12 Statistiken und Fakten zum Masters 2018

Das 82. Masters ist in den Büchern. Und wie immer hat es Augusta National geschafft, ein hochspannendes, aufregendes Finale zu gestalten. Patrick Reed hat gewonnen, aber nicht ohne zuvor von Jordan Spieth und Rickie Fowler bis auf das 18. Grün unter Druck gesetzt zu werden. Rekorde wurden gebrochen und verpasst. Hier eine Zusammenfassung von zwölf Dingen, die mir in diesem Jahr aufgefallen sind.

Der König von Amen Corner

…war am Sonntag Paul Casey. Er spielte die 11, 12 und 13 von Augusta National als erst sechster Spieler in vier unter Par. Zugegeben: mit einem Durchschnitt von 11,6 zeigte Amen Corner am Finaltag nicht gerade seine Zähne. Aber dennoch ist Casey der erste Spieler, dem dieses Kunststück am Sonntag gelang – und der noch zwei weitere Birdie hintenran reihte. Costantino Rocco konnte 1997 in der dritten Runde noch die 14 in Birdie spielen, Raymond Floyd (1966, Runde 1), Don Pooley (1986, Runde 3), Gene Sauers (1993, Runde 2) und Bob Estes (2002, Runde 1) hatten nach der 13 ihr Pulver verschossen.

Jeff Knox

Das Augusta-Mitglied ist mittlerweile eine Legende. Und in diesem Jahr hat er weiter daran geschraubt. Zwar hat der Marker dieses Jahr keinen seiner Spielpartner rasiert, aber seine inoffizielle 75 in Runde 3 (laut Paul Casey) war nur einen Schlag schlechter als Ian Poulter, Phil Mickelson, Martin Kaymer und Zach Johnson. Vor allen Dingen aber gelang ihm am Samstag an der ultraschweren 11 eine Sensation. Obwohl Knox aufgrund seines Alters extrem kurz abschlägt, erreichte er die 11 in Regulation und kurvte einen 8 Meter Putt ins Loch. Das Besondere: kein anderer der gestandenen Profis konnte in der dritten Runde ein Birdie an dieser Bahn erzielen.

Eagle-Regen

Angesichts der vielen Slopes, in deren Lauf an vielen Tagen die Fahnen stecken, ist es verwunderlich, dass Webb Simpson erst der vierte Spieler ist, dem an zwei aufeinanderfolgenden Löchern ein Eagle gelang. Man sollte meinen, dass es beispielsweise am Sonntag an den Löchern 15 und 16 öfter mal passiert. Tatsächlich war aber die einzige Konstellation, in der es bis zum gestrigen Tag passierte, die 13 und 14. Dan Pohl in 1982, Dustin Johnson in 2009 und Phil Mickelson in 2010 spielten erst an der 13 ein klassisches Eagle und nutzten dann an der 14 den Slope um den Ball aus dem Fairway (oder in Johnsons Fall aus dem Rough) ins Loch zu beförderen. Webb Simpson hingegen gelang es gestern als erstem Spieler an den Bahnen 7 und 8.

Par 5

Nach drei Runden sah es aus, als solle Patrick Reed den Par-5-Rekord beim Masters pulverisieren. Der Amerikaner puttete und chippte aus jeder Lage ein und hatte nach drei Tagen auf den 12 Par 5s einen Score von 13 unter Par zu Buche stehen. Niemals zuvor hatte jemand bis dahin eine bessere Bilanz, nur zwei Birdies fehlten am Finaltag um den bisherigen Turnierrekord einzustellen. Doch ausgerechnet an den Par 5s schwächelte Reed mit vier Pars und machte so das Finale noch einmal spannend. So bleibt der Rekord mit 15 unter Par in der Hand von vier Größen des Sports. Greg Norman setzte 1995 die Marke (-12 nach 3 Runden, -3 am Sonntag), Tiger Woods stellte sie 2010 ein (-11 / -4), Ernie Els erzielte sie 2013 (-12 / -3) und Phil Mickelson 2015 (-10 / -5). Im Nachhinein dürfte Patrick Reed ganz froh sein, den Rekord verpasst zu haben. Warum? Nun, keiner der vier Rekordhalter gewann in dem Jahr das Masters.

Der 60er Fluch

Bereits in einer der vorherigen Zusammenfassungen hatte ich erwähnt, dass kein Spieler in der Masters-Geschichte vier Runden unter 70 gespielt hat. Auch nach der 82. Austragung des Masters bleibt es dabei. Nach Runden von 69, 66 und 67 erreichte Patrick Reed am Finaltag „nur“ eine 71.
Er war der 13. Spieler, der mit einer Chance auf diese einmalige Marke auf die Schlussrunde gegangen ist – und der 13. der scheiterte. Aber immerhin war er der Siebte, der sich mit einem Grünen Jackett trösten konnte.
Am spektakulärsten schoß Craig Parry 1992 vorbei, der durch eine 78 noch auf Platz 13 fiel. Auch Ed Sneeds 76 im Jahr 1979, die ihm einen Vorsprung von fünf Schlägen kostete, war ein teurer Spaß. Retief Goosens 74 im Jahr 2002 passierte wenigstens an einem Tag an dem selbst Sieger Woods nur 71 spielte. Trotz Einbruch siegreich waren Trevor Immelman in 2008 nach einer 75 und Gary Player 1961 nach einer 74. Wie Reed blieben zumindest sechs Spieler auch am Sonntag unter Par. Raymond Floyd 1992, Angel Cabrera 2009 und Lee Westwood 2010 spielten eine 71. Fred Couples 1992 und Arnold Palmer 1964 scheiterten sogar nur um einen Schlag – ebenso wie Phil Mickelson im Jahr 2001. Keiner kam der Marke näher als Lefty. Denn erst ein Bogey an der 16 verhinderte die 69.

Die vermaledeite 18

Zwei Bestmarken scheiterten gestern auf ganz ähnliche Weise auf der 18 – durch kurze Putts. Cameron Smith trennten gerade mal 1,5 Meter von einem Birdie und der dritten 29 auf den Back 9 des Masters (Mark Calcavecchia in 1992 und Davis Toms in 1998 setzten die Marken in ihren Schlussrunden). Und Jordan Spieth hatte trotz unsanfter Baumberührung einen 2,5-Meter-Putt zum Par – und zur ersten 63 in einer Schlussrunde des Masters. So reihte er sich ein in die Reihe der Spieler, die trotz einer 64 im Finale den Masters-Sieg verpassten: Maurice Bembridge (1974, 9.), Hale Irwin (1975, 4.), Greg Norman (1988, 5.), David Toms (1998, 6.) und Bo Van Pelt (2012, 17.). Einzig Gary Player schaffte es 1978 mit seiner 64 ins Grüne Jackett.

Fünferpack

Und noch eine Bestmarke verpasste Jordan Spieth durch das Bogey an der 18. Den Rekord für den niedrigsten Score in den ersten fünf Profistarts beim Masters. Bei 39 unter Par liegt seine beeindruckende Bilanz. Tiger hatte den Rekord zwischen 1997 und 2001 allerdings auf 40 unter Par geschraubt. Dahinter klafft eine große Lücke. Tom Watson lasg beispielsweise bei 25 unter Par, Jack Nicklaus bei 22 unter Par.

Fred Couples in Jahrzehnten

Seit er sich im Januar den Rücken erneut verletzte, kann sich Fred Couples kaum noch bewegen. Seine Vorbereitung auf das Masters bestand aus zwei 9-Loch-Runden. Und dennoch schaffte er wieder den Cut – zum siebten Mal seit seinem 50. Geburtstag. Teilt man Couples Ergebnisse nach Lebensjahrzehnten auf, ergeben sich erstaunliche Zahlen. Seit er 50 geworden ist, spielt er im Schnitt etwa Even Par auf Augusta National – und hat einen niedrigeren Schlagdurchschnitt als in seinen 40ern und selbst in seinen 20ern.

20er: 6 Starts, 10 von 24 Runden (41,67%) unter Par. Rundenschnitt von 72,08
30er: 9 Starts, 19 von 36 Runden (52,78%) unter Par. Rundenschnitt von 71,17
40er: 10 Starts, 12 von 40 Runden (30%) unter Par. Rundenschnitt von 72,75
50er: 8 Starts, 12 von 30 Runden (40%) unter Par. Rundenschnitt von 71,97

From Zero to Hero

Kaum einer hatte Patrick Reed auf dem Zettel. Schließlich ist Vertrautheit mit Augusta National bei fast allen Masters-Siegern eine Vorbedingung. Und Patrick Reed hatte bisher mehr Runden über 75 als unter Par. Im letzten Jahr verpasste er sogar den Cut. Lediglich drei Spieler konnten bis dato im Jahr nach einem verpassten Cut das Grüne Jackett überstreifen. Der letzte Spieler, dem das gelang? Reeds großes Vorbild Tiger Woods. Der war allerdings im Jahr davor noch als Amateuer angetreten. Ansonsten muss man bereits ins Jahr 1973 zu Tommy Aaron und 1968 zu Bob Goalby zurückgehen.

Leichter Samstag

Augusta National war am Moving Day auf Sturm eingestellt. Aus diesem Grund setzte man die Fahnenpositionen nicht ganz so bissig wie sonst. Doch der Wind blieb aus, die Grüns waren von dem Regen weicher als üblich und die Spieler nutzten die rare Chance, auf die Fahnen zu feuern. Mit 71,26 Schlägen wurde der zweitniedrigste Schlagdurchschnitt an einem Moving Day erzielt. Nur 1986 lag er mit 70,98 noch darunter. Das geschah allerdings noch bevor der Platz verlängert wurde.

Phils Problem mit großen Zahlen

Warum hat Phil Mickelson seit 2010 kein Masters mehr gewonnen? Die Antwort gab er in dieser Woche gleich drei Mal. Zwei Triplebogeys und ein Doppelbogey produzierte Phil the Thrill. Die drei Löcher hätten ihn zwar auch nichts ins Grüne Jackett gebracht, wenn er sie in Par gespielt hätte. Aber sie sind synonym für das Problem, das ihn die letzten Jahre plagt. In den 18 Auftritten bis zu seinem letzten Masters-Sieg produzierte Mickelson lediglich ein Triplebogey und 20 Doppelbogeys. In den acht Turnieren seither summierten sich sage und schreibe sechs Triplebogeys und zwölf Doppelbogeys auf seinen Scorekarten. Im Schnitt verdoppelten sich also seine Katastrophenlöcher von 1,17 auf 2,25 pro Start.

Bogey frei

Eine Runde ohne Bogey auf Augusta National ist vielleicht nicht wie ein Sechser im Lotto, aber zumindest wie ein Vierer mit Zusatzzahl. Im letzten Jahr konnten sich lediglich drei Spieler damit rühmen: Sergio Garcia in Runde 1, Ryan Moore in Runde 2 und Adam Scott in Runde 3. Dieses Jahr sah es lange so aus als würde es gar keinem gelingen. Doch dann kam Runde 3. Den Anfang machte Si-Woo Kim, der eine blitzsaubere 68 ins Clubhaus brachte. Es folgten: Rickie Fowler, Rory McIlroy und Jon Rahm mit jeweils 65 Schlägen. Das war es dann aber auch. Am Finaltag gelang es keinem Kombattanten. Unter anderem, weil – ein wiederkehrendes Motiv in dieser Kolumne – Jordan Spieth an der 18 ein Bogey spielte.

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