Oldenburgischer Golfclub

Unsere Bewertung

5 Linksgolfer

4 Golfnerd

Erklärung der Bewertungsskala

Mit Golfplätzen ist es wie mit einem Date: Der erste Eindruck zählt. Und der ist beim Oldenburgischen Golfclub wahrlich nicht gut. Der erste kleine Schock beginnt bereits bei der Anfahrt, denn die Anlage liegt so nah an der A29, dass der Navi auf der Zugangsstraße glaubt, auf der Autobahn zu sein. Glücklicherweise führen die Bahnen von der Autobahn weg. Lediglich auf dem Grün der 13 und dem Abschlag der 14 muss man mit intensiverer Lärmbelästigung klarkommen.

Noch ist das Date also nicht verloren, doch der zweite schwere Beziehungstest folgt bereits auf der Driving Range. Dass es keine Rasenabschläge gibt, ist zwar ärgerlich aber noch nicht so ungewöhnlich. Doch die Abschlagmatten sind dann doch schon eine Zumutung. Die eigentliche Abschlagfläche ist gerade einmal eine Lineallänge breit, den Stand muss man dabei auf einer wackligen Noppen-Gummimatte einnehmen – und gleich links von der Driving Range verläuft ohne Fangzaun oder schützende Hecke das Fairway der Bahn 9.

Aber wie alle wissen: Man kann nicht jedes Date mit einer vollbusigen Blondine haben. Und auch jemand, der optisch nicht zum Beuteschema passt, kann sich als Traumpartner entpuppen. Und tatsächlich erfüllt der Oldenburgische Golfclub vieles, was man heute von einem Golfplatz erwartet. Wir haben zahlreiche Löcher, die sich – mal enger, mal breiter – durch dichtgestaffelten Wald schlängeln, ein Par 3 mit Inselgrün (Bahn 5) und ein Par 5 (Bahn 14), das mit 558 Metern (von gelb) nicht nur brutal lang ist, sondern 100 Meter vorm Grün auch noch ein parallel versetztes, durch einen Graben abgetrenntes Fairway hat. Zwar wirkt das Ganze sehr kalkuliert und nicht besonders organisch, aber man kann sich dem Reiz zahlreicher Bahnen nicht entziehen. Ein Highlight ist dabei sicherlich die Bahn 7, ein kurzes Par 4 mit einem mächtigen Baum an der rechten Seite der Drive Zone und einem frontal sehr gut durch einen Teich und einen Bunker verteidigtes Grün.

Doch zwischendurch zeigt der Platz dann doch auch schlechte Charakterseiten. Gleich zwei Mal muss man einen Fußmarsch zwischen den Löchern hinlegen, von der 10 bis zur 11 und vor allen Dingen eine gefühlte Ewigkeit von der 1 bis zur 2 – nicht gerade der optimale Einstieg in einen Kurs. Hinzu kommt die etwas unglückliche Anreihung der Par 5-Löcher. Sieben Löcher wartet man vergeblich auf eines, dann kommen sie geballt auf der 8 und der 9. Hier könnte man durch ein bessere Routing, das nicht die Front Nine und die Back Nine am Clubhaus enden lässt, den Spielspass für die 18-Loch-Runde deutlich verbessern.

Aber auch so bietet der Platz durchaus einen abwechslungsreichen Test, der für alle Handicapklassen etwas bietet – vorausgesetzt, man ist vom Tee halbwegs gerade. Denn wer zu sehr vom Fairway abweicht, findet sich schnell unspielbar im Wald oder im teilweise recht brutalen Rough wieder. Vielleicht ist der Oldenburgische Golfclub aufgrund seiner Negativpunkte nicht gerade etwas für eine Langzeitbeziehung, aber als One Round Stand kann man ihn durchaus empfehlen.

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