Die besten Spieler ohne Major: Platz 5-1

Die Plätze 20-6
20: Tommy Jacobs
19: Luke Donald
18: Steve Stricker
17: Chad Campbell
16: Dan Pohl

15: Loren Roberts
14: Phil Rodgers
13: Kenny Perry
12: Al Espinosa
11: Chris DiMarco

10: Mike Brady
9: Scott Hoch
8b: Jeff Maggert
8a: Bobby Cruickshank
7: Bruce Crampton
6: Colin Montgomerie

Platz 5: Doug Sanders


Von allen verhinderten Major-Siegern ist Doug Sanders die tragischste Geschichte, denn niemand war so nah dran wie der Texaner. Bei der Open Championship 1970 lag er auf dem letzten Loch mit einem Schlag Vorsprung 30cm vom Loch entfernt. Als ihm im Ausholen etwas ins Auge flog, brach er den Putt ab. Doch statt neu anzusetzen, puttete er los – und schob den Ball rechts am Loch vorbei. Dass er danach das Playoff gegen Jack Nicklaus verlieren würde war logisch. Zwischen 1956 und 1972 gewann Sanders 20 mal auf der PGA Tour, doch der große Triumph war dem Mann mit dem pfauenhaften Auftreten nicht vergönnt. Drei weitere Male, bei der PGA Championship 1959, der U.S. Open 1961 und der Open 1966 fehlte Sanders als Zweiter nur ein Schlag. 1966 gelang ihm dabei das Kunststück in allen vier Majors in den Top 10 zu landen. Insgesamt 13 Mal musste sich der heute 79-Jährige mit einem Top-Ten-Resultat begnügen – und mit etwas anderen Kriterien würde Sanders vermutlich noch höher als Platz 5 stehen. Schließlich fand er sich auch noch fünf Mal auf Platz 11 wieder. Dennoch fanden ihn die weisen Herren der World Golf Hall of Fame bisher nicht ausnahmewürdig.

Platz 4: Lee Westwood


Westwoods Name ist vermutlich der Erste, der fällt wenn man einen modernen Zuschauer nach dem besten Spieler ohne Major fragt. Denn immerhin war der Engländer schon Weltranglistenerster und ist schon so lange dabei, dass sein erstes Top-10-Resultat 16 Jahre zurück liegt. Bei Westwood ist es allerdings nicht die Anzahl seiner Top 10s (seit 2009 jedes Jahr zwei), die ihn hier erscheinen lassen sondern es sind seine absoluten Spitzenresultate. Als einer der wenigen hat er den Stockerl Grand Slam inne: Treppchenplätze bei allen vier Majors. Erstmals gelang ihm dies bei der U.S. Open 2008 als er das Playoff gegen Tiger Woods und Rocco Mediate ebenso nur um einen Schlag verpasste wie danach bei der Open 2009. Am bittersten im Magen liegt Westwood aber das Masters 2010 wo er die Führung nach 54 Löchern nicht ins Clubhaus retten konnte. Allerdings muss man auch sagen, dass zwei seiner Top 3s (Open 2010 und U.S. Open 2011) in Turnieren kamen, bei denen der Titel meilenweit entfernt war weil Louis Oosthuizen bzw. Rory McIlroy so dominant waren.

Platz 3: Sergio Garcia


Betrachtet man nur die Top-10-Ergebnisse müsste der Spanier auf dem ersten Platz stehen. Unglaubliche 18 Mal landete El Nino bei Majors unter den ersten 10. Zum Vergleich: Landsmann Seve Ballesteros, fünffacher Major-Sieger, kommt auch nur auf 20 Top 10s. Es ist ein Wert, den Garcia mit ziemlicher Sicherheit noch erreichen wird, wenn man sich sein Spiel bei der Players Championship letzte Woche vor Augen führt. Die große Frage ist jedoch, ob er irgendwann von dieser Liste verschwindet. Etwas was leider unwahrscheinlich erscheint wenn man bedenkt was für Chancen er bereits vergab als er beispielsweise bei der Open 2007 sechs Schläge Vorsprung auf Padraig Harrington verspielte, der ihm dann ein Jahr später auch noch die PGA Championship vor der Nase wegschnappte. Wenn Garcias Karriere irgendwann zu Ende ist und er wirklich kein Major gewinnen sollte, wird er in dieser Liste vermutlich eindeutig den ersten Platz einnehmen.

Platz 2: Harry Cooper


Harry Cooper war der Brandt Snedeker seiner Zeit. Seine wieselflinke Spielart brachte ihm den Spitznamen „Lighthorse“ ein. Wie Snedeker blieb aber auch Cooper der große Major-Triumph verwehrt. Der Mann der ersten Masters-Stunde vergab in Augusta 1936 eine 54-Loch-Führung und scheiterte auch in den beiden Jahren darauf (4. und 2.) nur knapp. Bizarrerweise war seine Bilanz bei der U.S. Open in den selben Jahren nahezu identisch. 1936 vergab er auf den letzten 18 Löchern eine Führung von 4 Schlägen, 1937 landete Cooper ebenfalls auf Platz 4 und 1938 belegte er noch einmal den dritten Platz. Die knappste Niederlage erlitt er allerdings bereits einige Jahre zuvor. Bei der U.S. Open 1927 kam er ins Playoff gegen Tommy Armour in dem sich beide 15 Loch ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten bis ein Doppelbogey von Cooper die Entscheidung brachte. So hält Cooper bis heute den Rekord der meisten PGA-Tour-Siege ohne Majorerfolg: 31.

Platz 1: Macdonald Smith


Es ist schlichtweg ein Skandal. Während majorlose Spieler wie Colin Montgomerie in die World Golf Hall of Fame einziehen dürfen, bleibt Macdonald Smith weiter draußen. Dabei ist er ohne Zweifel der beste Spieler ohne Majorsieg. Allein die nackten Zahlen seiner Karriere sind beeindruckend. 24 Mal triumphierte er auf der PGA Tour, darunter waren drei Siege bei der Western Open die zum damaligen Zeitpunkt den Stellenwert eines Majors hatte. Insgesamt 17 Mal landete er bei den heutigen vier Majors unter den Top 10, zwölf Mal davon sogar in den Top 5 – ein Wert, den kein anderer Spieler in der Geschichte des Golfsports aufweisen kann. Doch das wirklich Erstaunliche ist dies: Macdonald Smith nahm im Laufe seiner Karriere gerade einmal an 29 Majors teil. Das heißt 41% seiner Major-Starts beendete er in den Top 5. Selbst Tiger Woods liegt mit 46% nur knapp vor ihm. Gleich bei seinem ersten Major-Starts, der U.S. Open 1910 verlor der 18-Jährige Macdonald erst im Playoff – gegen seinen Bruder Alex. Bei seinem nächsten Start 1913 belegte er Platz 4 hinter dem legendären Trio Harry Vardon, Ted Ray und Francis Ouimet. Danach trat er bis 1923 nur noch bei zwei weiteren Majors an. Sein Problem: Das Masters existierte noch nicht (bei seinem einzigen Auftritt dort, 1934 wurde Macdonald Smith 7.) und die PGA Championship spielte er nie. So blieben ihm nur die U.S. Open und die Open Championship wo der gebürtige Schotte von den Fans geliebt wurde – etwas zu sehr sogar. 1925 führte er vor der Schlussrunde das Turnier mit fünf Schlägen Vorprung an. Die Fans kamen in Scharen um ihrem Idel zu huldigen, gerieten dabei aber so sehr außer Kontrolle, dass Smith kaum schlagen konnte weil sie ihm auf die Pelle rückten. Mit einer 82 fiel er auf den vierten Platz zurück. Insgesamt neun Mal reiste der nach Kalifornien ausgewanderte Golfpro zurück in die Heimat. Nur zwei Mal landete er außerhalb der Top 5 (auf Rang 15 und 19), bei allen anderen sieben Open-Starts spielte er um den Titel mit. Dass Macdonald Smith in jedem Jahr auf dem Stimmzettel für die Hall of Fame steht, aber nie reingewählt wurde, zeigt die Kompetenz des Auswahlkomitees, das lieber Spieler reinwählt die es persönlich kennt als ältere Spieler, die es verdient haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.