Week in Review: Ausgabe 37/2012

Alter schützt vor Titeln nicht

2012 sah es aus, als sollte der alterslose Miguel Angel Jimenez jetzt doch seinen Jungbrunnen verloren haben. Zwar hatte er bei der Open Championship mit einer Top 10 noch einmal einen Aha-Moment, doch in der Weltrangliste lief er Gefahr aus den Top 100 zu fallen und der letzte Titel des Spaniers lag bereits zweieinhalb Jahre zurück. Doch wie gut, dass es die Hong Kong Open gibt. Bereits 2005 und 2007 konnte der Endvierziger dort den Titel einfahren, jetzt machte er den Hattrick komplett. Und nicht nur das: Mit seinem Sieg verewigte sich Jiménez ein für alle Mal in den Geschichtsbüchern der European Tour – als ältester Turniersieger aller Zeiten. 48 Jahre und 318 Tage hatte der Mann mit dem Pferdeschwanz auf dem Buckel als er den Putt zum Sieg lochte – damit war er 284 Tage älter als der bisherige Rekordhalter Des Smyth bei seinem Sieg in der Madeira Island Open 2001. Dritter in der ewigen Bestenliste ist Neil Coles, der mit 48 Jahren und 14 Tagen die Sanyo Open 1982 holte.

Same Old, Same Old

John Daly kann es nicht lassen. Nachdem er bereits während der Singapore Open negativ aufgefallen ist, weil er wegen angeblicher Ermüdung mal wieder während einer laufenden Runde zurückzog, ist der ewige Bad Boy auch bei der Hong Kong Open negativ aufgefallen. In der zweiten Runde nahm er auf dem elften Grün seinen Putter und pfefferte ihn in die Botanik. Schuld waren natürlich mal wieder andere. Handy und Kameras hatten ihn angeblich so gestört, dass er sich seiner Wut Luft verschaffte. Die Tatsache, dass er dabei war den Cut zu verpassen, spielte dagegen ja so gar keine Rolle. Die European Tour kündigte eine Strafe für den zweimaligen Majorsieger an. Doch über die wird Daly mal wieder nur lachen denn er weiß genau, dass Turnierdirektoren nicht lernfähig sind und ihn weiter mit Einladungen überschüttet. Die wird er auch 2013 brauchen, denn zwar ist er im Race to Dubai unter den ersten 90, aber da er das Finale verpasst, fehlt ihm ein Turnier um die Kriterien für die Mitgliedschaft zu erfüllen.

Triumph der alten Welt

Wer mit möglichst wenig Aufwand Weltranglistenpunkte und Preisgeld einsacken will, geht nach Asien. Rickie Fowler holte hier seinen ersten Profisieg, Lee Westwood macht regelmäßig eine völlig überforderte Konkurrenz platt. Eines der beliebtesten Abstauber-Turniere ist dabei das Dunlop Phoenix Tournament in dessen Siegerlisten sich bereits Tiger Woods, Padraig Harrington, Ian Poulter, Thomas Björn und – natürlich – Lee Westwood finden. Jetzt hat sich auch Luke Donald dort verewigt. Mit 5 Schlägen Vorsprung vor dem Amateur (!) Hideki Matsuyama triumphierte Donald bei seinem Start-Ziel-Sieg. Wie schlecht das Feld war? Selbst Alvaro Quiros, der im gesamten Jahr nur eine Top-25-Platzierung in einem Zählspiel-Event hatte, landete auf Platz 6.

Wohnen im Alter

Im Dutzend billiger hat Chubby Chandler offensichtlich ein paar Häuser in Palm Beach Gardens bekommen. Denn jetzt hat der umtriebige Manager seine Klienten Lee Westwood, Louis Oosthuizen und Charl Schwartzel in drei von ihnen untergebracht. Zusammen mit Darren Clarke wird das Trio eine Mitgliedschaft im Old Palm Golf Club annehmen. Wie gut für Lee Westwood, dass der exklusive Club im Zuge der Finanzkrise seine Aufnahme-Standards gesenkt hat und auch Nicht-Majorsieger aufnimmt.

Alter Schwede

Die Durststrecke ist vorbei. Dreieinhalb Jahre nach seinem Sieg bei der Players Championship konnte Henrik Stenson mit der South African Open wieder ein Turnier für sich entscheiden. Geplagt von einer nicht enden wollenden Serie an Verletzungen war der 36-Jährige aus den Top 100 der Weltrangliste gefallen und lief Gefahr seine Spielberechtigungen zu verlieren. Doch mit viel Geduld hat er sich in diesem Jahr ganz langsam wieder zurückgearbeitet. Drei Top 10s in Folge bei der BMW Open, der Open de France und der Scottish Open hatten Stenson wieder Selbstbewusstsein gegeben. Nur durch eine Sponsoreneinladung ins Feld gekommen, machte Stenson das Beste daraus und hat nun zusätzlich zur PGA-Tour-Karte bis Ende 2013 wieder eine feste Spielberechtigung auf der European Tour.

Junge Hoffnung

Ein wenig unbeachtet von der deutschen Golf-Öffentlichkeit haben zwei Nachwuchshoffnungen einen großen Schritt in ihrer Profi-Karriere erledigt. Die ehemaligen College-Studenten Stephan Jäger (University of Tennessee) und Stefan Wiedergrün (University of North Carolina) sind in den USA geblieben und versuchen dort Fuß zu fassen. Jetzt haben sich beide für das Finale der Qualifying School qualifiziert. Stephan Jaeger durch einen 17. Platz bei dem er u.a. Hank Kuehne, Jamie Lovemark und Jesper Parnevik hinter sich ließ und Stefan Wiedergrün als 12. Damit haben sich beide bereits einen eingeschränkten Status auf der web.com-Tour gesichert. Sollten sie sich unter den besten 75 platzieren erhalten sie volles Spielrecht, die Top 25 bekommen sogar zum letzten Mal eine Karte für die PGA Tour. Ab dem 28.November geht die 6 Runden dauernde Qual für beide los.

Altmetall

…ist dieser Indoor-Golfsimulatur des Golf Channels nachdem Longdrive-Champion Jamie Sadlowski mit ihm fertig war.



Neue Energie

Jim Furyks Sponsoring durch „5-Hour-Energy“ hat schon so manchen Anlass für Hohn und Spott gegeben, bsw. wenn er am Ende einer mehr als 5 Stunden dauernden Runde mal wieder den Sieg verschoben hat. Doch jetzt hat die Werbebeziehung eine alles andere als witzige Wendung genommen. Die New York Times berichtet, dass der Energy-Drink als mögliche Todesursache in 13 Fällen untersucht wird. Zwar gibt es bisher noch keinen Beleg, dass an den Vorwürfen tatsächlich etwas dran ist, doch Furyks Agent sah sich immerhin bemüßigt ein Statement abzugeben und klarzustellen, dass Furyk selber ein regulärer Konsument der Marke sei.

Old MacDonald has a course

…und bald auch zwei. Wie Donald Trump jetzt verkündete, will er seinem umstrittenen Trump International Golf Links ein Geschwisterchen verschaffen. Zwar hatte Trump angekündigt aufgrund des bevorstehenden Baus von Windturbinen im Meer würde er keinen Cent mehr in das Resort investieren, aber jetzt zeigt sich, dass seine Drohungen – welch Überraschung – nur heiße Luft waren. Wie der Express berichtet wird erneut Martin Hawtree für das Design verantwortlich sein, das sich dieses Mal nicht in erster Linie durch die enormen Dünen ziehen sondern an der Küste entlangführen soll.

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