Unsere Top Plätze 2015

Unsere Top Plätze 2015
Unsere Top Plätze 2015

Das Jahr 2015 war, was Platztests angeht, ein gutes für die Redaktion. 4 Kontinente wurden bereist, ein knappes Dutzend Länder bespielt und etliche Spitzen-Wertungen vergeben. Natürlich waren darunter geplante Spitzenplätze wie die Barnbougle, Kingsbarns, Royal Melbourne oder Carnoustie. Aber mindestens genauso schön waren die Überraschungen, die sich völlig unangekündigt in unser Gedächtnis gebrannt haben, wie der GC Föhr, Panmure oder The Island. Diese (Noch-) Hidden Gems sind der Grund, warum wir Golfreisen lieben und gerne unsere Erfahrungen teilen. Entsprechend sind unsere Top Plätze 2015 auch ein schöner Mix aus Bekannten und Unbekanntem und aus Nah und Fern.

Reisegolfer

1. Barnbougle Dunes

Wenn es ein Resort am anderen Ende der Welt gibt, das Weltklasseplätze verbunden mit bezahlbarem Greenfee anbietet, dann ist es Barnbougle. Und der etwas bessere Platz der beiden ist Barnbougle Dunes, das Meisterstück von Tom Doak. Einer der ausgewogensten und abwechlungsreichsten Plätze, die ich bisher in meinem Leben spielen durfte. Der Platz hat kaum Schwächen. Wer also sowieso in Melbourne ist, sollte auf jeden Fall den Trip wagen und die beiden Plätze im Norden Tasmaniens hinzufügen. (Zur Platzkritik)

2. Royal Melbourne West

Einer der besten Golfplätze der Welt! 1926 vom großen Alister MacKenzie geplant und später von Alex Russell ausgeführt, ist er einer der Clubs, bei denen die Reservierung der Startzeit für mich bisher am schwierigsten war. Monatelang vorher beantragt, einen Letter of Introduction meines Clubpräsidenten zugesendet und irgendwann durfte ich die Runde dort spielen. In der Nacht hatte es geregnet, auf der Range nieselte es noch, aber als wir starteten, stoppte der Regen und die Sonne kam heraus. Highlight des Kurses sind auf jeden Fall die Grüns. Ich habe selten besser geschützte und gestaltete gespielt. (Zur Platzkritik)

3. Kawana Fuji Course

In Japan hatten wir nur Zeit für einen Platz. Dafür hatte ich mir Kawana herausgesucht. Von den drei Japanern in den Top 100 der Welt derjenige, auf den man noch am leichtesten kommt: Man muss nur Hotelgast im angeschlossenen Resort sein. Die Runde auf diesem großartigen, von Charles Hugh Alison 1936 gestalteten Kurs, war ein besonderes Erlebnis. Zusätzlich zu dem großartigen Platz mit vielen Löchern am Pazifik und zeitweiligem Blick auf den Fuji hatte man noch das „japanische“ Golferlebnis. Weibliche Caddies und Mittagessen nach 9 Loch (ein Bus fährt einen in das Restaurant). Zusammen mit dem Hotel (wir waren die einzigen westlichen Gäste) etwas ganz Besonderes. (Zur Platzkritik)

4. New South Wales Golf Club

Wer Bilder von diesem, von Alistair MacKenzie designten Platz sieht, möchte sofort einen Flug buchen und den Platz spielen. Vor allem der Blick herab vom Fairway der 5 auf das Grün sowie das Loch 6 sind unvergesslich. Der Platz hat aber nicht nur an diesen zwei Löchern viel zu bieten, sondern ist auch im Ganzen ein sehr spektakulärer Kurs. Unsere Runde mit Leihschlägern und zwei netten Schweden aus Malmö war eines der Highlights der Golftour um die Welt. Ach ja. Das berühmte Par 3 von Loch 6 gab es in der Originalversion noch gar nicht. Das wurde lange nach der Abreise von Dr. MacKenzie von seinem Assistenten Eric Apperly zugefügt. (Zur Platzkritik)

5. Barnbougle Lost Farm

Möchtet ihr die wohl mit beste Ansammlung von Par 5 Löchern auf einem Golfplatz spielen? Dann auf nach Barnbougle (siehe Nummer 1). Ist vielleicht nicht ganz so gut wie Barnbougle Dunes, aber trotzdem Weltklasse. Dazu eigentlich 20 Loch. Es gibt nämlich noch 13a und 18a – beides kurze Par 3. Das eine wurde gebaut, weil das Land, auf dem sich das Loch befindet, zu schade war um kein Golfloch zu bauen und das andere, die 18a kann man nutzen, um bei Bedarf geteilte Matches zu entscheiden. (Zur Platzkritik)

6. Frankfurter Golf Club

Was macht man, wenn man den Solheim Cup Platz in St. Leon testen möchten, einen Tag frei hat und Harry-Colt-Plätze mag? Da es nur zwei echte Colts in Deutschland gibt und der andere in Hamburg ist, bleibt nur ein Platz übrig, der auf dem Weg von Bochum nach St. Leon liegt. Der Frankfurter GC. Zudem hatte ich ein Blinddate mit dem Bloggerkollegen Golficiency, der in der Nähe wohnt. Der Platz, im Wald nicht weit von der City gelegen, hat meine hohen Erwartungen erfüllt. Ein deutscher Klassiker, den man unbedingt mal gespielt haben muss. Einziger kleiner Nachteil ist die Nähe zum Frankfurter Flughafen. (Zur Platzkritik)

7. Titirangi

Titirangi kam auf die Liste, weil ich eigentlich Cape Kidnapper oder Kauri Cliffs spielen wollte. Da wir aber nur drei Nächte in Auckland hatten zwischen Aitutaki und Sydney, hat mein Vernunft-ich (meine Frau) mich überzeugt, dass wir das doch lieber auf einer Tour machen sollen, bei der man einen längeren Zeitraum nur in Neuseeland ist. Also habe ich die Liste der besten Plätze in der Nähe von Auckland durchgearbeitet und bin auf Titirangi gestossen, den einzigen Alister-MacKenzie-Platz in Neuseeland. Kurzerhand also den Club Manager angeschrieben und gefragt, ob sie den Reisegolfer mit seiner Frau spielen lassen würden. Kein Problem. Es war ein toller Ersatz. Ein klasse Routing und der Kurs wurde vor kurzem wieder dem Original Design angenähert. Unbedingt spielen, wenn man in Auckland ist! (Zur Platzkritik)

8. Golfclub am Reichswald

Dies war eher ein glücklicher Zufall. Ich treffe mich manchmal auf einer Golftour durch den Süden der Republik mit einem anderen Verrückten auf eine Runde. Der Schaeffe ist auch Golfplatzsammler und Spezialist für die Balkanroute. Wo heute immer noch viele Flüchtlinge auf dem Weg in den Norden sind, hat er in entgegengesetzter Richtung schon alle Golfplätze gespielt. Und auf die Frage an ihn, wo wir denn dieses Jahr unsere Runde spielen, kam der GC am Reichswald ins Spiel. Er hat eine gute Reputation und dort ist Bernd Ritthammer „groß geworden“. Also gut. Gebucht. Der Platz ist ein klassischer Parklandkurs mit viel Abwechslung. Sollte auf die Liste jedes deutschen Golf-Connaisseurs. (Zur Platzkritik)

8. Golf Club Föhr

Die positive Überraschung! Oft davon gehört, aber erst in diesem Jahr dazu gekommen, den Kurs spielen. Ein wenig mit dem Platzarchitekten Christian Althaus und dem Clubmanager ausgetauscht und dann zusammen mit dem Linksgolfer ein Wochenende organisiert. Was soll ich sagen? Ein toller Platz (3 mal 9 Loch) mit nur wenigen Schwächen. Mit den beiden letzten Umbauten ist Christian Althaus ein (für deutsche Verhältnisse) kleines Meisterwerk gelungen. Wieso also immer nach Sylt? Föhr heisst das Ziel für den Golfer, der sich wirklich für Golf und tolle Golfplätze interessiert.   (Zur Platzkritik)

10. St. Leon Rot – Rot Course

Der Platz ist schon lange auf meiner Liste, aber erst durch den Solheim Cup hatte ich die Gelegenheit, ihn mal zu spielen. Leider erfüllte er nicht ganz meine hohen, durch die Medien in Vorbereitung des Solheim Cups sicher beeinflusste, Erwartung. Ein toller Platz, aber ich hatte noch etwas mehr erhofft. Trotzdem noch einer der Top Plätze 2015 . Mal sehen, wie der St.-Leon-Platz ist. Nun habe ich ja den Vergleich. (Zur Platzkritik)

Linksgolfer

1. Kingsbarns Golf Links

Es ist kaum vorstellbar, dass hier einmal nur Ackerland war. Denn was Kyle Phillips mit Kingsbarns geschaffen hat ist atemberaubend und zugleich natürlich. Auch wenn das Flair vielen Einheimischen zu amerikanisch – und das Greenfee zu hoch ist, kann man einfach nur mit der Zunge schnalzen wenn man auf dem Platz steht. Jedes Loch ist ein kleines Kunstwerk und für alle Spielstärken zu bewältigen. Von originellen Par 3 zu genialen, drivebaren Par 4s über brutal schwierige Par 4s bis hin zu intelligenten Par 5s ist hier alles dabei, was das Golferherz begehrt. Zwar habe ich mit einem kleinen Einbruch in der Mitte in diesem Jahr auch den Ball selten besser getroffen als auf dieser Runde. Aber das breite Grinsen im Gesicht während der dreieinhalb Stunden kann sich ganz alleine Kyle Phillips auf die Fahne schreiben. (Zur Platzkritik)

2. Royal County Down

Leider war es nicht die echte Royal-County-Down-Experience, da aufgrund der Irish Open das Spiel nur von Winterabschlägen und Matten auf dem Fairway erlaubt war. Doch selbst so ließ sich das Skelett eines grandiosen Platzes erkennen, das lediglich vom etwas schwachen Finish getrübt wird. Doch die Front 9 gehören mit Sicherheit zu den besten neun Löchern, die man als Golfer auf diesem Planeten spielen kann. (Zur Platzkritik)

3. The Island

Man ist ja immer leicht verleitet, das eigene Ergebnis und äußere Umstände auf den Platz zu projezieren. Wenn man bei strahlendem Sonnenschein und Windstille die beste Runde seines Lebens spielt, könnte der Eindruck des Platzes glorifiziert werden. Wenn man hingegen bei strömendem Regen keinen Ball trifft, fällt es schwer nicht dem Architekten die Schuld zu geben. Die Voraussetzungen für „The Island“ hätten daher nicht schlechter sein können: 60 km/h Wind und eisige Temperaturen ruinierten jede Hoffnung auf ein gutes Ergebnis bereits am ersten Loch. Und als ich auf der 18 auch noch in ein Regenschauer geriet, das dank des Sturms für ein schmerzhaftes Gesichtspeeling sorgte, hätte das der letzte Sargnagel für den Platz sein können. Stattdessen hatte ich den größten Spaß in diesem Jahr. Denn der Platz ist einfach nur cool: die Front 9 in den Dünen mit blinden Drives und erhöhten Abschlägen und die Back 9 etwas offener mit Blick auf Wasser und Marschland. Jedes Loch ist anders und einzigartig – und ich werde sicher noch jahrelang davon erzählen, wie ich auf einem Par 3 mit dem Driver 30 Meter nach rechts aufs Wasser gezielt habe und der Ball links vor dem Grün landete. Ein Traum! (Zur Platzkritik)

4. Panmure

Der Platz in der Nachbarschaft von Carnoustie hatte undankbare Voraussetzungen, schließlich war die Tee Time nur wenige Stunden nach Kingsbarns – und bei diesem Vergleich kann man eigentlich nur scheitern. Stattdessen wurde es der beste 36-Loch-Tag meines Lebens. Eigentlich waren nur neun Löcher geplant, aber nach langweiligen ersten vier Löchern entfaltete sich ein Platz, der so old school und originell war, dass es bei perfektem Wetter und perfekten Licht in der Abenddämmerung einfach eine Sünde gewesen wäre, nicht alle 18 Löcher zu spielen. Vielleicht die größte Positiv-Überraschung in diesem Jahr. (Zur Platzkritik)

5. Carnoustie

Es regnete zwar nicht, aber in Ansätzen gab es dank kühler Temperaturen und starkem Wind trotzdem einen Hauch von Carnasty. Der Platz, der schon so manchen gestandenen Profi in die Knie zwang ist mit Sicherheit nichts, was man jeden Tag spielen möchte – dazu ist er einfach zu frustrierend. Aber das Design ist erstklassig und clever. Und trotz aller Schwierigkeit ist man nicht ständig am Bälle suchen. Dass man immer in den Fußstapfen der Geschichte wandelt, macht es natürlich noch eine Nummer spezieller. (Zur Platzkritik)

6. St Emilionnais

Spätestens seit ich Barnbougle Dunes gespielt habe, bin ich ein großer Fan der Arbeit von Tom Doak. Als der Amerikaner nun nahe Bordeaux sein erstes Design in Kontinentaleuropa fertig stellte, habe ich so schnell es ging einen Flieger nach Frankreich bestiegen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn der Platz vom Pflegezustand natürlich noch nicht in Top-Zustand war, man konnte bereits jetzt sehen, was für ein Schmuckstück hier wartet. Ohne viel Erdbewegungn auf welligem Terrain gebaut, folgt der Platz dem natürlichen Verlauf des Landes. Und wie bei Doak üblich hat er grandiose, abwechslungsreiche und herausfordernde Grünkomplexe gebaut und einen schwierigen, aber extrem fairen Platz geschaffen.

7. Les Vignes

Eigentlich nur als Nebenprodukt der Bordeaux-Reise gedacht, war auch dieser Platz des Golf du Médoc Resorts eine kleine Offenbarung. Kein Wunder, denn hier hat auch einer der ganz großen seines Fachs gearbeitet: Bill Coore, der gemeinsam mit Ben Crenshaw gerade einer der angesagtesten Golfarchitekten der Welt ist. Sein drittes Solodesign brilliert durch grandiose Bunker und setzt auf clevere Spielstrategie. Wäre dieser Platz in Deutschland, er wäre automatisch einer der zehn besten des Landes.

8. GC Föhr

Die positivste deutsche Überraschung in diesem Jahr. Denn der Golf Club Föhr hat einen unverwechselbaren Look, den man in Deutschland nicht noch einmal findet. Obwohl es auf der Nordseeinsel eigentlich keine Dünen gibt, sieht das komplett natürlich wirkende Design wie ein echter Linksplatz aus. 21 der 27 Löcher sind herausragend – und hätte man sie nicht auf alle drei 9-Loch-Schleifen verteilt, wäre diese 18-Loch-Kombination einer der fünf besten Plätze Deutschlands. Aber auch so ist er ein spektakuläres Design mit intelligent gestalteten Löchern und hohem Spaßfaktor. (Zur Platzkritik)

9. PGA Catalunya Stadium Course

Wer auf topgepflegte Plätze, grandiose Übungsanlagen und perfekten Service steht, wird an PGA Catalunya nichts zu kritisieren finden. Doch der Stadium Course krankt an den üblichen Problemen eines Turnierplatzes: extreme Entfernungen zwischen Grün und Tee, schlechte Begehbarkeit, hochgezüchtetes Rough und ein Design, das für Nicht-Singlehandicapper einen großen Frustfaktor bietet. Dennoch sind die Löcher durchaus smart gestaltet und ein extrem guter Test für die Qualität des eigenen Spiels. (Zur Platzkritik)

10. Ardglass

Vor etlichen Jahren bin ich über die Webseite des Clubs gestaltet und mir lief bei den Clifftop-Löchern das Wasser im Munde zusammen. Entsprechend war eine Runde auf meiner Must-Play-Liste als ich in Nordirland war. Tatsächlich haben die Clifftop-Löcher nicht enttäuscht. Zwar waren die inländisch verlaufenden Löchern sehr langweilig und trübten den Gesamteindruck, aber es sind genügend Highlights dabei um den Platz in diesem Jahr noch knapp in meine Top 10 zu bringen. (Zur Platzkritik)

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