Tigers Tagebuch: Halbzeitbilanz, Tennis-Liebschaften und Bountygate

Montag, 1. Juli

Halbzeit! Zeit für meinen obligatorischen Triumph bei den Midseason Awards. Bei den anderen Sportarten in den USA würde jetzt das All-Star-Game stattfinden. Warum eigentlich nicht bei uns? Am ersten Tag könnte man Tribünen um die Driving Range aufstellen und unsere Version von Slam Dunk Contest und Homerun-Derby abhalten. Und am zweiten Tag dürfen die Spieler mit den meisten Stimmen der Fans (also Voldemick und meinereiner) aus den anderen nominierten Spielern wechselweise je ein Team zusammenstellen, die sich dann im Texas Scramble oder anderen Späßen duellieren – natürlich moderiert von David Farterty. Im Grunde genommen also eine coolere Version des Tavistock Cups.




Einer der sicher nicht dabei sein würde, ist Kris Blanks. Nicht nur aus sportlichen Gründen sondern weil man sich nicht gerade beliebt bei den Fans macht wenn man mit einer Knarre am Flughafen erwischt wird. Seine Entschuldigung? (Warnung! Fips-Asmussen-Flachwitz) „I’m shooting Blanks„.

Dienstag, 2. Juli

Was finden meine Golf-Kollegen nur an Tennisspielerinnen? Sergio Garcia und Martina Hingis. Greg Norman und Chris Evert. Adam Scott und Ana Ivanovic. Hank Kuehne und Venus Williams. Rory McIlroy und Caroline Wozniacki. Und jetzt hat sich auch noch der alte Jack eine Tennisbiene angelacht. Aber ich bin angeblich der Hallodri…


Apropos Hallodri: Kyle Porter ist auch so einer. Dass der CBS-Autor lieber die Karriere von Jason Day hätte als meine kann doch nur mit Ellie zu tun haben. Ja, Jason ist 12 Jahre jünger als ich. So what? Ich hab dieses Jahr vier Mal so viele Turniere gewonnen wie er in seiner gesamten Karriere und die letzten beiden Jahre so viel Preisgeld gesammelt wie Jason in seinem gesamten Leben. Und wenn er weiter sein Schlafdefizit nicht außerhalb des Platzes sondern vor seinen Schlägen nachholt wird das auch lange so bleiben. Aber keine Bange, Jason. Du bekommst trotzdem eine Einladung zu meinem Selbstbedienungs-Turnier. Save the Date: 5. Dezember

Mittwoch, 3. Juli

Wenn man eine längere Verletzungspause einlegen muss, ist es schön zu wissen, dass andere an einen denken. John Doe Jesse Smith hat was Nettes über mich erzählt, Lindsey hat mir Blumen geschenkt, Steini brachte Edle Tropfen in Nuss und Joe LaCava hat mit Fingerfarben eine Karte gemalt weil er es kaum erwarten kann wieder 10% einzustreichen. Am meisten scheint mich aber Tim Finchem zu vermissen, der sein Videoteam offenbar angewiesen hat ein kleines Tribut zusammenzustellen. Kinder, es ist nur eine Ellenbogenverletzung, keine tödliche Krankheit…



Donnerstag, 4. Juli

Heute und morgen möchte wohl niemand mit Ben Curtis und Tom Watson tauschen. Die beiden wurden bei der Greenbrier Classic zusammen mit Ryan Palmer gemischt, der einen neuen Caddie debütiert: Sean Payton. Der Name sagt Ihnen nichts? Payton ist Cheftrainer der New Orleans Saints und berüchtigt dafür geworden eine Kopfgeld-Mentalität in der NFL zumindest toleriert zu haben. Ryans Mitspieler müssen also jederzeit fürchten, dass jemand aus den Büschen springt und sie mit einem Eisen 7 Tonya Hardingt.

Freitag, 5. Juli

Jetzt kann ich es ja verraten. Eigentlich wollte ich diese Woche auch in Greenbrier spielen. Aber ich muss zugeben: es bereitet mir durchaus diebisches Vergnügen zu sehen wie unser Ryder-Cup-Kapitän Tom Watson es ins Wochenende geschafft hat während Voldemick nach Hause reisen muss. Good Bye Captain’s Pick sag ich nur…

Und die Zwangspause hat auch seine guten Seiten. So konnte ich mir Sam und Charlie schnappen und mit ihnen „Ich – Einfach unverbesserlich 2“ schauen. Fun Fact übrigens: Die zwei golfenden, gelben Latzhosen-Minions aus dem Trailer hatten zwei Vorbilder von der PGA Tour: Ihn und Ihn



Samstag, 6. Juli

Es gibt einen Grund, dass ich um Kameras und Mikros einen großen Bogen mache solange sie nicht von Roger Maltby oder David Feherty gehalten werden. Aber die Frage zur Zusammensetzung von Großbritannien, mit der sich D.A. Points und Robert Garrigus die Einreise nach Europa verspielt haben, hätte ich locker beantworten können. Schließlich habe ich die perfekte Eselsbrücke gefunden um mich an Nordirland, England, Schottland und Wales zu erinnern: „Noone Enjoys Steve Williams“.



Sonntag, 7. Juli

Wir Amerikaner verstehen ja nichts von Fußball, aber Martin Kaymer liegt mir ständig damit in den Ohren wenn wir zusammen spielen. Da schnappt man so einiges auf. Als ich einmal auf einer Proberunde einen Ball in die Bäume knallte, wo er drei Mal abprallte bevor er aufs Grün rollte und 5cm vom Loch liegen blieb, meinte Martin, er fühle sich wie beim Straßenfußball: „Drei Ecken – ein Elfer“. Das scheint sich mittlerweile Graeme McDowell in abgewandelter Form zum Karriere-Mantra gemacht zu haben: Drei verpasste Cuts, ein Sieg. In seinen letzten 8 Starts verpasste er fünf Mal das Wochenende, sackte aber drei Titel ein, heute beispielsweise bei der Open de France. Gut, es war nur auf der European Tour – aber immerhin kannte man dort den Namen des Siegers. Anders bei der Greenbrier Classic. Da gewann…jemand.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.