Hot & Cold: Die Temperaturen im Profigolf vom 27.7.2015

250°CJason Day Das Feuer des Australiers wurde am Open-Sonntag durch seinen zu kurz gelassenen Birdie-Putt an der 18 abrupt gelöscht. Glücklicherweise jedoch nicht besonders fachmännisch, denn vier Tage später flammten die Glutnester wieder auf – und dieses Mal ließ sich Day nicht die Butter vom Brot nehmen. Er lochte an der 18 zum Birdie und zerstörte den Traum der Kanadier von einem einheimschen Sieger. Bereits sieben Mal landete Day dieses Jahr in den Top 10 – nur Jordan Spieth ist besser.

120°COllie Schniederjans Letzte Woche war er noch Amateur. Doch kaum hatte Ollie Schniederjans seine Bronzemedaille bei der Open Championship ergattert, gab er seinen Wechsel ins Profilager bekannt. Er unterschrieb bei Excel Sports, die auch Tiger Woods managen, bekam eine Sponsoreneinladung zur Canadian Open, schnupperte kurz mal an den Top 10, heimste seinen ersten Preisgeldscheck über 46.207 Dollar und bekam einen Sponsorenvertrag von Callaway. Ganz klar: Wer ihn im Moment zurückzuhalten will, muss mit heißgelaufenen Bremsen rechnen.

100°CMarco Dawson Deutsche Golfer kennen Marco Dawson, weil er früher bei TV-Übertragungen und im Internet mit einer schwarz-rot-goldenen Flagge aufgeführt wurde. Der Grund: Sein Geburtstort Freising wurde mit seiner Nationalität gleichgesetzt. Bis die Amerikaner merkten, dass Dawson einer von ihnen ist, ging viel Zeit ins Land. Nur Dawsons Karriere erhitzte sich noch langsamer. Jetzt, mit 51, fängt sie endlich an zu kochen. Dank seines Siegs bei der Senior Open Championship (knapp vor dem realen Deutschen Bernhard Langer) kann Dawson jetzt endlich die LaSalle Bank Open als größten Erfolg von seinem Briefkopf eliminieren.

24°CSang-Moon Bae Warum die Temperaturanzeige für einen Mann, der gerade den Cut verpasst hat, so hoch ist? Nun, das ist die aktuelle Temperatur in Seoul, wo Noh in den kommenden Wochen erwartet wird, um seinen Militärdienst zu verrichten. Nachdem er vor Gericht den Einberufungsbescheid nicht abschmettern konnte, muss er jetzt seine Golfkarriere für zwei Jahre aufgeben und den Dienst an der Waffe verrichten.

21°CFlorian Fritsch Auf diese Temperatur hat Fritsch vermutlich seine Klimaanlage im Auto eingestellt, mit dem der flugscheue Profi von Turnier zu Turnier zuckelt. Beim European Masters hat es sich endlich mal richtig gelohnt. Nicht, weil der Sprit so günstig war (bei Fritsch Fahrleistung fährt er vermutlich Diesel, der in der Schweiz deutlich teurer ist) sondern weil er am Sonntag mit einer 64 die beste Runde seiner European-Tour-Karriere hinlegte und sich in die Top 10 und zu einem Scheck über 74.250 Euro katapultierte. Das reicht für die Tankfüllungen bis zum nächsten Turnier in Dänemark

2°CMatthew Fitzpatrick So langsam taut der ehemalige Weltranglistenerste der Amateure auf. Wie fast jeder Rookie hatte er Eingewöhnungsprobleme auf der European Tour und meist ein freies Wochenende. Doch in seinen letzten sieben Starts hat er jetzt drei Top-10-Resultate eingefahren, gekrönt von einem Beinahe-Sieg beim European Masters.

-0,1°CMarcel Siem Schaut man sich die Postings auf Marcel Siems Facebook-Seite an, lauten die meisten „Verdammt! Wieder um einen Schlag/Platz verpasst“. Sei es Cuts oder Major-Qualifikationen: das letzte bisschen hat immer gefehlt. Das dürfte in zwei Wochen wieder so sein. Nächste Woche füllt die PGA of America das Feld für die PGA Championship und inkludiert normalerweise alle Spieler in den Top 100 der Welt. Pünktlich davor ist Siem dank einer verpatzten dritten Runde beim European Masters aus den Top 100 der Welt gefallen.

-2,4°CRyo Ishikawa Erinnert sich noch jemand daran, dass Ishikawa das größte Golftalent gewesen sein soll, das Asien je gesehen hat? Doch jetzt ist der notorische Vielspieler endgültig in den Bereich der Bedeutungslosigkeit abgestürzt. In gerade mal fünf seiner letzten 21 Turniere sammelte er Weltranglistepunkte. Konsequenz: Zum ersten Mal seit dem 26.10.2008 fiel Ishikawa aus den Top 200 der Welt. Schlimmer noch: Es sind sogar noch elf Japaner vor ihm platziert. Ryo Ishikawas derzeitige Temperatur unterbietet sogar noch die niedrigste je gemessene Gradzahl in der Ishikawa Präfektur.

-61°CGraeme McDowell Bei manchen Europäern scheint es, als ob sie nur in Ryder-Cup-Jahren so richtig motiviert sind. Ganz vorne auf dieser Liste: G-Mac. Sein letztes Top-25-Ergebnis hatte der Nordire vor einem halben Jahr. 0,8 Schläge lässt er im Vergleich zum Vorjahr pro Runde auf den Grüns liegen, ein ganzer Schlag ist es sogar im langen Spiel. G-Macs Spiel ist im Moment so kalt wie die Durchschnittstemperatur auf Hoth.

-195,82°CRobert Allenby Der Australier hat auf seine Mitmenschen die gleiche Wirkung wie Flüssigstickstoff. Nachdem er sich zu Beginn des Jahres eine vermeintliche Überfall-Geschichte zusammenfabulierte um zu vertuschen, dass er wohl doch eher nach übermäßigem Alkoholgenuss auf dem Bordstein aufgeschlagen ist, sorgte der weithin unbeliebte Allenby nun für den nächsten Skandal. Nach 9 Löchern der Canadian Open quittierte Allenbys Caddie Mick Middlemo den Dienst. Allenby stellte sich mal wieder als Opfer hin und gab an, sein Caddie sei unprofessionell gewesen und habe ihn bedroht. Leider sprechen Zeugenaussagen mal wieder eine andere Sprache. Allenby hat Middlemo unflätig beschimpft woraufhin der genug hatte, bestätigte ein anderer Caddie aus Allenbys Spielgruppe.

Korrektur: In einer früheren Version des Textes stand, dass Marcel Siem diese Woche Pause macht. Er spielt aber das Bridgestone Invitational

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