Week in Review 4/2013: Die mit Sneds-zilla, Phils Ausrutscher und Condoleezas Querschläger

Sneds-zilla

Manche Statistiken sind sinnlos: Wie die von der PGA Tour verbreitete, dass Brandt Snedeker der achte Spieler seit 1990 ist, der zwei zweite Plätze in Folge hatte – und der erste, der beim darauffolgenden Start einen Sieg einfahren konnte. Absurd, denn vermutlich war auch Phil Mickelson der erste Spieler, der nach Platz 37 und 51 in den Vorwochen einen Sieg bei der Phoenix Open holen konnte.
Relevant ist dagegen, dass Snedeker der erste Spieler seit Tiger Woods ist, der in drei aufeinanderfolgenden Wochen mindestens Zweiter wurde. Damals gewann Woods die Buick Open und das Bridgestone Invitational bevor er bei der PGA Championship Zweiter wurde.
Doch die Statistikabteilung der PGA Tour förderte auch interessante Zahlen zu Tage. So zum Beispiel, dass Snedeker bei seinen letzten 37 Runden sage und schreibe 33 mal unter Par blieb und für dieses Jahr 82 unter Par liegt. Oder dass sein 2013 verdientes Preisgeld bereits jetzt ausreichen würde um unter die Top 30 der Geldrangliste zu kommen. Und nicht zu vergessen: Snedeker hat bereits jetzt mehr FedEx-Cup-Punkte gesammelt als in der regulären Saison 2012, wo er den Jackpot mit nach Hause nahm. Kein Wunder, dass ihm die PGA Tour jetzt einen Werbespot widmete.



Luck of the Irish

Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen, lautete eine Arbeitsthese des Mathematikers Edward Lorenz. Ein ähnliches Beispiel für den Schmetterlingseffekt gab es am letzten Wochenende in Pebble Beach. Als Patrick Reed an seinem letzten Loch aus 3,60 Meter zum Birdie einlochte, verdiente der Amerikaner nicht nur zusätzliche 20.000 Dollar, er wurde auch zum Zünglein an der Waage für die Qualifikation zum Accenture Match Play. Da Reed durch das Birdie mit Fredrik Jacobson gleichzog, bekam der Schwede weniger Weltranglistenpunkte und blieb damit lächerliche 0,0002 Durchschnittspunkte hinter dem Iren Shane Lowry zurück, der sich damit den letzten Platz im 64-Mann-Feld sicherte. Auch mit dabei ist Marcel Siem. Der hat sogar noch die Chance auf das große Los: Wenn Charles Howell III diese Woche bei der Northern Trust Open in den Punkten landet, wird er den Deutschen in der Weltrangliste passieren – und für Siem würde dann eine Erstrundenpaarung mit keinem Geringeren als Tiger Woods warten.

Rocco Siegfredi

„Die meisten der Jungs haben mir auf der großen Tour den Hintern versohlt, und ich bin bereits dies zu ändern.“ Vollmundig kündigte Rocco Mediate sein Debüt auf der Champions Tour an – und er ließ Taten folgen. Gleich seinen ersten Start beendete der Mann, der durch seine U.S.-Open-Playoff-Niederlage gegen den einbeinigen Tiger Woods legendär wurde, mit einem Sieg. Mit 50 Jahren, 1 Monat und 24 Tagen ist Mediate einer der jüngsten Champions-Tour-Sieger überhaupt (den Rekord hält weiter Bobby Wadkins mit 50 Jahren und 10 Tagen), und erst der 16. Spieler, der sein Debüt mit einem Sieg beendete. Zuletzt gelang dies bei der SAS Championship 2009 Tom Pernice Jr., der ironischerweise am letzten Wochenende direkt hinter Mediate landete. Die andere 14 Debüt-Sieger waren:

  • Don January, 1980 Atlantic City Invitational
  • Roberto De Vicenzo, 1980 U.S. Senior Open
  • Arnold Palmer, 1980 PGA Seniors Championship
  • Rod Funseth, 1983 Hall of Fame Tournament
  • Gary Player, 1985 Quadel Seniors Classic
  • George Archer, 1989 Southwest Senior Classic
  • Jack Nicklaus, 1990 The Tradition
  • Bruce Fleisher, 1999 Royal Caribbean Classic
  • Lanny Wadkins, 2000 ACE Group Classic
  • Bobby Wadkins, 2001 Long Island Classic
  • Mark McNulty, 2004 Outback Steakhouse Pro-Am
  • Mark Wiebe, 2007 SAS Championship
  • Tom Lehman, 2009 Legends of Golf
  • Michael Allen, 2009 Senior PGA Championship

Wegen Überfüllung geschlossen

Das Pebble Beach Pro-Am war ein großer Tag für zahlreiche Spieler, die aufgrund der niedrigen Priorität ihrer Tourkarte nur eine begrenzte Anzahl an Starts bekommen. James Hahn, Patrick Reed und Patrick Cantlay sackten als Vierte, Siebte und Neunte einen netten Preisgeldscheck ein und – was noch wichtiger ist – qualifizierten sich mit dem Top-Ten-Resultat für die Northern Trust Open der Folgewoche. Sollte man zumindest meinen. Doch das Feld in Riviera ist so überfüllt, dass die automatische Qualifikation für das Folgeturnier in diesem Fall aufgehoben wurde und das Trio auf die Warteliste kam. James Hahn rückte mittlerweile bereits nach, während Cantlay dank seines Studiums an der UCLA eine Sponsoreneinladung bekam. Nut Patrick Reed muss als Weinender Dritter wieder einmal die Qual des Monday-Qualifiers durchstehen, sollte nicht noch jemand zurückziehen.

Lydia Ko

Sie ist bereits der jüngste Sieger eines Profiturniers überhaupt und die jüngste Siegerin in der Geschichte der LPGA Tour. Jetzt trug sich die Neuseeländerin Lydia Ko auch in die Geschichtsbücher der Ladies European Tour ein. Mit 15 Jahren, 8 Monaten und 17 Tagen löste sie durch ihren Sieg bei der New Zealand Women’s Open die damals zehn Monate ältere Südkoreanerin Amy Yang als Siegerküken ab. Damit hat Ko bereits jetzt mehr Profititel als die deutlich höher gehypten Lexi Thompson und Michelle Wie. Nur finanziell wirkt sich das Ganze noch nicht aus. Ko ist immer noch als Amateur unterwegs und plant auch weiterhin keinen Wechsel ins Profilager. Ein kostspieliger Luxus, denn in ihrer kurzen Karriere hat sie mittlerweile schon auf mehr als 300.000 Euro Preisgeld verzichtet.

Friendly Fire

Im vergangenen Jahr sorgte die ehemalige US-Außernministerin Condoleezza Rice für Aufsehen, als sie als eine der ersten beiden Frauen im Augusta National Golf Club aufgenommen wurde. Jetzt schrieb sie erneut golferische Schlagzeilen. In der ersten Runde des Pebble Beach Pro-Am verzog sie am 6. Loch den Schlag ins Grün um fast 50 Meter und streckte dabei eine Zuschauerin nieder, die mit einer blutenden Wunde am Kopf zusammenbrach. Es war nicht der einzige wilde Schlag der Republikanerin. Am Ende wurde es so schlimm, dass sich Mitspieler Joe Ogilvie zu einer Hilfestellung genötigt sah: „Ich sagte ihr, der Rückschwung sei ganz ähnlich zur Diplomatie. Es braucht eine Weile bis man dahin kommt, wo man will. Also nehmen sie sich Zeit.“ Vielleicht nicht gerade das beste Bild, schließlich war Rice nicht gerade für ihre Diplomatie bekannt

Väter der Klamotte

Da Phil Mickelson bei seinem unfreiwilligen Ausflug in Pebble Beach glücklicherweise nichts passiert ist, lässt sich vortrefflich über sein Missgeschick lachen (via sbnation.com)

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