Titirangi – Mackenzie in Neuseeland

Unsere Bewertung

6 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Alister MacKenzie gilt als einer der profiliertesten und besten Golfplatzarchitekten der Golfhistorie. Weltweit werden ihm etwas 400 Plätze zugeschrieben, die er designd oder umgebaut hat. In den immer wieder veröffentlichten Listen der besten 100 Golfplätze der Welt sind regelmässig 8 oder 9 von ihm designte Plätze dabei. Berühmt wurde auch eine Weltreise von ihm zwischen September 1926 und April 1927. Bei dieser Reise entstanden Schmuckstücke wie der Westkurs des Royal Melbourne Golf Clubs, New South Wales GC und der Platz des Royal Adelaide Golfclubs. Auf dem Weg von Australien nach San Francisco machte er auch 4 Wochen Halt in Neuseeland. Dort machte er etwas Urlaub, um Forellen zu angeln. Er besichtigte aber auch einige Golfplätze und nahm auch einen Auftrag zum Bau eines neuen Platzes an. Dieser Platz war Titirangi im Südwesten von Auckland. Es blieb der einzige bestätigte, von ihm designte Kurs in Neuseeland. Das war natürlich ein Grund für mich, einen unserer zwei Tage in Neuseeland mit einem Besuch und einer Runde in Titirangi zu verbringen.

Wochen vorher hatte ich schon Kontakt mit dem Clubmanager aufgenommen. Startzeit wurde vereinbart und ich bekam sogar einen Diskount auf das Greenfee. In diesem Fall durfte ich die Rate für Mitglieder des neuseeländischen Golfverbands (NZ affiliated) zahlen. Die Rate für International Guests war pro Person $ 60 teurer. Das gesparte Geld haben wir dann abends in ein tolles Dinner im Mazu in der City von Auckland investiert (sehr zu empfehlen bei einem Besuch dort). Für die Fahrt zum Club liehen wir uns für einen Tag ein kleines Auto. Ich musste mich ja auch wieder an das links fahren gewöhnen… Interessant war die Fahrt, weil wir kein Navi hatten. Nur eine App namens MapsMe, bei der man weltweit kostenlos Karten runterlanden kann. Die Karten kann man dann auf dem Smartphone auch offline als Navigator nutzen. Nun denn. Irgendwann, nachdem wir uns zweimal verfahren hatten, fanden wir auch den Club und meldeten uns im Proshop. Dort hatte ich ein längeres Gespräch über die Historie des Platze, seinen Designer Alister MacKenzie und die Umbauten, die seit 1927 vorgenommen wurden. Das war sehr interessant. Der Plan von MacKenzie kam nicht bei allen Mitgliedern des Club Commitees an. Aber am Ende wurden die Ideen doch umgesetzt.

Wie bei fast allen alten Golfplätzen üblich, wurden leider viele Änderungen am Original vorgenommen. In Titirangi waren es wohl so einige Änderungen, die im Laufe der Jahrzehnte vorgenommen wurden. In 2009 nahm man dann aber zum Glück viel Geld in die Hand und versetzte den Platz wieder in seinen Originalzustand. Ich kann sagen, dass sich die Investitionen gelohnt haben. Es ist ein toller, abwechslungsreicher Golfplatz. Sehr passend ist der Kommentar von Alistair MacKenzie zu dem Gelände: „Aussergewöhnlich gut geeignet für Golf. Hügelig, ohne bergig zu sein.“. Prädestiniert für Alistair MacKenzie sind natürlich die Bunker. Wer schon Plätze von ihm gespielt hat, weiß was ich meine.  Das ist ist sozusagen sein Visitenkarte. Und die Bunker in Titirangi sehen klasse aus und sind teils schwer zu verlassen. Interessant sind auch die Par 3. Jedes der 4 Par 3 in Titirangi geht in eine andere Himmelsrichtung. Die 4 geht nach Osten, die 7 geht nach Norden, die 11 geht Richtung Süden und die 14 nach Westen. Vielleicht war das Zufall. Auf jeden Fall ist gesichert, dass man bei jedem Par 3 dem Wind anders ausgesetzt ist. Und Wind ist hier in der Nähe der Küste oft.

Der schönste Teil des Platzes sind für mich die Löcher 11 bis 15. Die 11 ist ein großartiges Redan, bei dem man das Grün unbedingt rechts treffen sollte. Die 12 ist ein langes Par 4 mit sehr gut platzierten Bunkern. An der 13 spielt man (als Mann) über ein bewachsenes Tal auf ein schräges Par 4, welches erst zum Grün hin einen guten Stand liefert. Die 14 ist ein nettes Par 3, bei dem das gut geschützte Grün über ein tiefes, teils mit Farn bewachsenes Tal angespielt wird. Die 15 ist ein Dogleg links, bei dem der Abschlag sehr gut getimed werden muss, um den Schlag nicht in den Wald hinter dem Fairway zu schlagen. Der Platz ist nicht allzu lang für moderne Verhältnisse (5861 m von Blau), aber er bietet eine Menge Abwechslung und hat mir viel Spass gemacht.

Fazit: Wer in Auckland nur einen Tag Zeit hat und Golf liebt, sollte eine Runde in Titirangi spielen

Website des Clubs

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