The Links: Ausgabe 1/2016

Vor ein paar Jahren hatte ich die Rubrik „Week in Review“ eingeführt, die im Grunde genommen aktuelle Golf-Meldungen ins Deutsche übersetzt hat. Nachdem dies dann plötzlich alle anderen auch machten, habe ich die Rubrik einschlafen lassen. Aber da all diese Listen im Grunde genommen nur mehr oder weniger gelungene (teils sogar fehlerhafte) Kurzmeldungen sind, ist es vielleicht Zeit für einen neuen Ansatz. Und hier beginnt „The Links“. In der unregelmäßigen Rubrik findet Ihr in Zukunft Link-Sammlungen zu interessanten (meist englischsprachigen) Artikeln, die hier zwar grob angerissen oder zusammengefasst werden, bei denen sich ein Klick zum Original aber immer lohnt. Seien es lange Porträts, interessante Bilderstrecken, Statistiken, Tweets, Werbung oder oder oder. Alles was aus dem Einerlei heraussticht, findet sich hier wieder. Also los geht’s:

Alan Shipnuck vom Golf Magazine hat ein bemerkenswertes Porträt über die Dämonen von Kevin Na geschrieben. Highlight darin das Zitat eines Psychologen:“Ich wollte schon seit Jahren mit ihm arbeiten. Kevin Nas Geist zu ordnen ist das Golf-Äquivalent zum Finden des Lindbergh Babys LINK

Nur keine Publicity ist schlechte Publicity. Das beweist der Austragungsort der letztjährigen U.S. Open Chambers Bay. Während des Turniers gab es (übertriebene) Hasstiraden von Spielern, Kommentatoren und Gary Player. Und dennoch gibt Pierce County stolz bekannt, dass sich der Anteil an Spielern von außerhalb mit 41% mehr als verdoppelt hat. Auffällig allerdings, dass man nichts über die Summe der gespielten Runden mitteilt. LINK
Chambers Bay ist allerdings nicht der einzige Profiteur von Majors. Der Scotsman vermeldet, dass die Open in St. Andrews Schottland Einnahmen von 140 Millionen Pfund beschert hat. Wobei die meisten Analysen dabei außer Acht lassen, dass sich viele der Ausgaben einfach verschieben und nicht zusätzlich generiert werden. LINK
Allerdings ist ein finanzieller Gewinn nicht immer gegeben. So meldet CBS, dass Oakmont von der Austragung der diesjährigen U.S. Open mit keinen zusätzlichen Einnahmen rechnet. LINK

My Way or the Hai Way

TV-Kommentatoren sind immer eine Zielscheibe von Kritik. Doch als Greg Norman in diesem Jahr die U.S. Open kommentierte, erreichte das negative Echo lawinenhafte Größe: Der Great White Shark sei zu inkompetent und gleichzeitig zu selbstverliebt. Die Konsequenz kam dieser Tage durch eine Pressemitteilung seines Arbeitgebers Fox, der Norman hochkant rauswarf - einvernehmlich natürlich.

Man stelle sich mal vor, man hätte im Januar 2015 für 5000 US-Dollar Aktien von Jordan Spieth kaufen können, die einem 0,1% seiner Einnahmen garantieren – es wäre das beste Investment überhaupt gewesen. Das ist das Geschäftsmodell von Fantex, die sich mit Scott Langley jetzt ihren ersten Golfer gesichert haben. Für 3,06 Millionen Dollar bekommt Fantex 15% aller Einnahmen, die Langley in Zukunft generiert. Diese Anteile legt Fantex wiederum auf interessierte Anleger um, die in Langley und/oder andere Sportler wie Footballer oder Baseballer investieren wollen wie Yahoo Finance berichtet. LINK

Golf Digest hat eine amüsante Umfrage unter Profigolfern und ihren Begleitern durchgeführt: Wieviel Bargeld haben sie dabei? Die Ergebnisse reichen von Nichts bis zu „So viel Bargeld habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen“ LINK

Apropos Bargeld: Anfang der Woche machten Gerüchte die Runde, Phil Mickelson hätte 5000 Dollar gegen den australischen Amateur Ryan Ruffels verloren – gestreut von dem 17-Jährigen selber in einem Interview mit dem Sydney Morning Herald. LINK
Eine nette Anekdote, ja. Aber auch eine pikante. Denn Mickelson ist/war Assistenztrainer seines Bruders Tim auf der Arizona State University, die um die Dienste von Ruffels buhlte. Und finanzielle Zuwendung jedweder Art verstoßen gegen die strengen Bedingungen der National Collegiate Athletic Association und haben empfindliche Strafen für die betroffene Schule zur Folge. Und so bastelte Ruffels Management schnell einen Widerruf, laut dem die Runde erst stattgefunden habe, nachdem Ruffels bereits Arizona State abgesagt hatte und ins Profilager gewechselt war. LINK

Jordan Spieth hat viele Talente. Schauspielerei gehört definitiv nicht dazu, wie er in seinem Debüt als neues Coca-Cola-Testimonial beweist. So verklemmt wie eine Jungfrau, die ein Bewerbungsvideo für ein Datingportal dreht, erzählt er von seinem Lieblingsmajor und muss sich schwer beherrschen, nicht zu lachen, wenn er von seiner liebsten Zeit Cola zu trinken redet. Immerhin liest er nicht vom Teleprompter ab, wodurch es den großartigen Satz gibt „man legt eine eiskalte Coke auf Eis“.

Der Golf Channel nimmt sich Si Woo Kim vor, der sich bei der Sony Open die Blöße gegeben hat, sich bei jedem Putt von seinem Caddie ausrichten zu lassen. Eine quälend langsame Prozedur, die schon LPGA-Turniere unansehnlich gemacht hat. LINK

Etwas Lust zu träumen? Golf Digest hat eine Bildergalerie vom neuesten Golfplatz-Schmuckstück in Nova Scotia, Cabott Cliffs, zusammengestellt. LINK

Als ob es nicht schon genug Negatives über Golf bei Olympia gäbe – minderwertiges Feld, Diskussionen um den Platz, immer noch ungenügender Antidopingkampf – kommen jetzt zwei weitere Hiobsbotschaften hinzu. Ein dänisches Institut hat Sportverbände daraufhin untersucht, wie gut sie u.a. gegen mögliche Korruption aufgestellt sind und gibt der International Golf Federation den zweitschlechten Wert aller Verbände – meilenweit hinter der FIFA(!) LINK
Dazu berichtet die Associated Press, dass man für das am 8.3. geplante Test-Event auf dem Olympia-Platz händeringend Probanden sucht, da bisher kein namhafter Spieler bereit war, die beschwerliche Reise nach Rio anzutreten und sich exklusiv einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. So viel zum Stellenwert der Olympischen Spiele. LINK

Und schließlich noch ein kleines Schockbild von Jamie Donaldson, der sich in der Winterpause ein Duell mit der Kettensäge geliefert hat. Warnung: Nichts für zarte Gemüter
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Immer noch da?
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Ihr wurdet gewarnt.

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