Hogs Head Golf Club

Unsere Bewertung

3 Linksgolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Der Hogs Head Golf Club wird vermutlich kaum jemandem etwas sagen. Selbst ich, der eigentlich „In the Loop“ bin, hatte noch nie von dem Platz gehört als ich durch das Infomäppchen im Butler Arms Hotel blätterte und las, dass man Tee Times im Waterville Golf Links und im Hogs Head Golf Club buchen könne. Ich zögerte nicht lange, legte meine Startzeit in Waterville auf den frühen morgen und buchte mich für den nachmittag in Hogs Head ein – und erlebte in mehrfacher Hinsicht eine Überraschung.

Die erste war, dass ich einer der ersten Greenfee-Spieler war, die in dem Club gespielt haben. Zwar gab es im Vorjahr bereits ein Soft Opening, doch die offizielle Eröffnung war erst Anfang Mai. Und da der Club in erster Linie von Mitgliedern für Mitgliedern ist und nur wenige offene Startzeiten anbietet, hatte sich kaum ein Fremder hier her verloren. Die zweite Überraschung war das Greenfee selber. Satte 250 Euro werden aufgerufen – 40 mehr als im Waterville Golf Links – und die Buchung eines Caddies ist zudem verpflichtend. Meiner hieß Francesco, kam aus Argentinien und trägt die Schläger von Hackern wie mir, um eine Profikarriere zu finanzieren.

Überhaupt war mir die Aufmerksamkeit der Angestellten gewiss. Bereits an der Gegensprechanlage vor dem eisernen Tor begrüßte man mich mit Namen. Vom Parkplatz wurde ich mit dem Cart abgeholt und im Clubhaus selber empfing mich der Manager persönlich. Es wirkte, als seien ein halbes Dutzend Menschen nur für mich abgestellt. Die Gründer des Clubs, Tony Alvarez und Bryan Marsal, haben sich das Ziel gesetzt einen der exklusivsten Luxusclubs auf den britischen Inselns zu gründen. „Eine Oase der Ruhe“, wie ich zurechtgewiesen wurde, als ich wagte, in der menschenleeren Bar mein Handy zum Surfen rauszuholen. Ebenfalls verpönt sind Bargeld, Birdiebooks und Öffentlichkeitsarbeit. Damit die Mitglieder nicht von gewöhnlichen Golfern überrannt werden, möchte der Club nicht zu bekannt werden. Ehrlich gesagt: 350 Euro Greenfee inklusive Caddie dürften Abschreckung genug sein.

Der Club entstand auf den Überresten des Skellig Bay Golf Club, der 2006 mit ebenso großen Erwartungen eröffnete und schnell wieder einging. Die markanten Steinmauern zwischen den Bahnen waren Markenzeichen des Platzes, doch davon ist heute nichts mehr zu sehen. Robert Trent Jones jr. ließ im wahrsten Sinne des Wortes kein Stein auf dem anderen und gestaltete einen komplett neuen Platz. Das 6529 Meter lange Par 72 beginnt mit einem Par 5 von einem erhöhten Abschlag. Bereits hier sieht man, dass sich die Anlage durch sehr großzügige Fairways auszeichnet. Keines ist dabei größer als das der 14, das wirkt, als könne hier ein Airbus 380 problemlos drauf landen.

Das Problem ist, dass der Platz dadurch eine gewisse Monotonie ausstrahlt. Sicherlich liegt es zum Teil daran, dass er noch nicht richtig eingewachsen ist. Aber der Architektur fehlt es an Einfallsreichtum. So bleiben nur die Löcher in Erinnerung, die aus diesem Einerlei ausbrechen. Wie die 3, ein 178 Meter langes Par 3, vor dessen Grün sich ein schicker Burn durchzieht. Die 6, ein 498 Meter langes Par 5 mit Biarritz-Grün. Die 8, ein ultraschweres 443 Meter langes Par 4 mit einem Schüssel-Grün. Die 11 mit einem Steinkreis an der Seite. Und die 13, zwei Par 3s am Wasser die im Wechsel gespielt werden.

Die restlichen 13 Löcher haben sich in meinen Gehirnwindungen zu einer unförmigen Masse verwoben. Das Problem ist, dass nicht klar wird an wen sich dieser Platz richten soll. Sportlich Ambitionierte werden nicht herausgefordert. Bei teils kräftigen Winden konnte ich locker eine 90 (33 Netto) nach Hause bringen. Gelegenheitsspieler dürften bei dem happigen Greenfee Reißaus nehmen. Und Golfplatzsammler machen ihre Kerbe lieber im benachbarten Waterville Golf Links, der laut Golf Magazine zu den 100 besten Plätzen der Welt gehört. Insofern dürfte der Plan der Erbauer, unter sich zu bleiben, voll aufgehen.

Gespielt am: 2.5.2018

Zusammenfassung
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Hogs Head Golf Club
Bewertung
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