Money, Money, Money: Die (vielleicht letzte) Silly Season im Überblick

Weihnachten steht vor der Tür und damit auch wieder einmal das alljährliche Geschenkeproblem. Frau will einen Diamantring, Töchterchen ein Araber-Pferd und Sohnemann einen Lamborghini – wir alle kennen das Dilemma. Doch glücklicherweise gibt es die Silly Season. Der Teil des Jahres, in dem die PGA Tour ihre Pforten dicht gemacht hat (außer natürlich für die armseligen Kreaturen, die noch ihren Lebensunterhalt verdienen müssen) und die Stars für horrende Preisgelder quer durch die Welt reisen um an sportlich vollkommen irrelevanten Turnieren teilzunehmen. Den Auftakt machte in dieser Woche das Turkish Airlines World Golf Final, das allen Golfskeptikern die perfekte Projektionsfläche bietet um sich ihre Vorurteile über den Reichensport bestätigen zu lassen. Drei Mal fing sich der Weltranglistenerste Rory McIlroy eine Klatsche ein weil er grottiges Golf spielte. Seine Strafe: ein freier Nachmittag am Pool, eine Woche kuscheln mit seiner Freundin und eine Prämie von 300.000 Dollar für den letzten Platz – zuzüglich des gemunkelten Antrittsgelds in siebenstelliger Höhe. Entsprechend selbstkritisch fiel auch sein Fazit aus: „Ich dachte das hier würde eine spaßige Woche und das war es“.

Insgesamt sieben große Turniere gibt es bis zum Ende des Jahres in der Silly Season wobei sich insgesamt vier von ihnen im Turnier überschneiden. Wer es dennoch schafft im Rahmen der terminlichen Möglichkeiten an allen Turnieren teilzunehmen verdient sich eine goldene Nase. Wer jeden Start gewinnt, würde in etwa 4,75 Millionen Dollar kassieren – soviel wie Masters-Sieger Bubba Watson 2012 im gesamten Jahr eingenommen hat. Wie absurd das Ganze ist, zeigt sich aber an einem anderen Beispiel: Wer alle möglichen Starts wahrnimmt und überall den letzten Platz belegt, würde immer noch knapp eine Million Dollar einsacken – damit wäre man in der Geldrangliste der PGA Tour in den Top 100.

Doch die Millioneneinnahmen für sportlich fragwürdige Leistungen neigen sich wohl dem Ende entgegen. Bereits das türkische World Golf Final führte zu politischen Spannungen. Gerüchteweise mussten sich alle Teilnehmer mit einer PGA-Tour-Mitgliedschaft verpflichten, in einem der nächsten drei Jahre an der parallel stattfindenden frys.com-Open teilzunehmen, ansonsten hätte ihnen Tim Finchem keine Freigabe erteilt. Ab 2013 wird sich die Situation noch verschärfen. Denn dann wechselt die PGA Tour wie die European Tour auf eine 12 Monats Saison. Die sogenannte Fall Series ist dann nicht mehr nur für Spieler, die um ihre Tourkarte zittern, sondern bildet den Auftakt zur kommenden Saison und kann von allen Spielern genutzt werden um sich schon einmal ein gutes Polster in der FedEx-Cup-Wertung zu erspielen. Ob und wie sich diese Money Grabs darin integrieren lassen, steht noch in den Sternen. Es könnte also durchaus sein, dass 2013 einige notleidende Golfer-Familien lediglich einen Goldring, ein Pony und einen Porsche unter dem Tannenbaum finden werden.

Turkish Airlines World Golf Final

Datum: 9.-12. Oktober
Austragungsort: Antalya Golf Club in Belek, Antalya.
Preisgeld:5,2 Millionen US-Dollar
Siegprämie:1,5 Millionen US-Dollar
garantierte Prämie: 300.000 US-Dollar
Teilnehmerfeld: Top 8 verfügbare Spieler der Weltrangliste
Format: Zählspiel-Matchplay mit Gruppenphase, in der die vier Spieler jeder gegen jeden antreten. Die Gruppensieger spielen anschließend im K.O.-System Halbfinale und Finale aus.

Grand Slam of Golf

Datum: 22.-24. Oktober
Austragungsort: Port Royal Golf Course, Bermuda
Preisgeld:1,35 Millionen US-Dollar
Siegprämie:600.000 US-Dollar
garantierte Prämie: 200.000 US-Dollar
Teilnehmerfeld: Die vier Majorsieger bzw. die besten einer Majorliste falls jemand nicht antritt
Format: Zählspiel über 36 Löcher.

Tyco Golf Skills Challenge

Datum: 12. November
Austragungsort: The Breakers (Ocean Course), Palm Beach, Florida
Preisgeld: 800.000 US-Dollar
Siegprämie: erfolgsabhängig
garantierte Prämie: erfolgsabhängig
Teilnehmerfeld: vier eingeladene Zweier-Teams
Format: Die Vorrunde besteht aus sechs Skills-Challenges: lange, mittlere und kurze Eisen sowie Bunkerschlag, Chip, und Befreiung aus schwieriger Lage. Anschließend werden die Teams nach Verdienst gesetzt und spielen ein Halbfinale und Finale als Worst Ball Scramble im Sudden Death Modus.

Wendy’s 3 Tour Challenge

Datum: 13. November
Austragungsort: Rio Secco Golf Club, Henderson, Nevada
Preisgeld: 1 Million US-Dollar
Siegprämie:500.000 US-Dollar pro Team
garantierte Prämie: 230.000 US-Dollar pro Team
Teilnehmerfeld: je drei Spieler von der PGA Tour, LPGA Tour und Champions Tour
Format: Best Ball Event bei dem pro Loch die beiden besten Scores pro Team gewertet werden

World Challenge

Datum: 29.November.-2.Dezember
Austragungsort: Sherwood CC, Thousand Oaks, California
Preisgeld: 5 Millionen US-Dollar
Siegprämie:1,2 Millionen US-Dollar
garantierte Prämie: 140.000 US-Dollar
Teilnehmerfeld: 18 Spieler. Die vier Major-Sieger, der Titelverteidiger, die besten 11 der Weltrangliste und zwei Einladungen
Format: Zählspiel über 72 Löcher

Nedbank Challenge

Datum: 29.November.-2.Dezember
Austragungsort: Gary Player Country Club at Sun City
Preisgeld: 5 Millionen US-Dollar
Siegprämie:1,25 Millionen US-Dollar
garantierte Prämie: 250.000 US-Dollar
Teilnehmerfeld: 12 Spieler: Die vier Major-Sieger, Titelverteidiger, Sunshine Tour Order of Merit Sieger, plus weitere Spieler nach Weltrangliste
Format: Zählspiel über 72 Löcher

Franklin Templeton Shootout

Datum: 7.-9. Dezember
Austragungsort: Tiburon GC, Naples, Florida
Preisgeld: 3 Millionen US-Dollar
Siegprämie:750.000 US-Dollar pro Team
garantierte Prämie: 140.000 US-Dollar pro Team
Teilnehmerfeld: 24 Spieler in Zweier-Teams bestehend aus Titelverteidiger, 3 der PGA Tour Order of Merit, 10 der Career Money List und 9 Sondereinladungen
Format: In der ersten Runde Vierer mit Auswahldrive, in der zweiten Runde Best Ball und in der dritten Runde Scramble

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