Wie der Presidents Cup wieder spannender würde

Der neunte Presidents Cup ist zu Ende – und es wird immer deutlicher, dass die Veranstaltung ein Problem hat. Zum sechsten Mal in Folge blieb der Titel in den USA (bei einem Unentschieden im Jahr 2003), nur ein einziges Mal konnte das internationale Team die Oberhand behalten. Selbst die Maßnahme an den Ort des einziges Triumphes zurückzukehren, fruchtete nicht: Zu keiner Zeit war der Sieg des amerikanischen Teams in Frage gestellt. Somit befindet sich der Presidents Cup in einer Situation in der der Ryder Cup in den 70ern stand. Damals wurde es dadurch gelöst, dass sich das britisch-irische Team Verstärkung aus Kontinentaleuropa holen durfte und so wettbewerbsfähig wurde. Dummerweise gibt es für das internationale Team diese Möglichkeit nicht, da der gesamte Rest der Welt schon einsetzbar ist.
Für Greg Norman liegt die Lösung des Problems darin, in Zukunft vier Captain’s Picks einsetzen zu dürfen. Ein Argument, das er allerdings selber diskreditiert hat: seine beiden handverlesenen Spieler Aaron Baddeley und Robert Allenby fuhren von 9 möglichen Punkten gerade mal 1,5 ein. Dabei ist die Lösung eigentlich ganz einfach: die Abschaffung des klassischen Vierers. Das Format ist zwar die Königsdisziplin, für das internationale Team hingegen völlig ungeeignet.

Während die Amerikaner in Nicht-Presidents-Cup-Jahren den Ryder Cup haben um sich in diesem selten gespielten Format zu schulen, werden die internationalen Spieler immer ins kalte Wasser geworfen. Hinzu kommt, dass es im internationalen Team eine Sprachbarriere gibt. Weil viele asiatischen Spieler nur sehr bruchhaft englisch können, werden die Vierer meist danach aufgestellt wer sich auf dem Platz verständigen kann und weniger danach wessen Spielweisen am besten zusammenpassen. Aus diesem Grund wird das internationale Team in den Foursomes, wie sie der Engländer nennt, regelmäßig vermöbelt und verspielt fast immer seine Siegchance. Etwas, was sich sehr schön illustrieren lässt wenn man die Ergebnisse der bisherigen Presidents Cups einmal ohne die Foursomes betrachtet. Statt einem Sieg und einem Unentschieden hätte das internationale Team heute vier Siege auf seinem Konto stehen. Solange die klassischen Vierer also weiterhin einen so großen Teil der Punkte ausmachen, werden die USA auf lange Sicht unschlagbar bleiben:

Jahr Ergebnis Ohne Foursomes
2011 USA 19 – 15 Int. USA 11 – 12 Int.
2009 USA 19,5 – 14,5 Int. USA 12,5 – 10,5 Int.
2007 USA 19,5 – 14,5 Int. USA 9 – 14 Int.
2005 USA 18,5 – 15,5 Int. USA 13 – 10 Int.
2003 USA 17 – 17 Int. USA 10,5 – 12,5 Int.
2000 USA 21,5 – 10,5 Int. USA 12,5 – 9,5 Int.
1998 USA 11,5 – 20,5 Int. USA 9,5 – 12,5 Int.
1996 USA 16,5 – 15,5 Int. USA 12 – 10 Int.
1994 USA 20 – 12 Int. USA 14,5 – 7,5 Int.

4 Comments

  • Nico sagt:

    Unpopulärer Vorschlag, aber interessantes Gedankenspiel…

  • Timo sagt:

    2007 war ja krass, da haben die Internationals nur einen halben Punkt über die Foursomes geholt, die Amerikaner hingegen 10.5..!

  • Monk sagt:

    Griffin, sehr gute Idee. Besser als Normans Vorschlag. Ich würde auch noch gerne sehen, wenn die Anzahl der Partien reduziert würde und dadurch die formschwachen Spieler nicht spielen müssen.

    PS: Lies doch noch mal den ersten Satz Deines Beitrages. Da fehlt irgendwie ein „ist“ oder „hat“.

    Grüße,
    Monk

  • poniente sagt:

    Es fehlen natürlich auch die gemeinsamen Übungsrunden, es würde schon helfen sich evtl. vor dem Turnier 1-2 x zu treffen-
    aber da ist nicht genug Platz im Terminkalender der Spieler.
    Abgesehen davon, wenn alle die Mannschaftsturniere so toll finden,
    sollte man diese irgendwie öfters spielen- Matchplay in den 3 möglichen Formen Single-Fourball-Foursome ist nunmal einfach geil.

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