Gut Kaden

Unsere Bewertung

3 Linksgolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Wenn man nach Gut Kaden kommt, fallen einem zuerst zwei Dinge ins Auge: eine riesige Tafel mit Daten und Namen der großen Turniere, die hier stattfanden und das noch gigantischere Logo des ehemaligen Hauptsponsorns und Eigentümer des Clubs. Ganz klar: Hier zehrt man vor allem vom Renommee, dass man sich durch die Players Championship erworben hat, die weltweit im Fernsehen zu sehen war. Wenn man ketzerisch sein will, könnte man sagen: Das haben sie auch nötig. Natürlich ist Kaden kein schlechter Kurs, doch bei dem harten Konkurrenzkampf in und um Hamburg muss man etwas bieten um sich abzuheben – und alleine durch die Anlage reicht es für Kaden kaum, um unter die besten fünf Plätze der Region zu kommen. Dazu gibt es zu viele Anlagen, die abwechslungsreicher, anspruchsvoller und optisch reizvoller sind.

Doch zurück zu Kaden: Seit 1987 findet hier der Spielbetrieb auf 18 Loch statt, 1994 wurden mit dem C-Kurs neun weitere Löcher in Betrieb genommen – darunter das Signature-Hole der Anlage, ein (von weiß) 369 Meter langes Par 4 mit Inselgrün. Davon abgesehen ist der C-Kurs reichlich unspektakulär. Einige intelligent angelegte Bunker und vor allem das Rough stellen die größten Probleme dar. Wenn letzteres vor großen Turnieren wachsen gelassen wird, ist der Platz äußerst schwierig, doch das ist eher die Ausnahme. Ein weiterer unberechenbarer Faktor ist der Wind. Dadurch, dass nur wenige Bäume Schutz bieten, sind die Bahnen der C- und B-Kurse äußerst offen, was an manchen Tagen zusätzliche Schwierigkeiten bereitet. Hinzu kommt, dass der Platz leider nicht besonders gut Wasser absorbiert. Wenn es drei-vier Tage in Folge geregnet hat, empfiehlt es sich dunkle Kleidung zu tragen – wie jeder Besucher der letzten Players Championship in 2007 bestätigen kann.

Davon abgesehen ist der Pflegezustand des Platzes unabgängig vom Wetter exzellent. Selbst die Tatsache, dass Kaden auch im Winter auf Sommergrüns spielen lässt, hinterlässt keine sichtbaren Spuren. Genauer gesagt sind die Grüns selbst ungemäht im Winter noch deutlich schneller als bei den meisten Clubs im Sommer. Daher spielen sie sich auch ohne besonders spektakuläre Ondulierung recht schwierig.

Von den drei 9-Loch-Kursen, die tagesabhängig variiert werden, hebt sich der A-Kurs am meisten ab. Er ist mit Abstand der kürzeste von den dreien, dafür aber auch deutlich enger und fordert eher taktisches Spiel. Wer als Gastspieler nach Kaden kommt, wird dies aber in erster Linie für die aus den TV-Übertragungen bekannten B- und C-Kursen tun. Neben dem bereits erwähnten Inselgrün sind dabei die B4 – ein kurzes, mit Bunkern übersätes Par 4 – sowie die mit Höhenwechseln arbeitenden Löcher B6, B8 und B9 am interessantesten zu spielen.

Wenn man sich einen trockenen Tag aussucht, ist Kaden sicherlich eine Reise wert – zumal das Greenfee gemessen an Hamburger Verhältnissen in einem vertretbaren Bereich liegt. Doch Begeisterungsstürme kann die Anlage nicht hervorrufen – zumal die anvisierte Erweiterung auf 36 Loch aufgrund der wirtschaftlichen Lage vorerst auf Eis gelegt wurde.

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