Wallasey – Dr. Frank Stableford

Unsere Bewertung

6 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Das letzte Ziel unserer Golftour nach Nordwales lag in England. Beim blättern in meinem Top100-Buch über England landete ich während meiner Urlaubsvorbereitung irgendwann beim Wallasey Golfclub. Er erfüllte mehrere meiner Auswahlkriterien (Linkskurs, hohe Dünen, viel Geschichte, in den Top 100 und auf dem Weg für unsere Tour). Der Hauptgrund war aber, ehrlich gesagt, dass dort das Clubmitglied Dr. Frank Stableford 1931 das nach ihm benannte Zählsystem erdacht hat. Genau genommen (laut Legende) auf Loch 2. Also musste ich dort auch spielen. Wer mehr über Dr. Stableford lesen möchte, liest hier.

Wir sind früh genug in Wales losgefahren und haben gehofft, dass es trocken bleibt. Vorhersage war nicht allzu positiv. Um Liverpool herum schwere Regenfälle möglich. Es war zwar die ganze Zeit bewölkt, aber es blieb immer trocken. Irgendwann kamen wir auch an und meldeten uns im Proshop an. Wie üblich fragte uns niemand nach unseren Handicaps. Obwohl man dort offiziell auch ein Certificate verlangte (lt. Website). Wir waren früh genug und hatten genug Zeit. Unsere Startzeit war um 13.30 Uhr und wir hatten fast 45 Minuten Zeit. Wie so oft in UK war der Weg zur Driving Range (falls es eine gibt) zu lang. Also schauten wir uns etwas um und gingen auf das Putting- Grün. Bedenken hatten wir etwas, weil nach uns (14.00 Uhr) ein Turnier begann (Home International mit Teams aus England, Schottland, Wales, Irland und Nordirland). Und vor uns war man schon etwas verspätet. Dazu gelten wir drei international nicht als der schnellste Flight der nördlichen Hemisphäre.

Irgendwann ging es dann doch los. 12 Minuten Verspätung und hinter uns wartete man schon. Aber von so was lassen wir uns nicht beeinflussen… Wir gaben uns also Mühe und brachten Loch 1 (schön mit Dünen rechts und links und gut geschütztem, erhöhten Grün) fix hinter uns. Ich habe, glaube ich, nicht mal Bilder gemacht (was bei mir kaum vorkommt). So schnell waren wir. Dann ging es aber zu Loch 2, welches auch Stableford hiess. Dort soll Dr. Stableford an einem windigen Morgen 1931 die Idee zum Zählsystem gekommen sein. Bis dahin wurden Golfturniere immer als Zählspiel gespielt. Und dieses Loch konnte einem bei etwas Wind den Score zerstören. Warum also nicht mal mit Punkten versuchen? Dann hat man länger was von einem Turnier. Und schwupps, gab es eine neue Spielform… Das wird in Realität möglicherweise etwas länger gedauert haben. Aber grob war es so und 1932 wurde dann beim Wallasey GC das erste Turnier nach dem Stableford-System gespielt. Ein Stableford Turnier wird dort immer noch einmal im Jahr gespielt. OK. Vielleicht auch mehr. Aber nur eines, welches auch so heisst und als offenes Turnier ausgetragen wird.< Der Platz hatte natürlich noch mehr zu bieten als nur Loch 2. Bis Loch 5 ging es weiter durch hohe Dünen. Wobei mir persönlich der Abschlag der 4 am besten gefiel. Ein Par 5 mit erhöhtem Abschlag, von dem man rechts die irische See sah. Leider war es etwas diesig. Aber es war auch so schön. Ab Loch 6 ging es dann über flacheres Gelände, bei dem man die Dünen immer nur linker Hand sah. Bei diesen Löchern waren die Bunker die wahren Hindernisse. Der Wind war an unserem Spieltag gnädig mit uns und unsere Scores waren in Ordnung (für unsere Verhältnisse). An Loch 15 ging es dann wieder zurück in die Dünen. Allmählich hatten wir auch das Turnier direkt hinter uns. Aber die letzten 3 Löcher schafften wir auch noch. Loch 18 war nicht so einfach, weil man seinen zweiten Schlag blind Richtung Clubhaus schlagen musste. Leider fanden wir meinen Ball im Rough und ich lieferte vor den Zuschauern auf der Terrasse eine peinliche Hackershow ab. Aber irgendwie brachte ich dann den Ball doch mit einem Doppelbogey ins Loch und unser letzter Platz der diesjährigen Tour auf die Insel war beendet. Rüdiger hatte erstmals auf der Tour das beste Ergebnis und wir konnten uns dem Abendprogramm in Wallasey widmen. Den Platz kann ich sehr empfehlen für alle, die gerne Linkskurse spielen. Und für die Region um Liverpool ist er sogar vergleichsweise günstig. Er hat herausfordernde Bahnen, die nicht langweilig werden. Der Platz hat nette (schwere) Par 3 Löcher, die auch optisch schön angelegt sind und er hat ein nettes Clubhaus mit Portraits von Frank Stableford und Bobby Jones (der hat dort auf den Weg zum (damaligen) Grand Slam das Qualiturnier für die British Open 1930 gewonnen). Richtig schön sind auch die Bunker dort. Erstens gibt es sehr viele davon und dann sind diese wirklich tief. Und steile Wände haben diese auch. Der einfachste Weg dort herauszukommen war, nicht herein zu spielen. Für Top-Platz waren die Löcher 6 - 12 nicht gut genug. Aber es ist trotzdem ein sehr schöner Platz. Und er hat tolle, gut abgestimmte Par 3-Löcher, was für mich auch immer wichtig ist. Abschluss unserer Tour war dann Liverpool mit „Ferry cross the Mersey“, Albert Docks und dem Beatles-Museum.

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