Royal Porthcawl

Unsere Bewertung

8 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

BBC Weather sagte, dass es Heavy Rain geben sollte. Als wir in unserem Cottage in den Bergen nördlich von Neath losfuhren, regnete es auch leicht. Aber je mehr wir uns unserem Ziel näherten, umso besser wurde das Wetter. Und als wir auf dem Parkplatz ankamen, sahen wir eigentlich nur noch blauen Himmel über dem Platz. Und so sollte es auch lange bleiben. Mein persönlicher Golfhöhepunkt in Porthcawl schien unter einem gutem Stern zu stehen…

Die Begrüssung im Proshop war nett und herzlich. Der Platz war wegen des Rydercups mehr oder weniger ausgebucht. Die werden dort im Shop sicher tolle Geschäfte gemacht haben mit ihren Souvenirs… Die Gäste kamen aus allen möglichen Ländern. Beim Warten auf den ersten Abschlag wurde ich von einem Herrn aus Texas angesprochen. Die waren zu viert hier. Ein Foto von mir und Nicole machte ein Engländer, der deutsch sprach und in einem Flight vor uns waren zwei ältere Französinnen, die am Tage zuvor auch Pennard gespielt hatten. Nachdem uns der nette Starter eingewiesen hatte, ging es dann auch irgendwann gegen 09.00 Uhr los.

Der Club wurde 1891 gegründet und Charles Gibson, ein Pro aus Royal North Devon, legte einen 9-Loch Platz an. Dieser war noch nicht am heutigen Standort. 1895 wurde Land am heutigen Standort verfügbar und Ramsey Hunter baute einen 18-Loch Platz. 1909 wurde der Club „unter königliche Obhut genommen“ und bekam seinen Royal Titel von Edward dem VII. Später nahmen Harry Colt (1913) und Tom Simpson (1933) einige Änderungen vor und der Platz bekam grob sein heutiges Aussehen. Im Laufe der Jahrzehnte fanden viele British Amateur hier statt. Einer grösseren Öffentlichkeit mit Golfinteresse wurde der Platz 1995, als dort der Walker-Cup stattfand. Damals verlor Tiger Woods sein Einzel gegen Gary Wolstenholme. Einen Mitte dreißig jährigen englischem Amateur.

Der Platz ist unbeschreiblich und mit das Beste, was ich bisher gespielt habe. Die ersten drei Loch gehen entlang des Bristol Channel. Danach geht es dann in das „Landesinnere“. Es ist kein normaler Out and In Kurs. Jedes Loch hat etwas neues für den Spieler zu bieten. Und es ging fast immer in eine andere Richtung. Dadurch konnte man sich nicht auf die Richtung des Windes einstellen. Zudem hatte man eigentlich von jedem Loch das Meer im Blick. Das ergab oft unglaubliche Ausblicke.

Ich kann eigentlich kein Loch besonders herausstellen. Nur über das Gesamterlebnis schwärmen. Der Platz hat alles, was mein Herz höher schlagen lässt. Intelligentes Design, unglaubliche Grüns und Bunker, die eine wirkliche Strafe sein können. Und alles top gepflegt. Wer hier einmal bei einigermassen gutem Wetter am ersten Abschlag steht, der weiss, was ich meine. Wer also eine Reise rund um diesen Platz herum plant, wird nicht enttäuscht sein. Nach der Runde hatten wir noch ein leckeres Lunch im Dining Room. Der Raum hatte einen tollen Ausblick auf Loch 1 und war für uns ein klasse Abschluss. Überhaupt das Clubhaus. Wirkte auf mich, wie ein kleines Golfmuseum. Die Bar war gefüllt mit Bildern der vergangenen Club Captains und die Ledersessel machten einen gemütlichen Eindruck. Krönung, was das riesige Fernglas, welches auf den Bristol Channel ausgerichtet war.

Fazit: Einfach klasse! Die Bilder geben kaum wieder, wie toll der Platz war. Das ganze Paket war einfach toll! Platz, Clubhaus und auch der Proshop.

P.S.: US Amerikaner sind keine schnellen Spieler. Der Vierer-Flight vor uns konnte zwar Golf spielen, aber beim Abschlag wurde der Ball nicht angesprochen, sondern es wurde eine Rede gehalten. Und das Grün-Buch, welches die Herren gelesen haben, hatte jedesmal mindestens 150 Seiten. Die wurden oft einfach nicht fertig.

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