The Addington

Unsere Bewertung

7 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg war bezüglich Golf in England eine Zeit des Aufbruchs. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde nicht mehr hauptsächlich auf Linkskursen gespielt, sondern man erstellte auch im Inland immer mehr Plätze. Nachdem diese anfangs sehr einfach waren (teilweise quadratische Grüns und eckige Bunker) entwickelte sich der Golfplatzbau nach dem Erfolg mit Woking (der erste Heidelandkurs) alles recht schnell. Willie Park baute Sunningdale und anschliessend Huntercombe. Der gute Harry Colt begann aktiv zu werden und auch Alistair MacKenzie baute seine ersten Plätze. Alles Designer von Plätzen, die heute als Klassiker gelten.

Zu dieser Zeit war John Frederick Abercrombie (nicht der mit Fitch…) zur Ausbildung bei Willie Park in Huntercombe tätig. Irgendwann bekam er auch seinen ersten Auftrag und baute Worplesdon. Der Platz hatte ein großartiges Design, fand viele Freunde und gilt heute als Klassiker. Sein zweiter Auftrag war Coombe Hill in der Nähe von Wimbledon. Dort setzte er als erster Golfplatzarchitekt einen Ballon ein, um aus der Vogelperspektive das bestmögliche Routing zu finden. Der Platz fand wieder große Anerkennung und J.F. Abercrombie wollte nun mal was „richtiges“ machen. Es entstanden dann ab 1912 zwei 18 Loch Plätze südlich von London in der Nähe von Croydon. The Addington war da. Zu seiner Zeit wurden die beiden Plätze von der Qualität verglichen mit den beiden 18-Loch Plätzen in Sunningdale. J.F. Abercromby war damals Eigentümer des Clubs und „herrschte“ bis zu seinem Tod 1935 wie ein „wohlwollender Diktator“. Leider musste einer der beiden Kurse in den 30ern nach Abers Tod einer Wohnsiedlung weichen. Schade eigentlich.

Ich kam an einem Montagmorgen zu dem Platz (da ist das Greenfee günstiger). Es war nicht allzu viel los und ein Viererflight an Tee 1 wurde vom Secretary gebeten, mich vorher spielen zu lassen. Fand ich nett. Die ersten 5 Loch waren schön, aber nichts aussergewöhnliches. Spannend wurde es ab Loch 6. Nettes Dogleg nach links, welches von beiden Seiten von Bäumen geschützt wird. Rechts vor dem Grün ist man dann mit einem riesigen Bunker (oben) konfrontiert. Links ist zwar viel Platz, aber das Ding beeindruckt schon… Danach beginnt eine Berg- u. Talrunde. Blinde Abschläge bergauf, tiefe Täler, lange, alte Holzbrücken und überall Heide. Ich habe eine Menge Bälle verloren, aber viel Spass gehabt.

Der Höhepunkt kam dann auf den zweiten 9. Diese beginnen übrigens nicht vor dem Clubhaus, sondern am mit weitesten Punkt entfernt. Die schönste Folge an gelungenen, spektakulären Spielbahnen boten die Löcher 12-14. Loch 12 war ein Par5, bei dem man die Landezone schlecht einsehen konnte. Vor allem, wenn man das erste Mal da ist, ist man überrascht, dass es hinter der Landezone steil bergab geht. Vom Rand hat man einen sehr schönen Blick auf den Rest des Fairways and des dann wieder erhöhte Grün (Berg und Tal…). Loch 13 ist für mich eines der schönsten und schwersten Par 3, die ich bisher kennengelernt habe. Schwer zu beschreiben, aber ich versuch es mal. Abschlag ist von einem erhöhten Tee über eine Hecke über ein Tal zum erhähten Grün, welches rechts von Wald geschützt ist. Ach ja. In der Mitte des Tals ist noch ein großer Busch und es gibt wieder ein lange Holzbrücke zum Fairway. Leider kommt das bei dem Foto kaum rüber (oben). Danach kommt dann die 14. Mehr oder weniger gradeaus bergab. Klasse ist aber der Blick vom Tee auf die Londoner City (knapp 10 Meilen entfernt). Die darauffolgende Löcher waren teils auch spektakulär, aber im Vergleich zu vorher nichts spezielles. Nachher nahm ich im Clubhaus noch mein übliches Käsesandwich zu mir und ließ den Platz und meine Runde nochmal an mir vorbeiziehen. Es war ein schöner Vormittag.

Fazit: Interessanter Klassiker. Abwechslungsreich und herausfordernd. Man darf nur kein Problem mit blinden Löchern haben…

The Addington

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.