GC Adamstal

Unsere Bewertung

8 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Wer noch nie in Österreich zum Golf spielen war und sich beim ersten Besuch überlegen muss, wo er denn spielen soll, wenn er nur Zeit für zwei Plätze hat, hat es schwer. Dieses Problem hatte ich, als ich eine Tour durch Mitteleuropa mit ein wenig Golf verbinden wollte. Eichenheim war für mich durch den Architekten Kyle Phillips (u.a. Kingsbarns) gesetzt. Aber wohin noch? Fontana schien mir übertrieben teuerm und die Gegend um Salzburg wirkte auf den ersten (zu kurzen) Blick auch nicht attraktiv. Ein befreundeter Golfer gab mir dann den Tipp Adamstal, den er zu seinen Favoriten zählt.

Den Platz in Adamstal hätte es ohne Franz Wittmann wahrscheinlich nie gegeben. Franz Wittmann ist der erfolgreichste Rallyefahrer Österreichs und ein leidenschaftlicher Golfer. Zudem war er für einige Jahre Präsident des Österreichischen Golfverbands. Eine kleine Gemeinsamkeit (außer Golf) habe ich auch mit ihm. Seinen einzigen WM-Lauf gewann er mit einem Lancia Delta. Den fuhr ich auch schon mal.

Der Kurs in Adamstal liegt in absoluter Abgeschiedenheit. Auf dem Weg dorthin denkt man irgendwann, nun kann doch nichts mehr kommen. Aber irgendwann sahen wir doch das Clubhaus… Von dem Platz ist von der Straße aus erst einmal nichts zu sehen. Vom Clubhaus zum ersten Loch ist eine kleine Wegstrecke zurückzulegen. Dort beginnt es mit einem relativ einfachen Par 4. Dann geht es über die Straße und der richtige Spaß beginnt. Es ist fast nicht vorstellbar, aber Architekt Jeff Howes gelang es, einen optisch spielerisch ansprechenden Platz in das malerische Gebirge südlich von St. Pölten zu bauen.

Aus den guten Löchern ragten für mich diese heraus:

  • Bahn 2 (nettes, kurzes Par 4, bei dem Schlag 2 fast blind zu schlagen ist)
  • Bahn 7 (der Name Green Monster sagt alles…)
  • Bahn 13 (kurzes Par 4 mit relativ enger Landezone für den Drive)
  • Bahn 17 (mittellanges Par 4 mit der spektakulärsten Aussicht)

Auch sehr schön war die Halfwayverpflegung. Dort saß in der Hütte Mutter Wittmann und empfing die Gäste. Es gab ein Getränk und eine unglaubliche Wurstbrotplatte zur Auswahl. Bezahlt wurde nach Lust für die Jugendkasse. Anscheinend habe ich zuviel gegeben. Frau Wittmann kam sofort an und bot mir noch Getränke für die Restrunde an… Witzig ist übrigens auch, dass es in Adamstal 19 Löcher gibt. Nach der regulären Runde kommt auf dem Weg zum Clubhaus noch ein Par 3, welches sicher bei einigen anderen Plätzen das Signature Hole wäre. An diesem Extra-Loch können die Flights ihr Stechen ausspielen oder noch einen letzten Zock durchführen.

Da der Club nicht direkt an den üblichen Verkehrswegen liegt, ist es für Golftouristen ganz angenehm, dass es auch Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Zusammen mit einem Zimmer kann man dann auch etwas bei den Greenfees sparen.

Fazit: Da lohnt sich der Umweg!

P.S.: Bevor wieder berechtigte Kommentare kommen. Ja, auch hier sind die Wege vom Grün teilweise recht weit. Und manchmal auch recht hoch… Es hat mich dieses Mal aber nicht so auffällig gestört.

7 Comments

  • Christian sagt:

    Bei der 13 und der 19 hast Du die Par Angaben unterschlagen? Vertipper?

  • Christian sagt:

    Ach ja, und ehe ichs vergesse: Geile Fotos! Gibt es da noch ein ausführlicheres Picasa Album zu?

  • Norman sagt:

    Ich kann den Platz auch nur wärmstens empfehlen. Wir sind dort um 9:00Uhr gestartet. Da gabs für die 65 Euro Greenfee noch ein Frühstück inklusive… und natürlich die riesige Halfwayverpflegung bei der Schwiegermutter… 🙂 Auf jeden Fall das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, was ich golftechnisch erlebt habe. Ich komme sicherlich nicht auf Deine Anzahl gespielter Plätze, aber in meinem immerhin auch mittlerweile dreistelligen Portfolio ist Adamstal auf Platz 2 geschossen. Auf jeden Fall eine Reise wert!
    Ich könnte allerdings kein Loch raussuchen. Ich fand alle grandios.
    LG

  • Norman sagt:

    wer auf der 7 ein Birdie spielt bekommt einen Greenfeegutschein! Ich hatte ne 8 🙂

  • Thomas Köhler sagt:

    Wir waren gestern dort – ich kann denn Kommentar vollkommen zustimmen. Eigentlich bin ich kein Cart-Fan, aber in Anbetracht der noch bevorstehenden Rückfahrt nach D haben wir uns eins gegönnt. Und es hat sich gelohnt – 650 Höhenmeter und fast 10,5 km Wegstecke ist für mich Flachlandtiroler nicht ohne. Der abstecher hat sich aber auf jeden Fall gelohnt – der GC Adamstal ist einer meiner Lieblingsplätze geworden. Neben Deinen Angaben wollte ich noch folgende Punkte ergänzen:

    – die Grüns waren sau-schnell (Stimp >10) und unheimlich treu
    – übernachtung hat pro Person 119 Euro gekostet (inkl. Greenfee + Cart + Greenfee für den 9-Loch-Platz)
    – der 9-Loch-Platz auf der anderen Seite des Berges ist nicht minder spektakulär und ebenfalls perfekt gepflegt (lohnt sich als kleine Einspielrunde für den großen Platz)

    Der Umweg und Stop im Adamstal lohnt – die Plätze ist ein echter Tipp!!!

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