Schloss Moyland Golfresort

Unsere Bewertung

7 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Nun muss ich mich aber mal langsam beeilen. Die Saison ist für mich, was Top 50-Plätze betrifft, schon wieder zu Ende. Jetzt geht es erst nach Wales und anschliessend für einige Tage nach Florida. Und wenn ich im November wiederkomme, habe ich auch keine Lust mehr, die lange Anfahrt zu einem der Topplätze in Kauf zu nehmen. Um wenigstens noch einen Platz zu schaffen, hatte ich mir spontan einen Tag Urlaub genommen und habe mich Richtung holländischer Grenze zum Niederrhein aufgemacht. Schloss Moyland war das Ziel.

Der Club musste letztes Jahr Insolvenz anmelden, weil die Investoren sich anscheinend etwas verkalkuliert hatten. Im Herbst stieg dann der Niederländer Sander van Gelder ein und übernahm das Ressort. Sander van Gelder ist in der Branche bekannt für den Aufbau des Golfressorts Valo do Lobo an der portugiesischen Algarve, welches er 1977 gründete und es 2007 vor Beginn der Wirtschaftskrise verkaufte. Nun hat der Investor Pläne €70m in Schloss Moyland zu investieren. Zweiter 18-Loch Platz, Luxushotel etc. Das übliche Programm. Mal sehen, was daraus wird.

Aber zurück zum heutigen Zustand. Anmeldung klappte gut und kurzfristig. Ich hatte eine Startzeit für 09.00 Uhr gewählt. Da war es 15 € günstiger. Als ich dort ankam, war erstmal alles neblig. War halt Niederrhein und das Wetter im Ruhrgebiet liess schon Nebel an meinem Zielort erwarten. War aber trotzdem pünktlich. Die 3 Mädels an der Rezeption waren nett und freundlich. Es schien, als wäre ich ausser den dreien und den Greenkeepern der einzige auf dem Gelände. Das machte aber nichts. Ich war ja nicht dort, um neue Freundschaften zu schliessen…

Nachdem ich den ersten Abschlag gefunden hatte, sah ich erstmal nichts. Nur Nebel. Ich habe dann versucht, anhand des Übersichtsschilds neben dem Abschlag zu erkennen, wo ich denn nun hin spielen sollte. Ich bin zwar ein Freund von blinden Löchern auf klassischen Golfkursen, aber hier wusste ich nicht mal, in welche Richtung ich spielen sollte. Die Sicht war ca. 50 Meter. Und etwas weiter schlage ich schon mit meinem Driver… Also Eisen raus und nur in die vermutete Richtung des Fairways. War die richtige Entscheidung. Ball war auf dem Fairway. Nur hatte ich beim zweiten Schlag dasselbe Problem. Lange Rede, kurzer Sinn. Nach dem Verlust eines Balles schaffte ich es dann doch, den Ball nach 7 Schlägen einzulochen. Übrigens ist das Loch 1 ohne Nebel sehr schön und nicht ohne Herausforderung. Schönes Anfangsloch.<

Ab dem zweiten Loch löste sich der Nebel dann ganz schnell auf und es konnte nun richtiges Golf gespielt werden. Loch 2 war wieder sehr schön. Nach einem Dogleg nach rechts, musste der Ball auf ein erhöhtes Grün gebracht werden. War auch ein schöner Anblick mit der Kirche im Hintergrund. Loch 3 war ein interessantes Par 5 mit optisch schönem Abschluss. Ein auch wieder erhöhtes Grün. Gut geschützt durch Wasser rechts und Bunker. Das Par 3 an Loch 4 war dann etwas langweiliger. Eigentlich nur gradeaus.

Loch 5 war dann wieder klassisches Targetgolf mit Wasserhindernissen. An Loch 6 bin ich an den gut platzierten Bunkern gescheitert und musste mir eine 8 notieren… 🙁 . Loch 7 war dann ein klasse Par 4, welches für mich als Shorthitter leider etwas lang war. Immerhin konnte ich das Wasser auf der rechten Seite verhindern. Loch 8 war dann wieder was zum entspannen. Breites Fairway und keine Bunker oder Wasser ums Grün. Abschluss der ersten Hälfte war dann ein recht einfaches Par 3. Hier hörten die ersten 9 Loch nicht beim Clubhaus auf. Aber ich wollte ja auch die ganzen 18 spielen.

Die zweiten 9 hatten einen ähnlichen Charakter. Viele Doglegs und viel Wasser. Aber sehr schön angelegt. Loch 10 ist laut Vorgabetabelle das einfachste Loch. So ganz weiss ich nicht, warum. Es war nicht zu lang, aber das Grün war sehr gut geschützt. Genauigkeit war hier wichtig. Loch 11 war ein Par 5 zum entspannen. Loch 12 war dann für mich eine Art Signaturehole. Vom Abschlag konnte man das Grün nicht sehen und das Fairway war rechts von Wasser und links durch hohes Rough geschützt. Das Grün war dann rundherum von Wasser umgeben. War auch sehr schön anzusehen. 13 bis 15 waren ok, aber nichts herausragendes. Loch 16 war dann wieder ein Highlight. Par 5 mit engen Fairways und einem schönen Doppelgrün (mit der 7), welches durch einen „Strandbunker“ gut geschützt war. Sehr hübsch. Ich habe auch viele Bilder gemacht.

Zum Abschluss gab es dann mal ein Par 4 ohne Wasser. Gut platzierte Bunker, aber trocken. Beim zweiten Schlag hat man dann mit einem Mal zwei ausgetrocknete Bäume vor sich auf dem Weg zum Grün vor sich. Nett. Das letzte Loch war dann (ungewöhnlich für Deutschland) ein Par 3. Hatte zwar auch Wasser, aber dies kam eigentlich nicht ins Spiel. War eine wirklich schöne Runde. Kann dem Platz jedem empfehlen. In nächster Zeit soll dort Herr Krause noch einen zweiten 18 Loch Platz bauen. Der soll mehr Linkscharakter bekommen. Mal abwarten. Ein Besuch lohnt sich jetzt aber auch schon. Die gesamte Anlage war toll gepflegt und die Übungsanlagen machten einen guten Eindruck.

Fazit: Sehr guter Platz. Hat kaum schwache Löcher

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