Utrechtse Golf Club „De Pan“

Unsere Bewertung

8 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Wer die besten Golfplätze der Welt spielen möchte, ist meistens darauf angewiesen entweder in den Vereinigten Staaten oder auf den britischen Inseln zu spielen. Aber es gibt natürlich auch woanders tolle Plätze. Und man muss dafür nicht mal nach Australien oder Neuseeland reisen. Die besten Plätze Kontinentaleuropas sind gar nicht mal so weit entfernt. Der laut verschiedener Listen beste Kurs, der nicht privat und gut erreichbar ist, ist De Pan bei Utrecht. Ein klassischer Heidelandplatz von Harry Colt. Im Mai habe ich dann einfach Nägel mit Köpfen gemacht, einen Tag freigenommen und mich für eine Runde auf dem De Pan Kurs angemeldet. Morgens von Bochum los und abends wieder zurück.

Der Club ist der zweitälteste Golfclub der Niederlande und wurde 1894 gegründet. Damals befand sich der Platz des Clubs aber in Doorn. Der Ort, an dem Kaiser Wilhelm II sein Exil nach der Gründung der Republik in Deutschland verbrachte. Ende der 20er Jahre suchte man sich dann einen bekannten Golfplatzdesigner und liess den heutigen Kurs etwas weiter westlich in einem Wald errichten. Harry Colt  und seinem Team gelang damals ein wahres Meisterstück. Und schon 5 Jahre nach der Eröffnung des neuen Platzes wurden die Dutch Open in de Pan ausgetragen. Sieger war ein gewisser Sid Brews. Damals übrigens der beste südafrikanische Golfer. Interessanterweise wurden die Dutch Open danach nur noch dreimal in de Pan ausgetragen. Warum nur so wenig, kann ich auch nicht genau sagen. Vielleicht wollten die Mitglieder ja nicht.

Wenn man das erste Mal zu dem Club kommt, ist man erstmal überrascht, dass man ein Loch kreuzen muss, welches mit einer Ampel ausgestattet ist. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Clubhaus muss man über Loch 10 laufen und man kreuzt einen möglichen Abschlag der Herren oder Damen. Hatte ich vorher so noch nicht. Die nächste Überraschung war, dass ich mich zwar für eine feste Uhrzeit angemeldet hatte, es diese aber gar nicht gab, da man eine Ballspirale hatte und zudem Ladies Day war. Da hatte ich bei meiner Anmeldung möglicherweise etwas missverstanden… Ich hatte auf jeden Fall genug Zeit, bevor ich meinen ersten Schlag unterhalb des Clubhauses machte.

Meine Runde begann ich dann mit einem netten älteren Herren, der sich als pensionierter Richter vorstellte, der vor einigen Jahren dem Club ohne die sonst übliche Warteliste beigetreten war. Der Grund für diesen einfachen Eintritt war ganz simpel. Seiner Familie gehört das Grundstück, auf dem sich der Platz befindet. Wir bewegten uns zusammen entspannt hinter dem Damentag über die ersten 6 Loch und unterhielten uns prächtig. Nach 6 Loch beendete mein Begleiter aber seine Runde. Mehr spielt er nicht mit seinen 80 Jahren. Vom Grün der 6 ist man direkt am Parkplatz. Und das reicht dann zweimal die Woche. Danach war ich dann alleine hinter dem Damentag. Da ich ohne meinen Begleiter etwas schneller war, liess man mich an Loch 12 dann passieren. Alles in allem also eine sehr entspannte Runde bei bestem Wetter.

Der Platz selber ist ein klassischer Heidelandplatz, wie man ihn auch oft in England antrifft. Natürlich ondulierte Fairways, gut platzierte Bunker und sehr gute Grüns. Selbstverständlich ist der Platz nicht mehr im Originalzustand. In fast 90 Jahren passiert einfach zu viel und nicht immer nur Gutes. Der Club heuerte daher den Architekten Frank Pont an, der dort auch Mitglied ist. Frank Pont versucht nun, den Platz langsam wieder in den Harry Colt designten Originalzustand zu bringen. Ein Großteil davon ist schon erledigt und wird teilweise kontrovers in Fachkreisen diskutiert.

 

Der Film zeigt Loch 10. Mein Lieblingsloch in De Pan. Sowas baut man heute nicht mehr…

Der Platz ist auf relativ engen Raum gebaut. Dieser Fakt fällt einem aber während der Runde kaum auf, da man fast immer die Fairways „für sich hat“. Die Löcher sind oft auch von Dünen getrennt, die dann aber auch für erhöhte Abschläge genutzt werden. Es gibt Stimmen, die sagen, dass De Pan eines der besten Routings ist, die Harry Colt erstellt hat.  Von denen, die ich von ihm kenne, gehört das Routing hier ganz klar zu den besten. Die Löcher, die auf jeden Fall im Kopf bleiben, sind für mich:

Loch 6: Par 4 mit je nach Lage und Können 2 blinden Schlägen.

Loch 10: Kurzes Par 4, welches zum Grün hin durch die Bäume immer enger wird (siehe Film).

Loch 15: Tolles Heideland Par 3 mit einem Grün auf zwei Ebenen.

Loch 17: Kurzes Par 4 in der Heide mit einem erhöhten Grün

Die Umbaumassnahmen, die den Platz großteils wieder in den Originalzustand bringen sollen, sind noch nicht ganz abgeschlossen. Wenn das erledigt ist, komme ich auf jeden Fall noch einmal wieder. Nach der Runde liess ich den Platz auf der schönen Terrasse des Clubhauses Revue passieren und unterhielt mich noch etwas mit den Damen, die lange vor mir her spielten. Wenn die Staus auf der Rückreise nicht gewesen wären, wäre es ein perfekter Tag gewesen.

Fazit: Einer der 3 besten Plätze, die ich bisher in Kontinantaleuropa spielen durfte.

Website des Clubs

Gespielt am 17.05.17

 

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