Royal Zoute

Unsere Bewertung

7 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Es ist schon recht befremdlich, wenn man auf dem Parkplatz eines Golfclubs zusammen mit einem anderen Fahrzeug zur selben Zeit einparkt und die Fahrerin des recht überdimensionierten Nachbarfahrzeuges schenkt einem trotz freundlichem „Bonjour“ null Aufmerksamkeit. Man kommt sich da irgendwie blöd vor. Ich hatte schon angenehmere Begrüßungen auf Golfplätzen erlebt. Hatte vielleicht mit dem Damentag zu tun, der direkt hinter uns startete, wie ich von meiner Buchung wusste. Oder mein Auto hatte die falsche Farbe. Ich werde den Grund nie herausfinden.

Royal Zoute gehört zu den Topplätzen in Belgien und war auch schon längere Zeit mein Ziel. Auch, weil irgendwann mal Harry Colt seine Finger beim Bau des Platzes im Spiel hatte. Der Club ist in Knokke beheimatet, dem bekannten Seebad in Belgien. Gespielt wird in Knokke schon seit 1899. Gegründet wurde der Club dann 1909 als Knocke Golf Club. Damit gehört er zu der älteren Sorte Golfclubs in Kontinentaleuropa. Die ersten Jahre war der Club ganz klar in der Hand von Engländern, für die die Überfahrt ins benachbarte Zeebrügge kein allzu grosser Aufwand darstellte. 1925 Jahre wurde man dann auch durch Albert I. zu Royal Zoute.

Für das Platzdesign engagierte man Harry Colt, der damit seinen ersten Auftrag auf den Festland bekam. Bis zum zweiten Weltkrieg hatte der Club 3 Plätze. 2 auf dem heutigen Gelände und einen nahe der Küste. Alle 3 wurden im Krieg zerstört. Dank eines weiteren Engländers, Lieutenant Colonel Allen, wurden auf Basis der alten Kurse ein Par 72 Championship Kurs, der sich entlang der äußeren Grenzen des Clubs bewegt und ein Par 64 Executive Kurs im Inneren des „großen“ Platzes gebaut. Der Championship Kurs ist so aufgebaut wie viele andere Kurse von Harry Colt. Zwei „Kreise“, die sich in der Nähe des Clubhaus wiedertreffen. Wenn man auf Loch 1 steht und schon einige Plätze in England gespielt hat, kommt man sich vor, als würde man auf einem Heidelandplatz auf der Insel spielen. Auch das Clubhaus hat etwas englisches. Wie es dort aber innen aussah, kann ich leider nicht sagen, da das Clubhaus (ausser die sanitären Anlagen) „Members Only“ war. Aus dem Grunde habe ich mein Getränk nach der Runde dann auch in Cadzand zu mir genommen.

Erwähnenswerte Löcher waren für mich:

Loch 3, Par 3, 135m. Sieht vom Abschlag sehr einfach aus. Das von 3 Bunkern gut geschützte Grün muss aber erstmal getroffen werden und der Ball muss auch auf dem Grün bleiben.

Loch 7, Par 4, 346m: Ein nettes Par 4 mit leichtem Dogleg rechts, bei dem der Abschlag gut platziert werden sollten, um den Bäumen rechts nicht ins Gehege zu kommen.

Loch 14, Par 4, 315m: Nettes kurzes Par 4. Man sollte sich links halten, sonst sieht man das Grün beim anspielen nicht mehr.

Loch 16, Par 3, 159m: Ein großartiges Par 3. An den Seiten eng von Wald gesäumt, ist das Grün stark Richtung Abschlag abfallend. Und dort sind zwei sehr tiefe Bunker platziert. Ach ja. Rechts ist es auch nicht viel besser. Der Bunker neben dem Grün ist noch tiefer. Ich war drin und konnte mit meinen fast 2 Metern die Fahne auf dem Grün fast nicht sehen.

Royal Zoute hat übrigens auch ein klassisches Halfwayhaus. Das haben wir aber nur genutzt, um den langsamen Flight vor uns zu überholen. Und der kleine Executive Platz sah übrigens auch sehr einladend aus.

Ach ja. Im Proshop war man übrigens sehr nett zu uns und hat uns nicht nur gegrüßt, sondern auch einen kleinen Schnack mit uns gehalten.

Fazit: Klasse Platz. Aber die Mitglieder waren teils seltsam.

Website des Clubs

Gespielt am 06.05.2016

2 Comments

  • Buckelwal sagt:

    Knokke ist halt sehr elitär. Nicht nur der Golfclub.
    Eventuel lag der Zwischenfall auf dem Parkplatz auch an dem französischen „Bonjour“. Manche Leute in Flandern reagieren allergisch auf französisch – oder halt gar nicht 🙂

  • Die waren wirklich elitär. Nachher sagte mir ein Belgier (Flame), dass die fast alle dort französisch sprechen, weil sie eben so elitär sind. 😃

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