Wahrnehmungsstörungen bei golf.de

UPDATE Ich hatte schon lange den Verdacht, dass die Damen und Herren von golf.de in einer Art Paralleluniversum wohnen. Jetzt hat sich die Annahme bestätigt. Der Beweis dafür findet sich im aktuellen (B)logbuch-Eintrag von Chefredakteur Tim Starke. Sein Text „Akkreditiere sich, wer kann“ handelt vom gestiegenen Journalisteninteresse an der Ladies German Open auf Gut Häusern. Starke leitet davon gleich den Beginn einer neuen Ära in der deutschen Golfberichterstattung ab.

Zitat: „300 akkreditierte Medienvertreter werden in den Turniertagen in München aufschlagen und über Damengolf berichten, ein Wert, der fröhlich stimmt, zeigt er doch, dass Golf endlich auch Zugang zu Medien jenseits von Golf.de, Golf Journal und den hinteren Optionskanälen bei Sky erhält. Dank medientauglicher Stars wie Sandra Gal oder Caroline Masson wird nun endlich berichtet über die vor kurzem in Politikerkreisen noch verniedlichte Randsportart.“

Lieber Tim (Ich sag mal Du, wir sind ja beide noch nicht so urmelalt), wo soll ich anfangen? Am besten bei den 300 akkreditierten Medienvertretern. Glaubst du wirklich, dass alle der 300 Journalisten über das Event berichten? Vielleicht sogar in relevanten Medien? Wohl kaum. Wie die Überschrift deines Textes schon richtig formuliert: „Akkreditiere sich, wer kann“. Sprich: Unter den 300 Leutchen gibt erfahrungsgemäß jede Menge Nassauer, die einfach nur den freien Eintritt und die Wichtigkeit eines Presse-Bändchens genießen. Von denen wirst du keine Zeile über das Turnier lesen.

Interessant ist auch, dass Golf in deutschen Medien für dich bislang nur auf golf.de, im Golf Journal (gehört ja auch zu euch Keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin, aber es gehört nicht zu euch!) und auf den hinteren Optionskanälen von Sky stattfindet. Mal abgesehen davon, dass ich Sky HD 1, HD 2, Sport 1 und Sport 2 nicht als hintere Optionskanäle bezeichnen würde, finde ich es relativ frech, eure die gesamte Printkonkurrenz (die im schlimmsten Fall genauso schlecht wie das Golf Journal ist) einfach zu verschweigen.

Dass ich das Informations-Monopol von golf.de im Internet ebenfalls für ein Gerücht halte, versteht sich wohl von selbst.

„Medientaugliche Stars“ sind Sandra Gal oder Caroline Masson in keiner Weise. Weder Stars, noch medientauglich (bestes Beispiel sind die peinlichen PR-Fotos von Masson, die bei euch zu sehen waren und bei der jeder ernsthafte Redakteur die Hände über den Kopf schlägt). Beide sind zwar sehr hübsch anzusehen und spielen gutes Golf, aber das war es auch. Wenn es tatsächlich ein gesteigertes Medieninteresse am Golfsport in Deutschland gibt, dann ist das nicht den beiden Damen zu verdanken, sondern Martin Kaymer. Und selbst bei den Berichten (in den klassischen Printmedien wie Handelsblatt usw.) über den Mettmanner handelt es sich meist immer um diegleiche Agenturmeldung. Manchmal noch nicht einmal mit einer neuen Überschrift versehen.

Auch dein angefügtes Beweisfoto des „Pressezentrums“, weiß mich nicht zu überzeugen.

Zitat der Bildunterschrift: „Nicht von den wenigen anwesenden Personen täuschen lassen – die abgestellten Laptops zeugen vom großen Journalisten-Interesse auf Gut Häusern.“

Ich zähle maximal 20 Laptops – bei 300 akkreditierten Medienvertretern. Wahnsinn.

Ein wirkliches Medieninteresse an der Ladies German Open auf Gut Häusern sehe ich eigentlich nur auf golf.de. Sämtliche Aufmacherplätze in der Flash-Übersicht sind mit Meldungen vom Damenturnier belegt. Da stellt sich nur die Frage nach dem Grund dieser besonderen Gewichtung: Anzeigendeal oder Verbandspolitik? Mit dem Nachrichtenwert hat es in meinen Augen nichts zu tun.

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