Santo da Serra – Madeira

Unsere Bewertung

5 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Während der Linksgolfer sich im Großraum Bordeaux verlustigte, um für unsere Leser tolle Golfplätze zu spielen und zu bewerten, gab es für mich statt Bordeauxwein Madeira. Viele erzählten mir, dass es dort sehr nett sein soll. Die Reisegolferin war auch interessiert, das Klima schien angenehm zu sein und es gab dort Golfplätze. Also konnten wir einen netten Mix aus golfen, wandern, schlemmen und Sightseeing planen. Und der Madeira Wein schmeckt auch nicht so schlecht…

Die Insel an sich erfüllte alle Erwartungen, die wir für einen Trip Anfang November hatten. Es war mit knapp über 20°C warm genug, das Hotel war schön und die Insel sah mit ihren Bergen und dem vielen Grün klasse aus. Durch unsere guten Erfahrungen auf der Weltreise hatten wir auch dieses Mal keine Schläger mitgebracht. Langsam übertreiben es die Fluggesellschaften ja etwas mit ihren Gebühren für Golfgepäck… Also sofort am Ankunftstag nach der Wandertour zur Nordostspitze der Insel den Golfclub Santo da Serra persönlich besucht. Nach einer sehr aufregenden Autofahrt, bei denen ich mit einem Clio Diesel nie erlebte Steigungen („Nein. Da kann man nicht hoch…“) erleben durfte, erreichten wir den Club.

Die Anmeldung lief ganz normal. „Morgen mittag eine Startzeit für uns?“. Ja. Natürlich. Dann fragte die Dame, wo wir denn wohnen? Ich nannte unser zu einer portugiesischen Kette gehörendes Hotel und die Dame empfahl uns, doch lieber das Greenfee über das Hotel zu buchen. Das wäre pro Person knapp 40 Euro günstiger. Eine Startzeit könne sie uns aber trotzdem reservieren. Sehr nett. Zudem waren die Leihschläger auch bezahlbar.

Der von Robert Trent Jones 1991 designte Platz müsste unter den Hardcorefans der European Tour berüchtigt sein. Hier fanden schon viele Male die Madeira Island Open statt – und machte leider aus den falschen Gründen Schlagzeilen: 2014 verstarb hier ein Caddie, 2015 wurde das Turnier wegen Schlechtwetters abgesagt. Der Club hat 3 mal 9 Loch. Die meisten Touristen werden auf die Machico und Desertas Runde geschickt. Es gibt auch noch den Serras Kurs, der mehr durch den Wald führt. Auch nett, aber mich reizte das, was die meisten Touristen wollen: Die Runde mit den Blicken auf den Atlantik. Schließlich besticht der Platz vor allem durch seine großartigen Aussichten. Vom hochgelegenen Clubhaus überblickt man einen Großteil des Platzes und den Atlantik mit der Ostspitze der Insel, die wir am Tag zuvor noch erwandert hatten.

Der Platz hat aber auch ohne die tollen Ausblicke sehr schöne Löcher. Hervorzuheben sind dabei:

  • Loch 3: Schönes Dogleg Par 5, bei dem man auch mitdenken muss
  • Loch 4: Das Signature Hole. Cooles Par 3, das gefühlt im Atlantik endet. Hinter dem recht breiten und nicht sooo tiefen Grün geht es in den Abgrund.
  • Loch 11 (Loch 2 Desertas): Sehr schönes Par 5. Die Landezone für den Abschlag ist links durch einen See geschützt. Und auch der Blick vom Abschlag ist Weltklasse!
  • Loch 14: Ein nettes, kurzes Par 4, bei dem man einerseits einen hohen Abschlag haben sollte und andererseits kein Problem mit sehr intelligent geschützten Grüns

Der Kurs hat mich auch gelehrt, dass wir nicht jünger werden. Die ersten 9 Loch hatten wir nach alter Gewohnheit noch mit Ziehtrolley bewältigt. Als wir oben am Clubhaus ankamen, baten wir um Vergebung und fragten freundlich, ob wir für die zweiten 9 vielleicht doch ein Cart haben könnten. Damit war die zweite Hälfte der Runde doch etwas leichter zu bewältigen. Nach der Runde gab es noch einen kleinen Snack im Clubhaus und es ging zurück durch den größten zusammenhängenden Lorbeerwald der Welt nach Funchal, wo wir unser Lager aufgeschlagen hatten.

Fazit: Netter Urlaubsplatz, der viel Spass machte. Ohne Cart nur etwas anstrengend…

Website des Clubs

Gespielt am 09.11.15

2 Comments

  • Klaus sagt:

    Schöner Bericht, mit gewohnt prima Photos! Wir hatten ihn im Februar 2014 viermal gespielt und eine 7 vergeben. Unsere seinerzeitige Notizen waren: „Steil, tolle Aussicht, tiefe Schluchten, sehr sehr schöne Grüns, jefleecht, schönes Clubhaus mit Kamin und angedüselten Holländern für Regenzeiten. Fair. Freundliche Leute.“
    Kurze Zeit nach unserem Besuch starb ein Caddie bei der Madeira Open beim Aufstieg zum Schlussloch. Wir hatten immer getragen and sind immer noch stolz drauf. Die Clio-Gefühle kann ich bestätigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.