Unverzüglich. Besseres Image. Jetzt. ODER Guten Aaaaabend!

Der Verbandstag des DGV am 12. April verspricht schon jetzt, eine lustige Veranstaltung zu werden: Der Bundesverband Golfanlagen (BVGA) hat nämlich eine tolle Idee gehabt, wie man das schlechte Image unserer Sportart aufpoliert.

Die Damen und Herren reichten deshalb für die Versammlung drei aufeinander aufbauende Anträge ein:

1.)     „Der Vorstand und das Präsidium des Deutschen Golf Verbands e.V. werden angewiesen, unverzüglich, längstens jedoch innerhalb von drei bis sechs Monaten, die sofortige Konzipierung, Produktion und Ausstrahlung eines Werbespots oder Imagefilms „Golfsport“ im öffentlich rechtlichen Fernsehen (ARD oder ZDF) durchzuführen.“

2.)    „Der Vorstand und das Präsidium des Deutschen Golf Verbands e.V. werden angewiesen, den Werbespot oder Imagefilm „Golfsport“ zu finanzieren vorrangig durch Sonderausschüttungen der Vereinigung clubfreier Golfspieler im Deutschen Golfverband e.V. (VcG) und nachrangig -durch Mitgliedsbeiträge bzw. – sofern ein solcher gebildet wird – durch den aus Mitgliedsbeiträgen zu bildenden Sonderetat „Werbekampagnen für Golfsport“ -und/oder sonstige Einnahmen des Verbands.“

3.)    „ Der Vorstand und das Präsidium des Deutschen Golf Verbands e.V. werden ferner angewiesen, die Mitglieder durch geeignete Maßnahmen, insbesondere verbandsinterne Rundschreiben oder Veröffentlichungen auf der Homepage im Internet über den Fortgang und die Entwicklung des Werbespots oder Imagefilms „Golfsport“ und sonstige Werbemaßnahmen laufend, zumindest einmal im Monat, zu unterrichten.“

Meine spontane Reaktion: Hahahahahhahahahahhahahhahahhahahahahhahahahahaha!

Es gibt wahrscheinlich keinen besseren Weg, um Geld zu verbrennen. Und selbst die Kohle der VcG sollte einem dafür zu schade sein. Beim ZDF kostet zum Beispiel der 20 Sekünder, der eine Woche zur besten Sendezeit ausgestrahlt wird, einen Eurobetrag im unteren sechsstelligen Bereich. Für die ARD gilt eine ähnliche Preisliste.

Die Preisfrage: Wie viele Wochen muss dieser Werbesport laufen, um einen Sinneswandel in der Bevölkerung zu bewirken?

Ich sage es mal ganz unverblümt: Ein Film löst nicht das immense Imageproblem des deutschen Golfsports. Das ist eine absolute naive und dumme Idee.

Es gilt eher einmal die tatsächlichen Gründe (zu teuer, zu elitär, zu zeitaufwändig, nur was für alte Leute etc.) für das schlechte Ansehen zu analysieren – und im Anschluss darauf von Seiten der Clubs zu reagieren.

Man stelle sich einmal den Werbespot vor, wenn der DGV tatsächlich dazu verdonnert werden sollte, solch einen Film zu konzipieren.

Es wird viel Natur zu sehen sein. Happy People in allen Altersklassen. Die Menschen wirken gesund, mobil, aktiv. Sie spielen Golf und genießen das tolle Clubleben nach der Runde. Schöööön. Und dann sind 20 oder 30 Sekunden um.

Das Problem ist: Auch nach diesen 30 Sekunden sind viele deutsche Golfclubs noch immer elitär, teuer, unflexibel und überaltert.

Oder wie die Mainzelmännchen sagen würden: ENDE.

Und nun zurück zum regulären Programm.

httpv://www.youtube.com/watch?v=IoDHlG26jx4

httpv://www.youtube.com/watch?v=IvcV2A0Q9pQ

 

FOTO: Bruno Casonato/flickr

9 Comments

  • Michael F. Basche sagt:

    Sehr richtig und sehr treffend kommentiert! Dem ist an dieser Stelle nichts mehr hinzuzufügen. Grüße!

  • rebel sagt:

    In manchen Kreisen scheint es wirklich noch zu funktionieren – Probleme nur nicht an sich rankommen lassen und auch noch negieren – Schuld sind die anderen.
    Wenn man seine Probleme nur nicht ernst nimmt, verschwinden sie sicher auch wieder von allein….

    bis denne
    rebel

  • Oh man, deinem Kommentar ist nichts hinzuzufügen. Schön mal Geld verbrennen…die Ursachen und Wirkungen sollte man mal ganz anders betrachten. Meine persönliche Meinung ist, und darüber wollte ich demnächt auch mal schreiben, dass die mittlere Generation (sagen wir 25-40) viel mehr für einen Wandel beitragen kann als irgendein bekloppter Werbespot. Gerade wir, die wir alle vernetzt sind, teilweise noch in eigenen Blogs über den Golfsport authentisch schreiben und damit bei Freunden und Kollegen Vorurteile einreissen (merke ich ja bei mir selber), erachte ich als deutlich wichtiger, als blinden Aktionismus….vor allem kann ich mir im Leben nicht vorstellen, dass aus ’nem Verband ein wirkungsvoller Werbespot rauskommt. Das Resultat wird sein wie von dir beschrieben…

  • Exilgolfer sagt:

    Kann sich einer nur im entferntesten vorstellen, wie so ein Image-Film, gemacht von den Leuten im DGV, aussehen würde? Der würde vermutlich zwischen den Zeilen (oder auch ganz offensichtlich) alle Vorurteile wieder bestätigen :-)

    • rebel sagt:

      schau dir die Bewerbung zum RyderCup an – genau so, wenn nicht noch schlimmer.
      Da kommen gleich ein paar Gründe mehr zusammen – nicht Golfen zu gehen. Ist in etwa so, wie die bekloppte Müsli Werbung ;)

      bis denne
      rebel

  • Gregor sagt:

    Also mein Vorschlag wäre ja das Modell Lebensmittelladen: Der DGV engagiert Friedrich Lichtenstein. Der tanzt dann über den Platz und dann heißt es super Fairways, super Spieler, super Sportart, supergeil. Und wenn das nicht für nen Imagewechsel reicht, dann weiß ich auch nicht…

  • conni de witt sagt:

    also ICH finde beide videos schon sehr gelungen. und wenn man die nun sehr oft entsprechender werbetraegerwirksamkeitsstudien, ICH betone, sehr oft spielt, dann wird‘ s schon….
    (wenigstens ein fetter geldbeutel fuer die agentur, fuer paar gebeutelte schauspielernde golfer, fuer die rundfunkanstalten, denen die rundfunksteuer zu wenig einnahmen sind, fuer…).
    IDEE: Ausschreibung fuer Hochschulen fuer Gestaltung das ganze nett rueberzubringen und ab ins (Inter-)Netz. Denn welche Generation schaut noch Fernsehen? ABER: schade ist es um das Geld auf jeden Fall. Baut lieber freie Plaetze, foerdert Crossgolfing etc. Wenns Spass macht landet man irgendwann bei einem GC. Und wenn der klug ist, bietet der moderne Mitgliedschaften an und 9 ner Plaetze. Die kann man mal vom zeitl. Aspekt noch spielen. DENN: beruftaetig muss man schon sein, um einen GC Beitrag zahlen zu koennen. Und dann hat man wieder wenig Zeit… Wenig Zeit heisst wenig-spielen. Und d.h. dass eigentl. viele GCs Mitgliedschaften zu teuer sind… Desh.: liebe GCs ueberdenkt die Mitgliedschaftsmodelle, foerdert gemeinsam freie Uebungsplaetze… Foerdert den Schulsport im Golf. Dann wird’s was. Ohne Imagefilm.

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