Hofgut Georgenthal

Unsere Bewertung

6 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Seit der große Golfboom mit immer neuen Golfplätzen in Deutschland vor knapp 10 Jahren aufhörte, gibt es seltener neue Anlagen. Eine, die in den letzten 24 Monaten eröffnet und oft diskutiert wurde, ist der von Christian Althaus designte Platz in Georgenthal. Der Platz wurde gebaut, um das im Jahr 2000 eröffnete 4-Sterne Hotel zu komplettieren. Anfang Juli hatte ich aufgrund einer Einladung die Gelegenheit, den Platz und das Hotel zu testen.

Die Hotelanlage mit dem dazugehörigen Golfplatz liegt etwas nördlich von Wiesbaden im Untertaunus. Man fühlt sich dort weitab von allem Trubel. Der Platz, um den es hier ja hauptsächlich gehen soll, ist ein wenig wie ein Amphitheater angelegt und sehr gut in die dortige Landschaft integriert. Das Hotel liegt im Zentrum der Anlage und ist die Ausgangslage für die Golfrunde und andere Aktivitäten (wer möchte, kann dort wunderbar auch ohne Golfschläger wandern). Interessant ist auch das im Hotel befindliche Limes Museum. Die Grenze zwischen dem Römischen Reich und Germanien verlief vor knapp 1800 Jahren mehr oder weniger über den heutigen Golfplatz.

Wie bei einem Amphitheater üblich, gibt es natürlich Höhen und Tiefen. Die 1 beginnt neben der Range bergauf mit einem eigentlich großzügigen Fairway. Probleme hatte ich dann beim zweiten Schlag. Da es nicht zu sehen war, konnte man das Grün nur erahnen. Blinde Schläge gibt es zwar auch auf klassischen Plätzen in UK öfter, aber dort hat der Spieler dann einen Pfosten als Richtungsgeber. Nun denn, wenn man den Kurs das zweite Mal spielt, weiß man natürlich, wo das Grün ist. Der Platz ist ja nicht nur für Leute gebaut, die den Kurs nur einmal spielen werden. Die 2 ging dann bergab in Richtung eines Grüns, welches links von einem Teich geschützt wird. Zudem war vor dem Grün noch ein Wassergraben. Ein nettes Loch.

Ab der 3 ging es dann über die Straße zu einem Teil mit vier Löchern, die mit dem laut Scorekarte schwierigsten Loch begannen. Par 4 etwas bergauf mit leichtem Dogleg. Die 377 Meter wurden nicht kürzer auf dem Weg nach oben und das auch hier ondulierte Fairway sorgte dafür, dass ich mal wieder das Schlagen in Hanglagen üben konnte. Das Grün war von unten nicht gut einzusehen, man musste also nach Gefühl und Entfernungsmesser schlagen. Trotzdem ein sehr gutes Loch. Auch die anderen drei Löcher auf diesem Teil waren sehr gut gestaltet. Das einzige Problem hatte ich bei der 5. Obwohl ich einen sehr guten Schlag hatte und sicher war, den Ball in Richtung Grün zu finden, war er weg. Man konnte leider nicht sehen, wo der Ball aufkommt, da der zweite Schlag für uns blind war. Aber auch hier gilt: eine zweite Runde hilft.

Auf dem Rest der zweiten 9 ist auf jeden Fall die 9 hervorzuheben. Ein mittellanges Par 5. Bergab und in der Landezone etwas enger. Der zweite Schlag sollte nicht zu stark nach rechts (Teich) oder links (Bunker) abweichen. Die größte Herausforderung war aber das Grün. Relativ groß und von drei Seiten von Wasser geschützt. Die Fahne war eigentlich freundlich links im Eingang des Grüns platziert. Leider landete mein Ball etwas zu weit links. Dadurch rollte er einige Meter bergab ins Wasserhindernis links vom Grün. Diese interessante Gestaltung des Grüns habe ich leider aus 100 Metern nicht erkennen können. Trotz der persönlichen Enttäuschung hier, ist es für mich aber ein tolles Loch. 

Die zweiten 9 in Georgenthal befinden sich auf der anderen Seite des Hotels. Dort sind sie sehr schön in einen Hang unterhalb des die Anlage umschliessenden Waldes integriert. Auch hier wirken die Fairways optisch enger, als sie in Wirklichkeit sind. Man hat eigentlich überall genug Platz. Was mich auch hier beeindruckte war die Tatsache, dass man den Platz auf relativ kleinem Grund installiert hat. Dieses fällt einem aber während der Runde gar nicht auf.

Im Kopf geblieben sind mir auf den zweiten 9 die folgenden Löcher:

Loch 13: Ein 135 Meter Par 3 bergab. Ein Grün mit 2 Ebenen geschützt von 2 großen Bunkern. Wer aber auf Sicherheit gehen möchte und vorlegt, hat den Weg zur Grünmitte frei ohne andere Hindernisse.

Loch 17: Ein mittellanges Par 4 etwas bergauf. Keine Fairwaybunker, dafür aber etwas enger. Großartig war dann für mich die Grüngestaltung. Ein Bunker etwas vor dem Grün, der den Weg für lang rollende oder zu kurz gespielte Annäherungen versperrt und zwei um das Grün herum. Auch dieses Grün hat mehr als eine Ebene, was die Sache nicht einfacher macht.

Den Abschluss bildet ein mit knapp 370 Metern mittleres Par 4, bei dem das längliche, aber recht enge Grün links von einem Teich geschützt wird. Ein sehr schöner Abschluss der Golfrunde. Georgenthal ist sicher kein „normaler“ Platz, aber einer, den ich jedem nur ans Herz legen kann. Und das Hotel ist auch in Ordnung. Tolle Zimmer, gute Ausstattung und sehr gutes Essen.

Fazit: Ein sehr gut in die Landschaft integrierter Platz. Leichte Abzüge gibt es für die „blinden“ Schläge, die vermehrt auf den ersten 9 anzutreffen sind.

Gespielt am: 02.07.2017

Disclaimer: Der Bericht entstand im Rahmen einer Einladung. Greenfee und Logie wurden gestellt.

Zusammenfassung
Gespielt am
Bewerteter Platz
Hofgut Georgenthal
Bewertung
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2 Comments

  • rebel sagt:

    Danke für die tolle Beschreibung.
    Die Bilder sind schon beeindruckend und machen schon Lust.
    Selbst wenn man den Platz mehrfach spielen sollte, so halte ich doch recht viel von den Richtungsstangen aus UK. Sie machen es für Besucher doch einfacher 😉

    bis denne
    rebel

  • Christian sagt:

    Ich habe den Platz gespielt, als nur die ersten 9 offen waren (mit anderem Routing als jetzt, wo sie Teil der 18 sind). Dass man oft nicht genau wusste, wo man hin spielen soll, war da auch schon ein Problem. Ebenso das, laut einem Mitglied wohl immer noch so existierende, feste Gestein im nicht eingewachsenen Rough, an dem man sich die Schläger eher zertrümmert, als den Ball raus zu bekommen. (Damals galt da eine Besserlegen Platzregel).

    Von der Anlage her und auch der Qualität der Übungsanlagen war ich aber damals schon recht angetan.

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