Golf- u. Countryclub Seddiner See

Unsere Bewertung

7 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Als Reisegolfer muss man ja jede Gelegenheit nutzen, um neue Plätze kennen zu lernen. So haben wir dann einen Besuch bei Freunden in Berlin über Pfingsten mit einer Runde auf einem netten Platz verbunden. Die Top-50 Liste bietet ja 5 Plätze im Grossraum Berlin. Meine Wahl für dieses Mal fiel auf den Südplatz des GCC Seddiner See. Nachdem wir von Hamburg kommend wunderbar durchkamen, kam mir die Gegend, nachdem wir die Autobahn verlassen hatten, recht luxuriös vor. Kurz nach der Abfahrt, den Schildern (oder dem Navi) folgend, waren wir mit einem Mal in einer Villengegend, die wir so dort nicht erwartet hätten. Grob aufgebaut wie ein Golf Development in den Staaten, war dort eine Luxusvilla neben der anderen. Als wir nach kurvenreicher Fahrt endlich das Clubhaus erreicht hatten, waren wir schon etwas beeindruckt. Da hat jemand richtig Geld investiert. Ein schönes, grosses Clubhaus, welches ein wenig an ein modernes Gutshaus erinnerte. Hufeisenförmig angelegt mit einer sehr grossen Terrasse. Es machte schon einen recht noblen Eindruck. Am Sekretariat wurden wir nett empfangen und nach Zahlung des Greenfees ging es dann erstmal auf die Range.

Der Club hat 2 Plätze. Den Nord- u. den Südplatz. Den Nordplatz designte Rainer Preißmann und beim Südplatz liess man sich dann nicht lumpen. Da wurde dann mal eben Robert Trent Jones II engagiert. Der hat ja nun auch seinen Preis. Soweit ich erfahren konnte, ist dies auch der einzige von ihm entworfene Platz in Deutschland. Weltweit hat er bisher ca. 200 entworfen. Das ist schon eine ganze Menge. Das liegt ihm sicher im Blut. Über seinen Vater gibt es den Spruch, dass die Sonne auf einem von ihm designten Kurs niemals untergeht . Daddy hat ca. 500 Kurse auf seinem Konto. Das ist dann schon eine Hausnummer. Was wohl der Sohn vom Junior später mal beruflich machen wird…?

Nun aber zum Platz. Es handelt sich um einen Standard Par 72 Platz, der mit 6046 Metern von Gelb (5514 von Rot) auch machbar ist. Was einem auf den ersten Blick auffällt, ist die Masse an Bunkern. Vielleicht durfte der Junior in seiner Kindheit nie in einen Sandkasten und hat später diese Defizite bei der Golfplatzarchitektur ausgelebt. Wer weiss? Auf jeden Fall sind dort enorm viele Bunker. Schaut einfach mal bei Google Earth. Dann wird der Leser wissen, was ich meine. Ich habe nicht genau gezählt (wollte ja auch spielen), aber an die hundert werden es wohl sein. Nicole und ich nannten die Bunker wegen ihrer Form später immer Kleeblattbunker. Der Leser kann sich vielleicht vorstellen, was ich damit meine. Es war auf jeden Fall beeindruckend und bleibt nachhaltig im Gedächtnis.

Vom Design her fand ich den Platz recht gut. Er war gut in die Landschaft eingefügt und er ist für Spieler von verschiedener Spielstärke spielbar. Die Mischung passte. Die Par 3-Löcher waren gut und die Par 4 Löcher waren von der Länge her ausgewogen (lange und kürzere) und die Par 5 Löcher waren ganz nach meinem Geschmack. An einem guten Tag konnte ich als Shorthitter mit 3 Schlägen aufs Grün kommen. Und das ist doch schon was Feines für einen wie mich.

Was dort auch gut gelungen war, ist die Symbiose aus Golfplatz und der Natur. Wenn man nach Loch 1 hinter dem Wäldchen verschwunden ist und das Clubhaus nicht mehr sieht, dann kommt man sich etwas vor wie in einem Naturschutzgebiet. Man hatte auch einige Stangen mit „Sitzplatz“ für anwesende Raubvögel aufgestellt. Diese haben wir leider nicht entdeckt. Beobachtung von meinem Spiel war vielleicht nicht ganz oben auf der Agenda der lieben Vögel. Aber was soll’s. Ich kann mir gut vorstellen, dass Tiere sich hier sehr wohl fühlen. Für seine Bemühungen wurde der Club vom DGV sogar mit einer Goldurkunde ausgezeichnet.

Das spielen auf dem Platz war also eine echte Freude für mich. Der Platz kann locker mit Topplätzen in UK mithalten. Ob ich dort aber Mitglied werden möchten weiss ich nicht. a) etwas weit weg und b) preislich nicht ganz meine Liga. Aber gespielt haben sollte man den Platz schon, wenn man architektonisch interessante Plätze in schöner Umgebung mag.

Fazit: Sehr schöne Platz. Sollte man mal spielen. Soviele Robert Trent Jones Plätze haben wir nicht

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