Wolf Creek Golf Club

Unsere Bewertung

5 Linksgolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Wolf Creek ist einer dieser Plätze, die jeder schon einmal gesehen hat. Denn der Golfplatz in Mesquite, Nevada sorgt auf Fotos für ein atemberaubendes Farbenspiel. Die saftig grünen Fairways schlängeln sich durch die rotbraunen Hügel der Mojave Wüste. Und da viele Teeboxen erhöht sind, bieten sich spektakuläre Ausblicke für Golfer und Fotografen.

Doch diese Aussicht kommt nicht ohne einen entsprechenden Preis, den man dafür zahlt. Und ich rede nicht vom Greenfee, das je nach Jahreszeit zwischen 55 und 200 Dollar liegt. Der Platz ist absolut nicht zu Fuß zu bewältigen. Besonders, wenn die Temperaturen – wie mei meinem Besuch – bei 37 Grad Celsius im Schatten liegen. Die Wegführung ist so steil, dass es selbst mit einem E-Cart nicht zu bewältigen wäre. Also bekommt man als Golfer ein benzinbetriebenes E-Cart gestellt. Und selbst das ist nicht ideal. Denn ich muss zugeben, dass ich bei den Abfahrten phasenweise Angst hatte, lebend von diesem Platz herunterzukommen – und ich war Fahrer.

Wer diesen Blog öfter liest, weiß, dass wir große Stücke auf „Walkability“ halten. Was diesen Punkt betrifft, ist Wolf Creek ein Totalausfall. Doch der Reiz dieses Spektakels ist dennoch nicht von der Hand zu weisen. Nicht umsonst war der Platz lange Zeit fester Bestandteil der Tiger Woods PGA Tour Reihe von EA Sports. Dort wurde er von den 6349 Meter langen „Challenger“-Backtees gespielt. In der Realität spielen die meisten Herren von den 5769 Meter langen „Champions“-Tees.

Die reale Länge ist aber etwas kürzer. Zwar liegt Mesquite nur knapp 500 Meter über Normal Null. Die meist vorherrschende Hitze lässt den Ball dennoch länger fliegen. So weit, dass ich (damalige Carry-Länge vielleicht 210 Meter) das 257 Meter entfernte Grün der 7 nur um wenige Zentimeter verpasste (dass der Ball zurück ins Wasserhindernis sprang und ich beim nachfolgenden Pitch ein Socket schlug, unterschlage ich besser).

Eine Besonderheit in Wolf Creek ist die Wüstenregel. Wer seinen Ball abseits des Grünzeugs verzieht, soll die Wüste wie ein seitliches Wasserhindernis behandeln. Aus gutem Grund. Zum Einen schützt es das Equipment, wenn man nicht aus dem groben Sand / Gestein spielt. Zum anderen warnt der Starter, dass hier diverse giftige Skorpione und Schlangen lauern. Man sollte also wachsam bleiben und sich nicht von den atemberaubenden Ausblicken ablenken lassen.

Den ersten hat man gleich am zweiten Loch. Das von den Backtees 407 Meter lange Par 4 beginnt auf einem exponierten Punkt von dem der vorher spielende Flight wie eine Ameisenkolonie wirkt. Die Bahn führt in einem scharfen Dogleg nach links weshalb man gut aufpassen sollte, bei der Schlägerwahl nicht zu überziehen – auch wenn Hügel und ein Bunker am Ende des Fairways etwas Hilfestellung leisten. Auch zum Tee 3 geht es wieder hoch. Das Par 3 führt allerdings nicht nach unten, stattdessen hat die mittellange Bahn ein Skyline Green. Man spielt also nach oben und sieht abgesehen von der Flagge nicht, wo der Ball hin muss.

Nach einem Dogleg-Par 4 mit einem enormen Bunkerlandschaft im Knick geht es an der 5 wieder nach oben. Erneut ist es ein Dogleg nach links. Im Gegensatz zur 2 liegt die größte Gefahr hier allerdings darin, zu kurz zu bleiben, denn ein schmaler Bach zieht sich hier entlang, der uns anschließend auch an der 6 und der 8 wieder begegnet. An letzterem, einem Par 3, bestraft er jeden, der zu kurz bleibt, während zu lange Bälle von den amphitheaterhaften Felsen zurückgeschossen werden (und möglicherweise so auch im Wasser landen).

Die 10 spielt dem Golfer einen visuellen Streich. Denn vom Tee sieht man statt Fairway eine im 45°-Winkel von rechts nach links abfallende Roughdecke. Die 11 ist ein Inselgrün der etwas anderen Art, das von Wüste statt von Wasser umgeben ist und die 12, ein bergab laufendes Par 5, ist eine der besten Birdie-Chancen auf diesem Platz. Die 14 bietet wieder einen der Ausblicke, die zum Markenzeichen des Platzes geworden sind. Das Pr 4 erhält zusätzlichen visuellen Reiz dadurch, dass auf der ganzen linken Seite Bunker mit weißem Sand angelegt wurden.

Den letzten spektakulären Blick gibt es dann auf der 17, wo man zum Einen ein durch den Bach getrenntes Fairway und zum anderen ein durch einen Teich entstandenes Inselgrün sieht. Doch keine Angst, es sieht von oben schwieriger aus als es sich letztendlich spielt. Nur schade, dass an der 18 ein lächerlicher, künstlicher Wasserfall den Eindruck ruiniert. Aber letztlich ist es das, was dieser Platz ist: ein vollkommenes Kunstprodukt. An diesem Fleckchen der Welt hat ein Golfplatz eigentlich nichts zu suchen. Resultat sind 18 Spielbahnen, die unfassbar spektakulär anzusehen sind, weder zu Fuß noch mit Cart vernünftig zu bewältigen sind und architektonisch eher zum Mittelmaß gehören. Aber nichtsdestotrotz muss man es gesehen haben, um es zu glauben.

Gespielt am: 10.6.2014

Zusammenfassung
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Wolf Creek Golf Club
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