Halali! ODER Der HGV macht Stimmung gegen den DGV

“Your Worst Enemy Could Be Your Best Friend & Your Best Friend Your Worst Enemy” – Bob Marley

Der Hamburger Golf Verband hat eine eigene Postille namens „Golf in Hamburg“. Das wunderbare Heft erscheint zweimonatlich, wird an alle HGV-Mitglieder versendet – und „wunderbar“ ist hier höchst ironisch gemeint. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich mir für einen späteren Blogpost aufhebe. Jetzt soll es um das Vorwort/Editorial der aktuellen Ausgabe Februar/März gehen.

Ehrhard J. Heine hat es geschrieben. Der Mann ist nicht nur Chefredakteur von „Golf in Hamburg“, sondern auch ein trauriges Beispiel für die bizarre Denke manch altgedienter Clubgolfer. Heine schreibt über die mageren Zuwachszahlen im deutschen Golfsport und hat dafür eine 1-A-Erklärung, die mir persönlich die Kinnlade runterfallen lässt.

Hier zwei Zitate:

„Trotz Kampagnen wie „Putten in der Innenstadt“, trotz mobiler Abschlagplätze auf Rathausplätzen ist die Zahl der Neueinsteiger erschreckend niedrig … Da helfen auch die aus allen Ecken kommenden Superkonditionen – die teilweise unter den Beiträgen der Fußballvereine liegen – nicht.“

„Golf ist heute bezahlbar, und an Spielmöglichkeiten mangelt es nicht. … Aufgrund eines Überangebotes buhlen viele Anbieter mit Lockangeboten um Mitglieder. Das macht wählerisch, lässt endgültige Entscheidungen allzu oft offen. Der Interessent hat große Auswahl: Schnuppergolf-Superangebote, Tag der offenen Tür, öffentlich zu nutzende Ranges; das alles stillt zunächst den Golfhunger der Vereinslosen. Die realistische Kehrseite dieser Marktoffensive: keine feste Club-Mitgliedschaft, nichts zählbares.“

Mal abgesehen davon, dass ich mal dringend wissen möchte, von welchen Superkonditionen und Fußballvereinen der Mann spricht, frage ich mich wirklich, ob beim HGV irgendjemand dieses Editorial vor dem Druck gelesen hat.

Heines Thesen sind einfach so unglaublich abstrus, dass ich beim Schreiben dieser Zeilen nur mit dem Kopf schütteln kann.

1.)    Golf ist Heine zu billig. Deshalb können sich die Menschen aufgrund der unzähligen Sonderangebote einfach nicht entscheiden und verharren in einer clubfreien Schockstarre.

2.)    Diese ganzen Schnuppergolf-Geschichten, Tage der offenen Tür und öffentliche Ranges sind blöd. Clubfreie Golfspieler kriegen da doch alles was sie brauchen – und dann haben sie keinen Grund mehr, in die Clubs einzutreten.

Äh. Hallo? Jemand zu Hause?

Der Umkehrschluss nach Heine ist also:

–          Golf braucht keine günstigen Konditionen oder neuen Mitgliedschaftsmodelle. Das überfordert nur.

–          Golf braucht keine Schnupperscheiße. Wer golfen will, muss in den Club kommen.

Basta.

Das Dumme ist nur, dass das jetzt allerdings so komplett gegen das vom DGV ausgerufene Programm 2018 schießt – aber dem HGV …

1.)    … ist das leider nicht aufgefallen.

2.)    … ist das egal.

3.) … ist das sehr genehm, denn er hält nichts vom Progamm 2018.

Sollte Punkt 3.) zutreffen, dann wäre das allerdings schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf den kommenden Verbandstag des DGV. Es handelt sich in diesem Fall um peinliche Stimmungsmache.

Aber auch Punkt 2.) ist ziemlich peinlich. „Golf in Hamburg“ ist das offzielle Sprachrohr des Verbandes – und da sollte man schon wissen, was der zahlenden Kundschaft vermittelt wird.

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