Jacketts unterm Hammer

Am vergangenen Sonntag ging nach 18 Tagen auf Green Jacket Auctions die Versteigerung des Grünen Jacketts des ersten Masters-Siegers Horton Smith zu Ende. Was mit einem Startgebot von 1.000 Euro begann, endete mit dem Rekordpreis von 682.229 Dollar und 45 Cents. Noch nie zuvor hat eines der begehrten Kleidungsstücke des Augusta National Golf Clubs für einen höheren Preis den Besitzer gewechselt.

Tatsächlich kostete es elf Mal soviel wie das Exemplar von Doug Ford, das 2010 für 62.967 Dollar verkauft wurde, und sogar mehr als doppelt so viel wie das (Mitglieder-) Jackett von Augusta-National-Gründer Bobby Jones. Bereits zwei Mal wurde dieses gute Stück versteigert: 1999 kaufte es ein Sammler für 94.909 Dollar, der es 12 Jahre später dann mit sattem Gewinn für 310.700 Dollar wieder los schlug.

Diesen Plan hatte auch ein Arzt aus Florida. Stephen Pyles hatte 2012 für 61.425,55 das Grüne Jackett von Art Wall ersteigert und wollte es wenige Monate später mit Gewinn verkaufen. Doch das ging in die Hose – oder besser gesagt vor Gericht. Denn Augusta National behauptete, das Kleidungsstück sei eines von vieren, die dem Club im Juni 2012 geklaut wurden und dürfte daher überhaupt nicht verkauft werden.

Überhaupt würde die Augusta-Führungsriege um Billy Payne all seine grünen Blazer selber beanspruchen. Nicht ohne Grund darf nur der aktuelle Gewinner das Jackett außerhalb der Grundstücksgrenzen des Clubs tragen. Alle anderen ehemaligen Sieger dürfen ihr Gewand nur besichtigen wenn sie vor Ort in Georgia sind – mit Ausnahme von Gary Player, der sein Jackett einfach nicht wieder zurückgab.

Wo das Jackett von Horton Smith war, wusste allerdings nicht einmal der Club. Tatsächlich war seine Existenz lange Zeit ein Mysterium bis es bei Familienangehörigen des Siegers von 1934 und 1936 auftauchte. Hergestellt wurde es allerdings 1949, erst damals beschloss der Club seine Sieger mit dem edlen Stoff auszuzeichnen und übergab rückwirkend auch allen bisherigen Siegers eines. Insgesamt zehn von ihnen wurden an diesem Tag überreicht, in Sammlerkreisen sind diese als „Original 10“ bekannten Exemplare daher besonders begehrt.

Es ist vermutlich das Einzige von ihnen, das jemals auf den Markt kommen wird, denn die Jacketts von Gene Sarazen, Byron Nelson, Henry Picard, Ralph Guldahl, Jimmy Demaret, Craig Wood, Herman Kaiser, Claude Harmon und Sam Snead sind allesamt in Besitz des Augusta National Golf Clubs oder von Museen. Wer das Jackett von Horton Smith ersteigerte wurde nicht bekannt gegeben – vielleicht hat ja sogar Billy Payne die Clubschatulle geleert um auch das Letzte der 10 Originale unter Verschluss zu halten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.