Tigers Tagebuch: Mein Jahresrückblick (Oktober – Dezember)

Oktober

In den letzten Monaten gab eine Frage, die mir immer wieder gestellt wurde. Was war denn da beim Presidents Cup mit Dir, Dufner und Phil Mickelson los? Zuerst einmal muss ich sagen, dass wir gar nicht bemerkt haben, dass Dufner da stand. Ganz ehrlich: der Typ ist wie Invisible Woman mit größerem Vorbau. Ich möchte nicht wissen, wie viele Geheimnisse er von uns anderen auf diese Art über die Jahre gesammelt hat. Aber zurück zum Foto: Weil mich beim Abendessen furchtbare Rückenschmerzen plagten, hatte ich mich auf die Treppe gelegt, um mit Hilfe der Stufen eine Triggerpunkt-Massage zu machen. Plötzlich attackierten mich Phil und sein „Finanzberater“ (ganz links im Bild sieht man seinen Schuh), um mir eine todsichere Investitionsmöglichkeit anzudrehen. Ich hab ihm ganz trocken geantwortet, dass ich schon eine todsichere Investition habe: Mich.

Beim Abendessen gab es dann eine besondere Spezialität zu essen, die sich Davis Love III explizit gewünscht hatte. Frei nach dem Motto: Beißt Du mich, beiß ich Dich. Am Ende haben wir dann wie immer locker deen Internationalen den Arsch versohlt. Tatsächlich war die Herausforderung aus Australien, Südafrika und Japan mal wieder so gering, dass Kooch und ich mehr Zeit für die Einübung unserer Feierlichkeiten als für unsere Matches gebraucht haben.



Der einzige Wermutstropfen (geltungssüchtige Journalisten zähle ich mal nicht dazu) in diesem Monat war die Trennung von EA Sports. Wie sie mir erklärt haben, wollen sie in Zukunft eine Titelfigur haben, die man auch besiegen kann. Demnächst wird es also wohl Rory McIlroy PGA Tour geben. Ich habe derweil schon Verhandlungen mit einer anderen Videospielfirma aufgenommen. Und ich muss sagen, die erste Demoversion sieht schon sehr überzeugend aus.



November

Meinen herzlichen Glückwunsch an Henrik Stenson. Nach dem FedEx-Cup hat er jetzt auch noch das Race to Dubai gewonnen. Wir wissen alle, dass er das Geld mehr als verdient hat. Aus eigener Erfahrung kann ich ihm aber sagen, dass er sich dieses Geldregens nicht zu sicher sein sollte: schwedische Ehefrauen sind teuer. Vielleicht baut sich Henrik deshalb gerade auch ein zweites Standbein auf, falls es am Ende der Golfkarriere mit dem Geld noch nicht so hinhaut. Dass er und Poulter ihr schlechtes Comedy-Material aber ausgerechnet vor meinen Augen probieren mussten, war schmerzhafter als das hier.

Ansonsten war der Ausflug in die Türkei sehr amüsant. Es ist immer schön, in einem Land anzutreten, das eigentlich keine Ahnung vom Golfsport hat. Das Gottvertrauen, dass diese Laien in jemanden haben, nur weil er der Weltranglistenerste ist, ist einfach erstaunlich. Es gehört einiges dazu, mich Bälle über eine Brücke schlagen zu lassen während auf der anderen Seite der Verkehr weiter fließt. Mit einem Driver (!) wohlgemerkt.



Dezember

Man muss Greg Norman einfach lieben. Kein anderer Golfer mit so vielen Misserfolgen haut dermaßen auf die Kacke wie der Shark. Sein neuester Diskussionsbeitrag: „Ich hätte Tiger vermutlich geschlagen“. Na klar, Greg. Deswegen bin ich ja auch als größter Frontrunner in der Geschichte der Majors bekannt und Du als der größte Choker. Vielleicht meinte er ja einen anderen Woods, meinen Halbbruder Earl beispielsweise. Der ist tatsächlich ein noch größerer Versager.

Diesen Monat hieß es Abschied nehmen. Die World Golf Challenge fand zum letzten Mal in Kalifornien statt. 2015 lasse ich das Turnier in Florida statt finden. Warum? Weil Kalifornien 12.3% Einkommensteuer verlangt und Florida keine Weil ich näher an meinem Zuhause sein möchte. Ich bin im Dezember ohnehin genug unterwegs, schleßlich ist meine Offseason Lindseys Highseason. Und so musste ich mir von Nike extra warme Kleidung schneidern lassen, um durch das eisige Europa zu tingeln.



Ihr könnt also verstehen, dass ich Lindseys erneuten Kreuzbandriss mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehe. So traurig es für sie ist, dass sie Olympia verpassen wird: Ich freue mich schon darauf, wieder in Shorts rumlaufen zu können. Und mal ehrlich: Würdet ihr sie nicht auch lieber so als vermummt sehen? Außerdem kommen dann auch keine Reporter in Versuchung, durch skitechnische Fragen eine Beziehungskrise zu provozieren.

Und so konnte ich auch das Jahr 2013 beenden wie die anderen Jahre. Mit einer gemütliche Geburtstagsfeier im sonnigen Florida. Und falls sich einer fragt, wie ich mit jetzt 38 Jahren meine Karriere und die Zukunftschancen einschätze: Ich bin immer noch im Soll.


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