider stellen immer mehr Clubs in meiner Umgebung auf den Hologramm Klassenunterschied um.
    Statt Mindest-Handicap nun Rabatt für Gold und Silber, aber nein nicht Aufschlag, sondern doppelter Preis für VcG und Fernmitgliedschaften.

    Wenn man nur 10-20 mal im Jahr golft, ist man in Deutschland gearscht.

    Hoffentlich kommt das oben mal an!

  • Dennis Born sagt:

    Guter Beitrag dem ich so zustimme, obwohl ich selbst nicht davon betroffen bin.

    Ich golfe in Mecklenburg-Vorpommern und nutze so eine von Dir angesprochene Mitgliedschaft mit eingeschränktem Spielrecht und kleinem Greenfeerabatt. Für mich würde sich eine andere Mitgliedschaft derzeit einfach nicht lohnen.

    Ich kann aber von Glück reden, dass der „Hologramm-Wahn“ bei uns noch nicht ausgebrochen ist. Er wird auch nicht passieren. Das liegt meiner Meinung nach an der schwachen Mitgliederstruktur im Flächenland und der betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit für die Clubs (bis auf ganz wenige Ausnahmen) Greenfeespieler mit Kusshand zu empfangen.

    Auch hier gibt es einige Clubs, die nicht nach Clubmitgliedschaft oder Platzreifebescheinigung fragen. Frei nach dem Motto: Pay and Play!
    Auch wenn aus der Not heraus geboren, ist M-V was das angeht ein gutes Beispiel für ganz Golf-Deutschland! 🙂

    Weiter so!

  • In meinen Augen liegt das größte Problem, dass es keinen Nachwuchs gibt, immer noch im elitären Gehabe der meisten Golfclubs und Golfer. Wofür es eigentlich heutzutage keinen Grund mehr gibt, denn die Golfmitgliedschaft ist mittlerweile günstiger als die Mitgliedschaft in einem Fitness-Club oder Tennisverein.

    Thomas

  • rebel sagt:

    Danke für den Artikel und schön das ich nicht der einzige Rufer in der Wüste bin.

    Ich habe da auch mal meine 2ct zum Thema dazu geschieben:
    http://golfnachrichten.blog.de/2012/08/23/sieht-zukunft-golf-deutschland-14595976/

    bis denne
    rebel

  • Thomas sagt:

    Hallo Denis, ich bin ganz deiner Meinung. Golf ist für die ältere wohlhabendere Bevölkerung ausgelegt und so werden die Hürden so angesetzt, dass man unter sich bleibt. Wer glaubt den wirklich dass Mitglieder, die vielleicht noch 8-10t€ für eine Spielberechtigung gezahlt haben, offen sind für neue Mitglieder, die vielleicht nur noch einen Bruchteil zahlen und dann noch mit einem CRANE-Ball spielen? ;-).
    „Wo kommen wir denn dahin?“ habe ich in meinem alten Club schon von einigen „betuchten“ Mitgliedern gehört, die sich selbst wenig um Etikette scherten.Zumindest einige Clubs bieten zwischzeitlich Monatsmitgliedschaften und Feierabendgreenfees an, so dass zumindest die Einstiegshürde in den Club nicht so hoch ist.(Es muss sich bei der Alterspyramide zwangsläufig was tun!!) Als junger Familienvater mit 2 Kindern und wenig Zeit bleibt mir nur die Möglichkeit mit Fernmitgliedschaft und Feierabendgreenfee kostengünstig auf die Runde zu gehen; das finde ich persönlich ok. Ohne die Fernmitgliedschaften wäre das einfach nicht möglich.

    Gruß
    Thomas

  • rebel sagt:

    @Thomas

    das schlimme ist ja, das man überhaupt eine Mitgliedschaft benötigt um Golfen zu „dürfen“ allein das ist schon mal komplett falsch.
    Aber da muss sich in der ganzen Golflandschaft noch viel tun. Nicht nur Verband und Clubs, auch Golfer müssen sich ändern.
    Wenn man in manchen Golfforen dann liest – „…ich würde lieber doppelten Mitgliedschaftsbeitrag zahlen, als mit jedem auf die Runde zu müssen…“

    @Denis
    es muss viel mehr kleine und vor allem offene Golfplätze geben für Kurze Runden und eben auch für Einsteiger.

    Ich bin froh, das unser Ort uns damals unterstützt hat – als ich damit kam die Fläche zu einem „Cross-Golfplatz“ umzugestalten. Mittlerweile wird mit dem auch geworben und es kommen jede Menge Spieler die auch mal 50km fahren um hier Greenfee frei golfen zu können.

  • Genaro sagt:

    Meiner Meinung nach kann Golf in Deutschland kein Massensport werden.Gründe dafür liegen klar auf der Hand.
    Grundstückspreise sind in D.sehr hoch,da wir leider über zu wenig freie Flächen verfügen.
    Plätze bedürfen intensiver Pflege und daraus rekrutieren hohe Personal- Wasser und Maschinenaufwandskosten.Wenn man dies alles berücksichtigt, ist ein Greenfee unter 50€ kaum zu realisieren.Dazu kommt,wer nicht ausserordentlich talentiert ist, muss mindestens zweimal wöchentlich spielen und ordentlich in Trainerstunden investieren,die es ja auch nicht umsonst gibt.Ziel sollte sein ,den Sport so zu erlernen,dass man in der Lage ist eine Golfrunde in angemessener Zeit spielen zu können.Oder hat jemand von euch Lust,ständig hinter einem Heer von Hackern 6 – 7 Stunden über den Platz zu laufen.Nun, welcher durchschnittlich verdienende Berufstätige hat die Möglichkeit sich diesen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand zu leisten? Übrigens eine Jahresspielgebühr unter 1500€ auf einer 18 Loch Anlage ist in unserer Umgebung nicht angeboten. Damit sind wir im Vergleich zum Tennisklub 450€ doch recht weit entfernt.Und nun zum Schluss noch, werft mal einen Blick in euer Golfbag,wieviel tausend Euro sind denn darin versteckt, inklusive Regenkleidung Schuhe etc.
    Gruß Genaro

  • Bernd Holm sagt:

    Guter Artikel!
    Meine Ergänzungen:
    Die, die unter sich bleiben wollen, wird es immer geben, das ist legitim. Sollen sie doch…
    Ansonsten kosten Golfplätze ne menge Unterhalt und wer die Greenfeespieler schlecht behandelt, hat wenig davon.
    Dort, wo es genug Plätze gibt, eröffnen sich auch leichtere Zugangsmöglichkeiten. Beispiel Berlin und Umland.
    Platzreifekurse für 99.- (je weniger die kostet, desto eher kann ich sie akzeptieren, man will ja nicht, dass absolute Beginner einfach so über den Platz ziehen dürfen),
    DGV-freie Golfclubs mit Handicapführung und ausgewachsenem Turnierprogramm (z.B. GSV Albatros für 65.-/Jahr). Für Berliner/innen gibts also keinen Grund zu jammern.
    Trotzdem – auch beim GSV Albatros ist die silver Generation dominierend. Golf ist nunmal ein prima Seniorensport! Nachwuchs gewinnt man am besten durch Schulkooperationen und Mitgliedsstipendien für junge Talente.
    Ansonsten: locker bleiben und den elitären Clubs einfach fernbleiben.

  • Klaus Trusheim sagt:

    Ich verstehe die die ganze Diskussion nicht. Es gibt doch genügend öffentliche Anlagen in Deutschland, auf denen jeder spielen kann, wenn er denn will. Warum sind das denn keine 18-Loch-Plätze? Genau, weil man einen solchen Platz nicht aus öffentlichen Mitteln finanzieren kann. Allein die Pflege eines 18-Loch-Platzes verschlingt pro Jahr nahezu einen siebenstelligen Betrag. Wer da glaubt, die Golfclubs erheben Mitgliedsbeiträge von EUR 1.500,-/Jahr, damit die elitäre Gesellschaft unter sich bleibt, der hat, mit Verlaub, keine Ahnung. Dieses Geld wird benötigt, um den Platz in einem tadellos bespielbaren Zustand zu halten. Und daran wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Nur beim Golf gibt es immer wieder diese Diskussionen. Haben Sie mal einen Reiter gehört, der sich beschwert, dass nicht an jeder Ecke ein Pferd für ihn bereit steht, wenn er gerade mal ein wenig reiten möchte? Oder einen Segler? Aber ich muss schon zugeben, dass ich bestimmte Leute gar nicht in unseren Club haben möchte, nämlich die, die meinen alles umsonst oder zum Schnäppchenpreis bekommen zu müssen. Die braucht man nicht wirklich.

    • Denis Krick Denis Krick sagt:

      „Aber ich muss schon zugeben, dass ich bestimmte Leute gar nicht in unseren Club haben möchte, nämlich die, die meinen alles umsonst oder zum Schnäppchenpreis bekommen zu müssen. Die braucht man nicht wirklich.“ Wer hat hier was nicht verstanden???

  • carstue sagt:

    „Aber ich muss schon zugeben, dass ich bestimmte Leute gar nicht in unseren Club haben möchte, nämlich die, die meinen alles umsonst oder zum Schnäppchenpreis bekommen zu müssen. Die braucht man nicht wirklich.“

    Wird sich noch zeigen, ob die „klassischen“ Clubs diese bestimmten Leute nicht doch noch irgendwann einmal brauchen werden.

    Davon abgesehen ist es aus meiner Sicht aber geradezu grotesk, was viele dieser “klassischen“ Clubs veranstalten. Mein achtjähriger Sohn beispielsweise, mit dem ich gelegentlich im Garten auf dem Sportplatz oder auf Wiesen spiele, hat Spaß am Golfspielen, stellt sich sehr geschickt an und würde ganz gerne am Kindertraining in einem Golfclub teilnehmen.

    Und wie reagieren die Golfclubs in meiner ansonsten eigentlich recht schönen Heimatstadt darauf? Wenn Sohnemann das will, müssen Papa oder Mama Mitglied werden. Und wenn Papa und Mama das nicht wollen, weil sie nicht bereit sind, den Gegenwert eines VW Golf als Gebühr für die Aufnahme in einen Verein Extremhochnasiger zu zahlen und Ihnen die Fernmitgliedschaft bei ihrer knappen Zeit für das gelegentliche Spielen vollkommen ausreicht, hat Sohnemann halt Pech gehabt.

    Sicher, sowas ist heute Gott sei Dank nicht mehr die Regel. Was aber wenig tröstlich es, wenn man gerade in einer Stadt wohnt, wo das doch noch so läuft und nicht die Zeit oder Lust hat, sein Kind in die Nachbarstadt zu fahren.

    Für den Aufbau solcher Hürden gibt es wohl nur einen objektiven Grund: man möchte gerne unter sich bleiben. Was dann wohl bei der Vielzahl der heutigen Freizeitangebote wohl auch gelingen wird. Ob das allerdings im Sinne des Golf als Sport ist, wage ich zu bezweifeln. Aber darum geht es vielen der Mitglieder in den “klassischen“ Golfclubs ohnehin allenfalls sekundär.

  • Motzki sagt:

    Die Auslegung der Regeln erfolgt nach den Standards der Profis und zwar für jeden Hacker. Einfachere und überschaubare Regeln der Vernunft würden den Schrecken vorm Golf und den permanent vorhandenen alles wissenden Klugscheißern nehmen.

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